Pallade Veneta - Aktivistin bei Protesten gegen Freiheitbeschränkungen in Tunesien festgenommen

Aktivistin bei Protesten gegen Freiheitbeschränkungen in Tunesien festgenommen


Aktivistin bei Protesten gegen Freiheitbeschränkungen in Tunesien festgenommen
Aktivistin bei Protesten gegen Freiheitbeschränkungen in Tunesien festgenommen / Foto: FETHI BELAID - AFP/Archiv

Einen Tag nach ihrer Verurteilung wegen angeblicher Verschwörung gegen den Staat ist die prominente tunesische Aktivistin Chaima Issa während einer Demonstration gegen Freiheitbeschränkungen in Tunis festgenommen worden. "Wie liefen gerade im Protestmarsch, als eine Gruppe von Polizisten in Zivil sie packte und in ein Fahrzeug schob", sagte Issas Anwalt Samir Dilou der Nachrichtenagentur AFP am Samstag. Hunderte Menschen demonstrierten in der tunesischen Hauptstadt gegen die Einschränkung von Freiheiten durch die tunesische Regierung.

Textgröße ändern:

Die Demonstration war von der tunesischen Frauenrechtsgruppe Tunesischer Verband Demokratischer Frauen (ATFD) organisiert worden. "Dieser Protest geschieht inmitten der systematischen Unterdrückung der Redefreiheit und der freien Stimmen von Aktivisten, Journalisten und anderer durch die Behörden", sagte Nadia Benhamed, ein hochrangiges ATFD-Mitglied. "Wir lehnen die Unterdrückung von Freiheiten ab", fügte sie hinzu. Die Tunesier hätten ein Recht auf Meinungs- und Denkfreiheit.

Die Schriftstellerin, Journalistin und Menschenrechtsaktivistin Issa war am Freitag gemeinsam mit dutzenden weiteren Oppositionellen und Kritikern des tunesischen Präsidenten Kais Saied verurteilt worden. Die verhängten Haftstrafen reichten von fünf bis 45 Jahren. Issa wurde zu 20 Jahren Haft verurteilt. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch sprach von einem "politischen Prozess".

Am Donnerstag hatte das EU-Parlament die Menschenrechtssituation in Tunesien in einer Resolution kritisiert. Die EU-Parlamentarier zeigten sich darin "zutiefst besorgt" über den "Rückgang der Rechtsstaatlichkeit" und bei den Grundrechten in dem nordafrikanischen Land und forderten die tunesischen Behörden auf, die Meinungs- und Versammlungsfreiheit ebenso zu wahren und zu schützen wie die Unabhängigkeit der Justiz. Saied wies die Resolution als "eine unverhohlene Einmischung in unsere Angelegenheiten" zurück.

Tunesien war 2011 der Ausgangspunkt des sogenannten Arabischen Frühlings und ging als einziges Land als Demokratie aus den Aufständen hervor. Präsident Saied, der 2019 demokratisch gewählt wurde, trieb jedoch Verfassungsänderungen voran, die ihm deutlich mehr Macht verliehen. Seit geraumer Zeit geht er autoritär gegen Kritiker vor. Im 180 Länder umfassenden Ranking der Pressefreiheit von Reporter ohne Grenzen fiel Tunesien in diesem Jahr um elf Plätze von Platz 118 auf Platz 129.

D.Bruno--PV

Empfohlen

Trump stellt Ende des Iran-Kriegs in Aussicht - Teheran dementiert Waffenruhe-Angebot

Rund einen Monat nach dem Beginn des Iran-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump ein baldiges Ende der Angriffe in Aussicht gestellt. Trump sagte im Weißen Haus vor Journalisten, die USA würden "sehr bald" den Iran verlassen. Am Mittwochmorgen schrieb er vom Angebot einer Waffenruhe durch Teheran - die iranische Führung dementierte dies aber umgehend. Für Mittwochabend kündigte das Weiße Haus eine Ansprache Trumps zum Iran an.

Rechtsextreme Kampfsportgruppe: Haft- und Bewährungsstrafen für drei Angeklagte

Im Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder und Unterstützer der rechtsextremen Kampfsportgruppe Knockout 51 hat das Thüringer Oberlandesgericht Haft- und Bewährungsstrafen verhängt. Die Richter sprachen am Mittwoch einen der Beschuldigten wegen Gründung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung für schuldig und verhängten gegen ihn eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Ein weiterer Angeklagter wurde wegen Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung und Beihilfe zu Waffenrechtsverstößen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt.

Oberstes US-Gericht skeptisch über Trump-Plan für eingeschränkte Staatsbürgerschaft

Am Obersten Gerichtshof der USA zeichnet sich eine erneute Niederlage für Präsident Donald Trump ab. Selbst konservative Richter äußerten sich am Mittwoch skeptisch über Trumps Plan, das in der Verfassung verankerte Recht auf die US-Staatsbürgerschaft per Geburt einzuschränken. Als erster amtierender Präsident war Trump zu Beginn der Verhandlung persönlich zugegen, bevor er das Gericht wieder verließ.

Nach Trump-Aussagen: Iran dementiert Bitte um Waffenruhe

Die iranische Führung hat dementiert, US-Präsident Donald Trump um eine Waffenruhe gebeten zu haben. "Trumps Äußerungen zur Bitte des Iran um einen Waffenstillstand sind falsch und entbehren jeder Grundlage", erklärte Esmail Baghai, Sprecher des Außenministeriums in Teheran, am Mittwoch laut dem iranischen Staatsfernsehen. Trump hatte zuvor erklärt, von der neuen Führung im Iran um eine Einstellung der Kämpfe gebeten worden zu sein.

Textgröße ändern: