Pallade Veneta - Iran begeht 47. Jahrestag der Revolution inmitten großer Spannungen mit den USA

Iran begeht 47. Jahrestag der Revolution inmitten großer Spannungen mit den USA


Iran begeht 47. Jahrestag der Revolution inmitten großer Spannungen mit den USA
Iran begeht 47. Jahrestag der Revolution inmitten großer Spannungen mit den USA / Foto: - - AFP

Am 47. Jahrestag der Islamischen Revolution hat Irans Präsident Massud Peseschkian die unnachgiebige Haltung Teherans im Atomstreit mit den USA bekräftigt. "Unser Land wird ihren überzogenen Forderungen nicht nachgeben", sagte Peseschkian in einer Rede auf dem zentralen Asadi-Platz in Teheran am Mittwoch. Tausende Anhänger der Regierung schwenkten iranische Fahnen. Am Dienstagabend riefen Menschen in Teheran von Balkonen Parolen gegen die Regierung - trotz der brutalen Niederschlagung der jüngsten Protestwelle.

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Die Anhänger der Regierung - darunter viele schwarz verschleierte Frauen - hielten Porträts des geistlichen Oberhaupts Ayatollah Ali Chamenei hoch. Andere zeigten Bilder von US-Präsident Donald Trump mit blutverschmierten Händen und Schilder mit der Aufschrift "Nieder mit den USA", wie auf Fotos von AFP-Fotografen zu sehen war.

Bei den Feierlichkeiten zum Jahrestag wurden auch Attrappen von Raketen auf dem Platz aufgestellt. "Niemand darf unsere Raketen anrühren", erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi, der an der Parade teilnahm, laut einem auf seinem Telegram-Kanal veröffentlichten Video.

Der Iran werde sich der "Aggression nicht beugen" und stattdessen "den Dialog mit unseren Nachbarländern mit aller Kraft fortsetzen, um Frieden und Ruhe in der Region herzustellen", betonte Präsident Peseschkian in seiner Ansprache.

Die USA und der Iran hatten am Freitag in Oman indirekte Gespräche über das iranische Atomprogramm geführt. Es waren die ersten Gespräche, seit die USA im Juni in den zwölftägigen Krieg zwischen Israel und dem Iran eingegriffen und iranische Atomanlagen bombardiert hatten. Westliche Staaten werfen dem Iran seit Jahren vor, nach der Atombombe zu streben - was Teheran bestreitet.

Peseschkian bekräftigte dies erneut und zeigte sich zudem offen für Inspektionen des iranischen Atomprogramms. "Wir streben nicht nach dem Erwerb von Atomwaffen. Wir haben dies wiederholt betont und sind zu jeder Überprüfung bereit", sagte Peseschkian in seiner Ansprache.

US-Präsident Trump hatte erneute Angriffe auf den Iran nicht ausgeschlossen, sollte es nicht zu einer Einigung im Atomstreit kommen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu, der eine härtere Haltung gegenüber Teheran fordert, hielt sich am Mittwoch zu Gesprächen mit Trump in den USA auf. Der Iran hatte am Dienstag erklärt, Israel dürfe sich nicht in die Atomgespräche einmischen.

Am Vorabend des Jahrestages waren in der Hauptstadt Teheran Sprechchöre gegen Chamenei zu hören gewesen. Menschen skandierten am Abend "Tod Chamenei", "Tod dem Diktator" und "Tod der Islamischen Republik" von ihren Balkonen, wie Aufnahmen in Onlinediensten zeigten. In Onlinediensten erklärten Nutzer, die Behörden hätten Sicherheitskräfte entsandt, die "Gott ist der Größte" riefen, um die regierungskritischen Sprechchöre zu übertönen. AFP konnte die Echtheit von drei Videos bestätigen.

Das iranische Nachrichtenportal IranWire berichtete von ähnlichen Rufen in Isfahan im Zentrum des Iran und Schiras im Süden.

Die Sprechchöre ertönten, während die Behörden Feuerwerk zündeten, um den Vorabend des Jahrestages zu begehen. Der Jahrestag selbst wird traditionell mit landesweiten Aufmärschen zur Unterstützung der Machthaber in Teheran gefeiert.

Die Proteste im Iran hatten am 28. Dezember begonnen. Sie entzündeten sich an der schlechten Wirtschaftslage, weiteten sich aber rasch zu einer Massenbewegung gegen die religiöse und politische Führung der Islamischen Republik aus. Ihren Höhepunkt erreichten die Proteste am 8. und 9. Januar.

Die iranische Führung spricht von mehr als 3000 Toten bei den Demonstrationen - ihren Angaben zufolge hauptsächlich Sicherheitskräfte und von "Terroristen" getötete Passanten. Einige Menschenrechtsgruppen gehen von einer weitaus höheren Zahl an Todesopfern aus. Die in den USA ansässige Menschenrechtsorganisation Hrana bestätigte bislang 6984 Todesfälle, zumeist unter den Demonstranten. Zudem seien mindestens 52.623 Menschen festgenommen worden.

H.Lagomarsino--PV

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