Pallade Veneta - Umgang mit Samen in Finnland: Wahrheitskommission konstatiert "historisches Unrecht"

Umgang mit Samen in Finnland: Wahrheitskommission konstatiert "historisches Unrecht"


Umgang mit Samen in Finnland: Wahrheitskommission konstatiert "historisches Unrecht"
Umgang mit Samen in Finnland: Wahrheitskommission konstatiert "historisches Unrecht" / Foto: Markku Ulander - Lehtikuva/AFP

Nach vierjährigen Untersuchungen hat eine Wahrheitskommission in Finnland ihren Bericht über Ungerechtigkeiten gegenüber der Samen-Minderheit im Land vorgelegt - und die Regierung in Helsinki zu Wiedergutmachung aufgefordert. Der finnische Staat müsse die "Verantwortung für historisches Unrecht übernehmen", hieß es in dem am Donnerstag veröffentlichten Bericht. Finnlands Regierungschef Petteri Orpo sagte vor Journalisten: "Für mich ist klar, dass eine Entschuldigung ausgesprochen werden muss."

Textgröße ändern:

Der Bericht enthält fast 400 Zeitzeugnisse von Vertretern der Samen. Sie belegen Diskriminierung und Menschenrechtsverletzungen des finnischen Staates gegen die Minderheit. Besonders eine Assimilierungspolitik, die zwar anders als in den Nachbarländern Schweden und Norwegen nie gesetzlich festgeschrieben wurde, aber der Kommission zufolge ähnlich wirksam war, hatte verheerende Auswirkungen auf die Sprache und Kultur des Volkes.

Die Wahrheitskommission schlägt der finnischen Regierung in ihrem Bericht 68 Maßnahmen vor, darunter rechtliche und administrative Veränderungen, um den Samen "eine gute Zukunft" zu garantieren. Helsinki soll demnach das Übereinkommen über eingeborene und in Stämmen lebende Völker in unabhängigen Ländern der Internationalen Arbeitsorganisation verabschieden, die Rentierzucht der Samen gesetzlich verankern und eine Abteilung für Samen-Angelegenheiten im Büro des Regierungschefs einführen.

Das Volk der Samen umfasst rund 100.000 Menschen, die in Schweden, Finnland, Norwegen und Russland leben. In Finnland gehören rund 10.000 Menschen der Minderheit an. Ein Teil von ihnen lebt von der Rentierzucht.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Thüringen: AfD scheitert mit Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Voigt

Die AfD ist mit einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen den Thüringer Ministerpräsidenten Mario Voigt (CDU) gescheitert. Im Landtag in Erfurt stimmten am Mittwoch 33 Abgeordnete für AfD-Landtagsfraktionschef Björn Höcke als neuen Ministerpräsidenten. Nötig gewesen wären bei 85 abgegebenen Stimmen 45 Stimmen, um den wegen der Aberkennung seines Doktortitels in der Kritik stehenden Voigt abzuwählen. Die AfD hat 32 Abgeordnete - damit stimmte in der geheimen Wahl mindestens ein Abgeordneter aus einer anderen Fraktion für Höcke.

Moskau bekräftigt bei Ukraine-Gesprächen Anspruch auf Donbass

Zum Auftakt der zweiten Runde der Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi hat Russland erneut seine Maximalforderung bekräftigt und andernfalls mit einer Fortsetzung des Krieges gedroht. "Bis das Regime in Kiew die richtigen Entscheidungen trifft, wird die Spezialoperation fortgesetzt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch vor Journalisten. Russland fordert die Abtretung des gesamten Donbass im Osten der Ukraine, obwohl die ukrainischen Streitkräfte einen Teil der Region noch kontrollieren. Aus der Ukraine wurden erneut Angriffe mit mehreren Toten gemeldet.

Bundesregierung lehnt Boykott von Fußball-WM in USA ab

Die Bundesregierung hat sich gegen einen Boykott der Fußball-WM in den USA ausgesprochen. Sie halte dies "nicht für den richtigen Weg", sagte der stellvertretende Regierungssprecher Stefan Meyer am Mittwoch in Berlin. "Politische Auseinandersetzungen sollte man auf politischer Ebene austragen und den Sport entsprechend den Sport sein lassen."

Auslaufender New Start-Vertrag: Papst Leo XIV. warnt vor "neuem Wettrüsten"

Papst Leo XIV. hat angesichts des Auslaufens des Atom-Abrüstungsvertrags "New Start" zwischen den USA und Russland vor einem "neuen Wettrüsten" gewarnt. "Ich fordere Sie dringend auf, dieses Instrument nicht aufzugeben, ohne dafür zu sorgen, dass es konkret und wirksam weiterverfolgt wird", sagte der Papst am Mittwoch bei seiner wöchentlichen Generalaudienz. "Die aktuelle Situation erfordert, dass wir alles in unserer Macht Stehende tun, um ein neues Wettrüsten zu verhindern, das den Frieden zwischen den Nationen weiter gefährdet", fuhr er fort.

Textgröße ändern: