Pallade Veneta - Kurdische Kräfte und syrische Regierung vereinbaren umfassendes Abkommen

Kurdische Kräfte und syrische Regierung vereinbaren umfassendes Abkommen


Kurdische Kräfte und syrische Regierung vereinbaren umfassendes Abkommen
Kurdische Kräfte und syrische Regierung vereinbaren umfassendes Abkommen / Foto: Delil SOULEIMAN - AFP/Archiv

Nach monatelangem Konflikt und teils heftigen Kämpfen in Syrien haben die kurdisch dominierten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF) und die syrische Regierung eine "umfassende" Vereinbarung getroffen. Die Einigung sehe vor, dass die kurdischen militärischen Einheiten und die zivilen Stellen in die Einrichtungen des syrischen Zentralstaates eingegliedert werden, gaben die SDF und auch das syrische Staatsfernsehen bekannt. Zudem ist dem Abkommen zufolge vorgesehen, dass Regierungstruppen in die bislang kurdisch kontrollierten Städte Hasakeh und Kamischli im Nordosten Syriens einrücken.

Textgröße ändern:

Dem Abkommen zufolge werden syrische Sicherheitskräfte in den bisher kurdisch kontrollierten Gebieten stationiert. Auch werden "die dem Innenministerium unterstellten Streitkräfte in die Stadtzentren von Hasakeh und Kamischli" entsandt. Das Abkommen gilt als schwerer Rückschlag für die Autonomiebestrebungen der Kurden, die zuvor weite Teile im Norden und Nordosten des Landes kontrollierten.

Die Vereinbarung birgt immerhin einen Fortschritt für die kurdischen Kräfte im Vergleich zu früheren Vorschlägen: Die FDS-Einheiten sollen innerhalb der syrischen Armee in einer Division bestehend aus drei Brigaden zusammengefasst werden. Die kurdischen Kräfte aus der für die Kurden hoch symbolischen Stadt Kobane sollen in einer Brigade innerhalb der Armee bleiben.

Im Staatsfernsehen hieß es weiter, dass "der Staat die Kontrolle aller zivilen und Regierungsinstitutionen übernehmen wird, ebenso wie die Grenzübergänge". Die Kurden mit ihrer Verwaltung im Norden und Nordosten Syriens hatten bisher einen Teil der Grenze zur Türkei kontrolliert, die Damaskus unterstützt, sowie Grenzübergänge zum Irak.

Syrische Regierungstruppen hatten zuletzt bei einer militärischen Offensive im Norden und Osten des Landes kurdische Kämpfer aus mehreren von ihnen kontrollierten Gebieten vertrieben, darunter aus der nordsyrischen Großstadt Aleppo und dem östlichen Teil von Deir Essor.

Syriens islamistischer Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa - ein früherer Dschihadist - und SDF-Chef Maslum Abdi hatten kürzlich ein Waffenruheabkommen unterzeichnet. Es war am 24. Januar um 15 Tage verlängert worden und soll nun weiter verlängert werden. Es sieht auch vor, dass der syrische Staat die "Verantwortung" für die islamistischen Gefangenen der IS-Miliz übernehmen soll, die bislang bei den Kurden lag.

Beim Sieg über die Miliz Islamischer Staat (IS) in Syrien 2019 hatten die von den USA unterstützten SDF eine entscheidende Rolle gespielt. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump unterstützt nun die neue islamistische Übergangsregierung von al-Scharaa. Dessen islamistische HTS-Miliz hatte im Dezember 2024 den Sturz des langjährigen Machthabers Baschar al-Assad herbeigeführt.

Der US-Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, begrüßte nun die Einigung zwischen den SDF und der Regierung in Damaskus. Im Onlinedienst X schrieb er, dies sei ein "historischer Markstein", der die gemeinsame Verantwortung für "Einheit, gegenseitigen Respekt und die kollektive Würde aller syrischen Gemeinschaften spiegelt".

Für die kurdische Verwaltung dankte Elham Ahmed auf X den Vermittlern für ihren Einsatz zum Abschluss des Abkommens, insbesondere den USA und Frankreich.

Al-Scharaas Übergangsregierung wird seit Monaten vorgeworfen, die Rechte und die Sicherheit von Minderheiten wie Alawiten, Drusen und Kurden nicht ausreichend zu schützen. Zuletzt waren beim Vorrücken der syrischen Armee in kurdisch kontrollierte Gebiete tausende Zivilisten vertrieben worden.

G.Riotto--PV

Empfohlen

Äußerst selten: Erneute Geburt von Berggorilla-Zwillingen in DR Kongo

Im von bewaffneten Konflikten geplagten Osten der Demokratischen Republik Kongo hat sich zum zweiten Mal binnen weniger Monate eine äußerst seltene Zwillingsgeburt der vom Aussterben bedrohten Berggorillas ereignet. Bei den Zwillingen handle es sich vermutlich um einen männlichen und einen weiblichen Gorilla, erklärte die Leitung des Virunga-Nationalparks am Dienstag. Die Jungtiere stünden unter "enger Beobachtung" der Parkmitarbeiter.

Nach Wahl in Dänemark: Frederiksen erneut mit Regierungsbildung beauftragt

Nach dem ersten Platz ihrer Sozialdemokraten bei der Parlamentswahl in Dänemark ist die bisherige Ministerpräsidentin Mette Frederiksen erneut mit der Regierungsbildung beauftragt worden. König Frederik X. betraute nach Angaben des Palastes Frederiksen am Mittwoch damit, Verhandlungen mit allen Parteien zur Bildung einer neuen Regierung zu führen. Ihre Sozialdemokraten waren bei der Wahl am Dienstag zwar stärkste Kraft geworden, sie erzielten jedoch das schlechteste Wahlergebnis seit mehr als 120 Jahren.

Ehemaliger Google-Manager Matt Brittin wird neuer BBC-Chef

Inmitten eines milliardenschweren Rechtsstreits mit US-Präsident Donald Trump hat die britische Rundfunkanstalt BBC den ehemaligen Google-Manager Matt Brittin zum neuen Generaldirektor ernannt. Er fühle sich geehrt, in einem "Moment echter Risiken, aber auch echter Chancen" die Leitung der BBC zu übernehmen, erklärte der 57-Jährige nach seiner Ernennung am Mittwoch. Sein Vorgänger Tim Davie war im November nach massiver Kritik an der irreführenden Bearbeitung einer Trump-Rede für eine BBC-Fernsehdokumentation zurückgetreten.

Iran weist US-Plan für Ende des Krieges laut Staatsfernsehen zurück

Der Iran hat nach Angaben des staatlichen Fernsehens den von den USA vorgelegten Plan für ein Ende des Krieges zurückgewiesen. Der Krieg höre auf, "wenn der Iran beschließt, ihn zu beenden - und nicht, wenn (US-Präsident Donald) Trump es will", erklärte ein Regierungsvertreter am Mittwoch nach Angaben des Staatssenders Press TV. Der Plan aus Washington war laut pakistanischen Regierungsvertretern über Islamabad an den Iran übermittelt worden. Press TV zufolge stellte Teheran eigene Forderungen auf.

Textgröße ändern: