Pallade Veneta - OSZE stellt nach Forderungen aus Russland und USA Reformen in Aussicht

OSZE stellt nach Forderungen aus Russland und USA Reformen in Aussicht


OSZE stellt nach Forderungen aus Russland und USA Reformen in Aussicht
OSZE stellt nach Forderungen aus Russland und USA Reformen in Aussicht / Foto: GEORG HOCHMUTH - APA/AFP

Nach Forderungen aus Moskau, Minsk und Washington hat die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) am Donnerstag Reformen in Aussicht gestellt. Der Schweizer Außenminister Ignazio Cassis, dessen Land in diesem Jahr den Vorsitz der OSZE innehat, kündigte in Wien vor Journalisten an, "dafür zu sorgen, dass die OSZE relevant bleibt".

Textgröße ändern:

Auf die Frage, was er zu tun gedenke, verwies Cassis auf eine Erklärung, die Belarus und Russland am Morgen abgegeben hatten: "Sie erwarten, dass diese Organisation in der Lage ist, unangenehme Fragen anzugehen, wie etwa die Ursache von Konflikten, und wir prüfen, ob dies möglich ist", sagte Cassis bei einer Pressekonferenz. Er denke, dass dies innerhalb der Organisation möglich sein müsste, fügte er hinzu .

Die OSZE hatte die russische Invasion in der Ukraine sowie die Verurteilung von drei ukrainischen OSZE-Mitarbeitern zu hohen Haftstrafen nach "Scheinprozessen" durch Russland scharf verurteilt. Da sie auf den Konsens ihrer 57 Mitgliedsländer - darunter auch die EU-Staaten und die Ukraine - angewiesen ist, ist die Organisation jedoch praktisch handlungsunfähig.

Im Dezember forderten die USA die OSZE auf, ihr Jahresbudget bis Ende 2026 um mindestens 15 Millionen Euro zu kürzen. Mit Blick auf Russland riefen sie die Organisation zudem dazu auf, "die Akteure, deren Präsenz für den Frieden unerlässlich ist, nicht länger zu marginalisieren".

Die OSZE müsse sich auf "Missionen konzentrieren, die Stabilität und Frieden unterstützen", statt auf "die Umgestaltung des innenpolitischen Lebens", forderte Washington.

Die OSZE wurde 1975 gegründet, um während des Kalten Krieges die Spannungen zwischen Ost und West zu entschärfen. Der Organisation mit Sitz in Wien gehören Staaten aus Europa, Zentralasien und Nordamerika an. Die OSZE beobachtet Wahlen und entsendet Beobachtungsmissionen in Konfliktgebiete.

Cassis hatte im Dezember erklärt, dass die OSZE bei der Sicherung einer Waffenruhe in der Ukraine eine wichtige Rolle spielen könne. Nun bekräftigte er: "Unsere derzeitige Priorität ist klar: Wir wollen, sobald die Umstände es zulassen, zu einem gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine beitragen".

H.Lagomarsino--PV

Empfohlen

UN-Generaldebatte: Reden von Irans Präsident Peseschkian und Selenskyj erwartet

Bei den Vereinten Nationen in New York wird am Mittwoch die Generaldebatte der Staats- und Regierungschefs fortgesetzt (15.00 Uhr MESZ). Als Redner werden unter anderem der iranische Staatschef Massud Peseschkian erwartet sowie der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Den Auftakt macht der syrische Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa.

Marokkaner wählen neues Parlament

Nach einem Wahlkampf mit den zentralen Themen Kaufkraft, Arbeit und soziale Ungleichheit wird in Marokko am Mittwoch ein neues Parlament gewählt. Nach der Wahl der 395 Mitglieder des Repräsentantenhauses kann die stärkste Partei den Regierungschef bestimmen, der von König Mohammed VI. ernannt wird. Der Monarch des nordafrikanischen Landes gibt in strategischen Bereichen den Kurs vor.

Trump gibt neue Gespräche zwischen USA und Iran bekannt - Witkoff "zuversichtlich"

Zwischen Zuckerbrot und Peitsche: US-Präsident Donald Trump hat einen neuen Gesprächsanlauf mit dem Iran bekanntgegeben - nachdem er der Islamischen Republik zuvor erneut mit "Vernichtung" gedroht hatte. Trump sprach am Dienstag in New York von einem "sehr produktiven Treffen". In seiner Rede bei der UN-Generaldebatte hatte er gesagt, der Iran habe die Wahl zwischen "Größe" und "Auslöschung". Am Mittwochvormittag (Ortszeit) soll Irans Präsident Massud Peseschkian vor der UN-Vollversammlung sprechen.

Selenskyj: Kiew zu Ende von Angriffen auf Energieanlagen bereit - bei Zusage aus Moskau

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bereitschaft seines Landes zu einem Ende der Angriffe auf russische Energieanlagen bekräftigt - im Falle einer entsprechenden Zusage aus Moskau hinsichtlich ukrainischer Energieinfrastruktur. "Wir sind zu jeder Art von Energie-Waffenstillstand bereit", falls Moskau zustimme, "unser Energiesystem nicht anzugreifen", sagte Selenskyj am Dienstag vor Journalisten am Rande der UN-Vollversammlung in New York.

Textgröße ändern: