Pallade Veneta - Grenzkonflikt: Kambodscha und Thailand streiten über Ort für Gespräche

Grenzkonflikt: Kambodscha und Thailand streiten über Ort für Gespräche


Grenzkonflikt: Kambodscha und Thailand streiten über Ort für Gespräche
Grenzkonflikt: Kambodscha und Thailand streiten über Ort für Gespräche / Foto: STR - AFP/Archiv

Im wieder aufgeflammten Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha dringt Phnom Penh darauf, die für Mittwoch angekündigten bilateralen Gespräche aus Sicherheitsgründen in Malaysia stattfinden zu lassen. "Aufgrund der anhaltenden Kämpfe entlang der Grenze sollte dieses Treffen an einem sicheren und neutralen Ort stattfinden", erklärte der kambodschanische Verteidigungsminister Tea Seiha in einem Schreiben an seinen thailändischen Kollegen Nattaphon Narkphanit. Dieser beharrte allerdings auf einem Treffen in Thailand.

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Am Montag waren Außenminister des südostasiatischen Staatenverbundes Asean zu Krisengesprächen über den Grenzkonflikt in Malaysia zusammengekommen. Dabei wurden bilaterale Gespräche zwischen Vertretern aus Thailand und Kambodscha für Mittwoch vereinbart. Kuala Lumpur bot an, diese auch auszurichten.

Über den Austragungsort des Treffens bestand jedoch zunächst keine Einigkeit. Thailands Außenamtssprecher Nikorndej Balankura sagte am Dienstag vor Journalisten in Bangkok, der Veranstaltungsort der für zwei Tage angesetzten Gespräche werde "derzeit diskutiert".

Thailands Verteidigungsminister Nattaphon erklärte hingegen: "Das Treffen wird in Chanthaburi stattfinden, wo es kaum Kämpfe gibt. Es ist sicher", sagte Nattaphon vor einer Kabinettssitzung. Das vorherige Treffen des gemeinsamen Grenzkomitees habe in der kambodschanischen Provinz Koh Kong stattgefunden, darum sei nun Thailand an der Reihe.

In der Grenzregion wurden unterdessen die Kämpfe nach Angaben des kambodschanischen Verteidigungsministeriums fortgesetzt. Demnach griffen die thailändischen Streitkräfte die kambodschanische Grenzstadt Poipet sowie Teile der Grenzprovinz Preah Vihear an.

Nattaphon erklärte, die thailändischen Streitkräfte würden so lange kämpfen wie die kambodschanischen.

Bei den im Dezember erneut ausgebrochenen Kämpfen zwischen Thailand und Kambodscha wurden nach Behördenangaben bislang mehr als 40 Menschen getötet und mehr als 900.000 vertrieben. Beide Seiten beschuldigen sich gegenseitig, die neuen Zusammenstöße ausgelöst zu haben, und berufen sich jeweils auf ihr Recht auf Selbstverteidigung.

Ende Oktober hatten die beiden Staaten im Beisein von US-Präsident Donald Trump in Malaysia ein Abkommen unterzeichnet, das einen langfristigen Frieden sichern sollte. Thailand setzte die Umsetzung des Friedensabkommens im November jedoch aus. Der seit Jahrzehnten andauernde Konflikt ist die Folge einer unklaren Grenzziehung durch Kambodschas ehemalige Kolonialmacht Frankreich im Jahr 1907.

O.Pileggi--PV

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