Pallade Veneta - Afghanistan-Einsatz: Pistorius rät Trump zu Entschuldigung

Afghanistan-Einsatz: Pistorius rät Trump zu Entschuldigung


Afghanistan-Einsatz: Pistorius rät Trump zu Entschuldigung
Afghanistan-Einsatz: Pistorius rät Trump zu Entschuldigung / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hat US-Präsident Donald Trump zu einer Entschuldigung wegen der Äußerungen zum Einsatz von Nato-Verbündeten in Afghanistan aufgefordert. "Das wäre ein Zeichen von Anstand und Respekt und auch von Einsicht", sagte Pistorius am Sonntag in der ARD. Trumps Kritik sei angesichts der bei dem Einsatz getöteten Soldaten der Verbündeten "unanständig und respektlos".

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Beim Einsatz in Afghanistan waren 59 Bundeswehr-Soldaten ums Leben gekommen, etwa 500 Soldaten wurden verletzt. "Alle standen da, standen an der Seite der USA", sagte Pistorius in der Sendung "Caren Misoga". "Heute etwas anderes zu behaupten, ist schlicht nicht wahr." Pistorius kündigte an, er wolle dies auch beim nächsten Treffen mit seinem US-Amtskollegen Pete Hegseth ansprechen.

Trump hatte vergangene Woche die Bedeutung der Truppen aus Nato-Partnerstaaten für den Afghanistan-Einsatz nach den Anschlägen vom 11. September 2001 geschmälert. "Sie werden sagen, dass sie einige Truppen nach Afghanistan geschickt haben", sagte er im Sender Fox News über andere Nato-Mitglieder. "Und das haben sie auch, aber sie blieben etwas zurück, etwas abseits der Front." Zugleich wiederholte der US-Präsident seine Behauptung, dass die Nato den USA nicht zu Hilfe kommen würde, falls sie darum gebeten würde.

Pistorius verteidigte in der ARD-Sendung auch die von den USA kritisierte Entsendung von Bundeswehrsoldaten im Rahmen einer Nato-Erkundungsmission nach Grönland: Deutschland habe zusammen mit anderen Nato-Staaten durch den Einsatz unterstrichen, "dass wir uns unserer Verantwortung und unserer Pflicht bewusst sind, auch für die Sicherheit der Arktis einzutreten", sagte der SPD-Minister.

Die zeitweilige Androhung von Strafzöllen durch Trump gegen die europäischen Länder, die Soldaten nach Grönland entsandt hatten, wertete der Bundesverteidigungsminister als Missverständnis auf Seiten der USA: "In der Nato wussten alle Bescheid, das war abgestimmt unter den Nato-Partnern", sagte er. "Dass die Strafzölle (....) zurückgenommen worden sind vom amerikanischen Präsidenten, zeigt ja, dass es offenbar ein Missverständnis in Washington gegeben hat."

S.Urciuoli--PV

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