Pallade Veneta - Israel öffnet Grenzübergang Rafah - aber zunächst nur in sehr eingeschränktem Umfang

Israel öffnet Grenzübergang Rafah - aber zunächst nur in sehr eingeschränktem Umfang


Israel öffnet Grenzübergang Rafah - aber zunächst nur in sehr eingeschränktem Umfang
Israel öffnet Grenzübergang Rafah - aber zunächst nur in sehr eingeschränktem Umfang / Foto: SAID KHATIB - AFP/Archiv

Nach fast zwei Jahren der Schließung hat Israel den wichtigen Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten am Sonntag wieder geöffnet - zunächst allerdings in sehr eingeschränktem Umfang. Es handle sich noch um eine "erste Probephase" für die Öffnung des Grenzpostens, die mit der EU abgestimmt sei, erklärte die israelische Behörde Cogat. Vorbereitungen für eine vollständige Wiedereröffnung des Übergangs würden getroffen.

Textgröße ändern:

Cogat teilte zunächst mit, der Grenzübergang sei am Sonntag "nur für den begrenzten Durchgang von Bewohnern" des Gazastreifens freigegeben worden. Später erklärte die für zivile Angelegenheiten in den Palästinensergebieten zuständige Behörde, der Personenverkehr in beide Richtungen über den Grenzübergang werde "voraussichtlich" am Montag beginnen. Damit war offensichtlich ein größerer Grenzverkehr als noch am Sonntag gemeint. Angaben zu erwarteten Hilfslieferungen über Rafah macht Cogat zunächst nicht.

Der von der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde im Gazastreifen zufolge warteten am Sonntag rund 200 medizinische Patienten auf der palästinensischen Seite des Grenzübergangs darauf, das Küstengebiet verlassen zu können. Zudem seien etwa 40 Mitarbeiter der Palästinensischen Autonomiebehörde "auf der ägyptischen Seite des Grenzübergangs eingetroffen, um in den Gazastreifen einzureisen und ihre Arbeit aufzunehmen", erfuhr die Nachrichtenagentur AFP aus palästinensischen Behördenkreisen.

Über die Anzahl der Bewohner des Gazastreifens, denen nun die Ein- oder Ausreise gestattet werden soll, wurde informierten Kreisen zufolge noch keine Vereinbarung getroffen. Demnach plant Ägypten, "alle Palästinenser aufzunehmen, deren Ausreise Israel genehmigt". Der ägyptische Präsident Abdel Fattah al-Sisi und der jordanische König Abdullah II. bekräftigten am Sonntag bei einem Treffen in Kairo ihren "entschlossenen Standpunkt" gegen Versuche, "das palästinensische Volk aus seinem Land zu vertreiben".

Die Öffnung des seit Mai 2024 geschlossenen Grenzübergangs erfolgte laut Cogat als Teil des Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der Hamas. Die Öffnung wird nach Angaben der Behörde von der EU-Zivilmission Eubam Rafah begleitet. Daran dürfen gemäß Bundestagsmandat bis zu 25 deutsche Beamte teilnehmen.

Die Mission war 2005 nach dem vollständigen Rückzug Israels aus dem Gazastreifen eingesetzt worden. Am Grenzübergang Rafah unterstützten Beamte aus EU-Ländern die palästinensischen Behörden bei Personen- und Warenkontrollen. Dabei ging es vor allem auch darum, Waffen-, Sprengstoff- oder Bargeldschmuggel zu verhindern. Nach der Machtübernahme durch die Hamas im Gazastreifen 2007 wurde die zivile Kontrollmission jedoch ausgesetzt.

Rafah ist der einzige Grenzübergang aus dem Gazastreifen, der nicht über Israel führt. Er war früher auch für viele Hilfslieferungen genutzt worden. Die UNO und internationale Hilfsorganisationen hatten schon seit langem eine Wiederöffnung des Grenzübergangs gefordert, allerdings umfassender als nun von Israel angekündigt.

Die Öffnung des Grenzübergangs Rafah erfolgt auf der Grundlage des US-Friedensplans. Israel hatte den Schritt an die Rückgabe der sterblichen Überreste von Ran Gvili geknüpft. Er war die letzte getötete israelische Geisel in der Gewalt der Hamas, die mit ihren brutalem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte. Gvilis Leichnam wurde am 26. Januar nach Israel zurückgebracht.

Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor. Vor der Umsetzung der nächsten Schritte des US-Plans verlangt Israel wie vorgesehen die Entwaffnung der Hamas und die Entmilitarisierung des Gazastreifens.

Am Samstag waren kurz vor der Wiedereröffnung des Grenzübergangs in Rafah bei israelischen Luftangriffen im Gazastreifen Hamas-Angaben zufolge mindestens 32 Menschen getötet worden. Die israelische Armee teilte mit, die Angriffe seien als Reaktion auf "Verstöße der Hamas gegen das Waffenruhe-Abkommen" erfolgt.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) muss derweil den Gazastreifen verlassen, weil sie sich nicht an die Registrierungsregeln für ihre palästinensischen Mitarbeiter gehalten haben soll. Das israelische Ministerium für Diaspora-Angelegenheiten erklärte, die Organisation habe es versäumt, eine Liste aller palästinensischen Mitarbeiter vorzulegen und müsse daher ihre Arbeit im Gazastreifen einstellen.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Merz zur AfD im Osten: Wahlentscheidung nicht getroffen

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich entschlossen gezeigt, der AfD trotz hoher Umfragewerte bei den Wahlen im Osten im September nicht das Feld zu überlassen. "Die Entscheidung ist nicht getroffen", sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Die Wählerinnen und Wähler entschieden in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern im September.

Merz: Nehmen Reformpläne ernst und setzen sie um

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat zugesichert, das vom Koalitionsausschuss erarbeitete Reformpaket entschlossen anzupacken. "Wir haben die Absicht, das, was wir da aufgeschrieben haben, nicht nur ernst zu nehmen, sondern auch umzusetzen", sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". Im Koalitionsausschuss am Mittwoch hätten "ganz grundsätzliche Entscheidungen" getroffen werden müssen. "Und ich finde, wir haben die gut getroffen."

Mordfall Caruana Galizia: Mutmaßlicher Auftraggeber soll 150.000 Euro gezahlt haben

In dem Prozess gegen den mutmaßlichen Auftraggeber zur Ermordung der Enthüllungsjournalistin Daphne Caruana Galizia in Malta hat die Staatsanwaltschaft am Donnerstag ihre Anklage dargelegt. Der Geschäftsmann Yorgen Fenech soll einen Bekannten damit beauftragt haben, Menschen zu finden, die die Journalistin "aus dem Weg räumen", wie die Zeitung "Times of Malta" unter Verweis auf die Anklageschrift berichtete. Der Plattform "Amphora Media" der Stiftung Daphne Caruana Galizia zufolge übergab Fenech über den Mittelsmann 150.000 Euro in bar an die späteren Mörder.

21 Tote bei bislang schwersten russischen Angriffen auf Kiew

Die ukrainische Hauptstadt Kiew ist von den schwersten russischen Angriffen seit Kriegsbeginn getroffen worden: Nach Angaben der Behörden wurden durch den Beschuss in der Nacht zum Donnerstag mindestens 21 Menschen getötet, 85 weitere Menschen wurden verletzt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte Vergeltung an. Moskau seinerseits will indes den "Druck" auf Kiew noch weiter erhöhen.

Textgröße ändern: