Pallade Veneta - Verwendung russischer Vermögen für die Ukraine: Belgien bleibt bei seinem Nein

Verwendung russischer Vermögen für die Ukraine: Belgien bleibt bei seinem Nein


Verwendung russischer Vermögen für die Ukraine: Belgien bleibt bei seinem Nein
Verwendung russischer Vermögen für die Ukraine: Belgien bleibt bei seinem Nein / Foto: EMILE WINDAL - BELGA/AFP

In der Debatte um die Verwendung der in Europa eingefrorenen russischen Vermögenswerte für ein Darlehen an die Ukraine hat Belgien sich erneut gegen einen solchen Schritt ausgesprochen. Der von der EU-Kommission vorgeschlagene Plan für das Reparationsdarlehen sei "grundsätzlich falsch", erklärte der belgische Premierminister Bart de Wever in einem Brief an Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, den die Nachrichtenagentur AFP am Freitag einsehen konnte.

Textgröße ändern:

In dem Schreiben warnt de Wever die EU davor, sich "auf unerforschtes rechtliches und finanzielles Terrain" zu begeben.

Die Ukraine benötigt nach fast vier Jahren Krieg gegen Russland weiter Milliardenhilfen, um ihre Verteidigung fortführen zu können. Bis zum EU-Gipfel am 18. Dezember soll in Brüssel eine Einigung darüber bestehen, wie die Ukraine-Hilfe in den kommenden zwei Jahren finanziert wird.

Die EU-Kommission hatte im September vorgeschlagen, rund 140 Milliarden Euro russischer Zentralbankgelder, die in Belgien eingefroren sind, für Kredite an die Ukraine zu nutzen. Russland sollte demnach erst dann wieder auf das Geld zugreifen können, wenn es Reparationen an Kiew zahlt. Belgien zögert jedoch mit seiner Zustimmung, da es rechtliche Konsequenzen und russische Vergeltung fürchtet und fordert von den anderen EU-Ländern fundierte Garantien, dass sie die Risiken voll mittragen.

Er werde sein Land "niemals dazu verpflichten, die Risiken und Belastungen allein zu tragen", schrieb de Wever entsprechend in seinem vierseitigen Brief an von der Leyen. Er werde dem Plan nur zustimmen, wenn zum Zeitpunkt der Entscheidung verbindliche Garantien von den Mitgliedstaaten "geliefert und unterzeichnet werden", betonte er.

Die Kommission hat angekündigt, in den kommenden Tagen die Gesetzestexte für ihre Vorschläge vorstellen zu wollen. EU-Vertreter gehen von nur geringen rechtlichen Risiken für Belgien aus - eine Auffassung, die der belgische Premier in seinem Schreiben mit einem Vergleich zu einem Flugzeugabsturz beantwortete: "Die Wahrscheinlichkeit eines Absturzes ist gering, aber im Falle eines Absturzes sind die Folgen katastrophal."

Der Druck auf die EU, sich zur Verwendung der eingefrorenen Vermögenswerte zu einigen, ist in den vergangenen Tagen gestiegen. Die USA hatten in ihrem 28-Punkte-Plan zu einer Beendigung des Ukraine-Krieges vorgeschlagen, dass ein großer Teil der Gelder an die USA gehen sollte. Befürworter der europäischen Reparationsdarlehen befürchten nun, dass die Europäer die Kontrolle über die russischen Vermögenswerte verlieren könnten, wenn diese erst einmal Teil eines Ukraine-Plans sind.

L.Bufalini--PV

Empfohlen

US-Sanktionen gegen Venezuelas Übergangspräsidentin Rodríguez aufgehoben

Die USA haben ihre Sanktionen gegen Venezuelas Übergangspräsidentin Delcy Rodríguez aufgehoben. Die 56-Jährige wurde von der Sanktionsliste gestrichen, wie aus einem Eintrag des US-Finanzministeriums vom Mittwoch hervorgeht. Bisher durften US-Bürger oder Unternehmen keine Geschäfte mit ihr machen. Zudem war ihr Vermögen in den USA - soweit vorhanden - eingefroren.

Tausende nehmen in Teheran Abschied von getötetem Marinekommandeur

Tausende Menschen haben in der iranischen Hauptstadt Teheran Abschied von dem bei einem israelischen Luftangriff getöteten Marinekommandeur der Revolutionsgarden genommen. Die Menschen versammelten sich am Mittwoch mit iranischen Flaggen und Porträts des getöteten Aliresa Tangsiri auf dem Enghelab-Platz im Zentrum Teherans, wo der Sarg des Kommandeurs langsam durch die Menschenmenge gefahren wurde, wie Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten.

Trump stellt Ende des Iran-Kriegs in Aussicht - Teheran dementiert Waffenruhe-Angebot

Rund einen Monat nach dem Beginn des Iran-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende der Angriffe in Aussicht gestellt. Trump sagte im Weißen Haus vor Journalisten, die USA würden "sehr bald" den Iran verlassen. Am Mittwochmorgen schrieb er vom Angebot einer Waffenruhe durch Teheran - die iranische Führung dementierte dies aber umgehend. Für Mittwochabend kündigte das Weiße Haus eine Ansprache Trumps zum Iran an.

Rechtsextreme Kampfsportgruppe: Haft- und Bewährungsstrafen für drei Angeklagte

Im Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen Kampfsportgruppe Knockout 51 hat das Thüringer Oberlandesgericht Haft- und Bewährungsstrafen verhängt. Die Richter sprachen am Mittwoch einen der Beschuldigten wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung für schuldig und verhängten gegen ihn eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Ein weiterer Angeklagter wurde wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Beihilfe zu Waffenrechtsverstößen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Textgröße ändern: