Pallade Veneta - Mindestens 73 Tote bei Angriffen von Aufständischen im Südwesten Pakistans

Mindestens 73 Tote bei Angriffen von Aufständischen im Südwesten Pakistans


Mindestens 73 Tote bei Angriffen von Aufständischen im Südwesten Pakistans
Mindestens 73 Tote bei Angriffen von Aufständischen im Südwesten Pakistans / Foto: Adnan AHMED - AFP

In der Unruheprovinz Belutschistan im Südwesten Pakistans sind bei Angriffen von Aufständischen nach Behörden-Angaben mindestens 73 Menschen getötet worden. Kämpfer der ethnischen Gruppe der Belutschen hätten am Samstag in der gesamten Provinz "koordinierte Angriffe" verübt, teilten örtliche Sicherheitsbehörden in der Provinzhauptstadt Quetta mit. Dabei seien mindestens zehn Mitglieder der Sicherheitskräfte, fünf Zivilisten und 58 Kämpfer getötet worden.

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Die "koordinierten Schusswaffen- und Selbstmordanschläge" seien in ganz Belutschistan verübt worden, vor allem in den Bezirken Quetta, Pasni, Mastung, Nushki und Gwadar, teilte ein hochrangiger Sicherheitsbeamter der Nachrichtenagentur AFP mit. Insgesamt hätten Angriffe an mehr als zwölf Orten stattgefunden. Auch der stellvertretende Verwaltungschef des Bezirks Nushki entführt worden.

Polizeibeamte in vier Bezirken erklärten gegenüber AFP, dass die Lage noch nicht wieder vollständig unter Kontrolle sei. Das Mobilfunknetz war eingeschränkt, der Zugverkehr wurde in der gesamten Provinz Belutschistan eingestellt.

Ein hochrangiger Armeevertreter in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad bestätigte die Angriffe und erklärte, diese seien "koordiniert, aber schlecht ausgeführt" gewesen. Die Angriffe seien "aufgrund schlechter Planung" und wegen wirksamer Sicherheitsmaßnahmen "gescheitert".

Premierminister Shehbaz Sharif lobte den Einsatz der Sicherheitskräfte, denen es gelungen sei, die "koordinierten Angriffe" an zwölf verschiedenen Orten zu vereiteln. "Gemeinsam mit der gesamten Nation bin ich stolz auf unserer Märtyrer", erklärte Sharif.

Zugleich beschuldigte der pakistanische Regierungschef das benachbarte Indien, die für die Anschläge verantwortlichen Separatisten unterstützt zu haben. "Wir werden den Krieg gegen den Terrorismus fortsetzen, bis er vollständig aus dem Land getilgt ist", kündigte Sharif an.

Ein Sicherheitsbeamter warf wiederum dem Nachbarland Afghanistan vor, die Angreifer unterstützt zu haben: "Während der gesamten Operation standen die Terroristen Berichten zufolge in ständigem Kontakt mit ihren Hintermännern in Afghanistan."

Die Belutschistan-Befreiungsarmee (BLA) bekannte sich in einer an AFP gesendeten Erklärung zu den Angriffen. Die militante Separatistengruppe erklärte, die Angriffe hätten sich gegen militärische Einrichtungen sowie Polizei- und Zivilverwaltungsbeamte gerichtet.

Die rohstoffreiche Provinz Belutschistan an der Grenze zu Afghanistan und dem Iran wird regelmäßig von Gewalt erschüttert. Die Armee geht dort seit Jahrzehnten gegen separatistische Aufständische vor. Erst am Freitag hatte die Armee mitgeteilt, bei zwei Einsätzen in der Provinz 41 Aufständische getötet zu haben.

Die Separatisten haben in den vergangenen Jahren ihre Angriffe aus benachbarten Provinzen verstärkt. Dabei attackieren sie auch ausländische Energieunternehmen, denen sie vorwerfen, die Rohstoffe der Provinz auszubeuten.

Trotz hoher Rohstoffvorkommen ist Belutschistan die ärmste Provinz Pakistans und hinkt bei Bildung, Arbeit und wirtschaftlicher Entwicklung dem Rest des Landes hinterher.

Im vergangenen Jahr hatten belutschische Aufständische in der Nähe der Stadt Sibi einen Zug gestoppt und rund 450 Passagiere als Geiseln genommen. Dutzende Menschen wurden getötet.

A.Rispoli--PV

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