Pallade Veneta - US-Armee beschlagnahmt Tanker unter russischer Flagge im Nordatlantik

US-Armee beschlagnahmt Tanker unter russischer Flagge im Nordatlantik


US-Armee beschlagnahmt Tanker unter russischer Flagge im Nordatlantik
US-Armee beschlagnahmt Tanker unter russischer Flagge im Nordatlantik / Foto: HANDOUT - US European Command/AFP

Die USA haben einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik "beschlagnahmt" und einen weiteren Tanker mit mutmaßlichen Verbindungen nach Venezuela in karibischen Gewässern festgesetzt. Der russische Tanker "Bella 1", der zuvor wochenlang von der US-Armee verfolgt worden war, sei im Auftrag des Justizministeriums und des Innenministeriums "wegen des Verstoßes gegen US-Sanktionen" unter US-Kontrolle gebracht worden, erklärte das US-Militärkommando für Europa am Mittwoch im Onlinedienst X. In karibischen Gewässern wurde Armeeangaben zufolge zudem der staatenlose Tanker "M/T Sophia" beschlagnahmt.

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US-Behörden zufolge gehört das Schiff "Bella 1" mutmaßlich zur sogenannten Schattenflotte, die unter Verstoß gegen US-Sanktionen Öl für Länder wie Venezuela, Russland und den Iran transportiert. Am Mittwoch befand sich der Tanker laut der Website Marinetraffic in der Nähe der ausschließlichen Wirtschaftszone vor Island. Das unter russischer Flagge fahrende Schiff sei infolge eines "Haftbefehls eines US-Bundesgerichts" festgesetzt worden, erklärte das US-Militärkommando für Europa weiter.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth begründete das Vorgehen der USA mit Sanktionen gegen Venezuela: "Die Blockade von sanktioniertem und illegalem venezolanischem Öl bleibt vollständig in Kraft - überall auf der Welt", schrieb Hegseth auf X.

Das Verteidigungsministerium in London erklärte, dass britische Truppen die USA bei der Aktion unterstützt hätten - mit der Bereitstellung eines Schiffs der Royal Navy, Militärstützpunkten sowie Luftüberwachung.

Moskau reagierte mit scharfer Kritik auf die Beschlagnahmung des Tankers. "Kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß unter der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind", erklärte das russische Verkehrsministerium. Das vormals "Bella-1" genannte Schiff habe am 24. Dezember eine einstweilige Genehmigung erhalten, unter dem Namen "Marinera" unter russischer Flagge zu fahren.

Auch mehrere russische Staatsbürger seien Teil der Schiffsbesatzung, meldete die russische Nachrichtenagentur Tass basierend auf Angaben aus dem Außenministerium in Moskau: "Wir fordern die USA auf, eine menschenwürdige Behandlung zu gewährleisten, ihre Rechte und Interessen strikt zu respektieren und ihre rasche Rückkehr in ihre Heimat nicht zu behindern."

Wie die US-Sender Fox News und CNN berichteten, war die "Bella 1" zuvor einer Teilblockade rund um Venezuela entkommen. US-Medien hatten zudem gemeldet, dass Russland ein U-Boot und russische Militärschiffe in Richtung Atlantik geschickt habe, um den leeren Tanker zu eskortieren.

Die "Bella 1" steht seit 2024 wegen mutmaßlicher Verbindungen zum Iran und zur libanesischen Hisbollah-Miliz unter US-Sanktionen. Der Tanker wurde seit dem 21. Dezember von der US-Küstenwache verfolgt. Seitdem fährt er unter russischer Flagge und hat seinen Namen in "Marinera" geändert. Im vergangenen Monat malte die Crew Berichten zufolge eine russische Flagge auf das Schiff. Das russische Außenministerium hatte am Dienstag erklärt, es beobachte die Verfolgung des Tankers durch die USA "mit Sorge".

Die "M/T Sophia", die in der Karibik beschlagnahmt wurde, unterliege ebenfalls US-Sanktionen, gehöre zur Schattenflotte und habe "illegale Aktivitäten" in der Region vorgenommen, erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Southern Command auf X.

Beide Schiffe hätten "entweder zuletzt in Venezuela angelegt oder waren auf dem Weg dorthin", erklärte US-Heimatschutzministerin Kristi Noem auf X. Dazu teilte sie ein Video, das US-Soldaten beim Abseilen aus einem Hubschrauber auf ein Schiff zeigt.

Die USA hatten Ende Dezember, vor der Gefangennahme des venezolanischen Staatschef Nicolás Maduro, eine Blockade gegen sanktionierte Öltanker verhängt, die Venezuela ansteuern oder verlassen. Zudem beschlagnahmten die USA im Dezember binnen zwei Wochen zwei Öltanker.

Trump hatte der venezolanischen Regierung vor dem Militäreinsatz immer wieder vorgeworfen, den Drogenschmuggel in die USA aktiv zu fördern und damit die Sicherheit der USA und ihrer Bürger zu gefährden. Die venezolanische Regierung warf Trump dagegen vor, es allein auf die riesigen Ölreserven des Landes abgesehen zu haben. Venezuela verfügt über die größten bekannten Erdöl-Vorkommen der Welt.

E.M.Filippelli--PV

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