Pallade Veneta - Russland und Ukraine werfen sich gegenseitig Angriff auf ein Gefängnis vor

Russland und Ukraine werfen sich gegenseitig Angriff auf ein Gefängnis vor


Russland und Ukraine werfen sich gegenseitig Angriff auf ein Gefängnis vor
Russland und Ukraine werfen sich gegenseitig Angriff auf ein Gefängnis vor / Foto: Handout - Investigative Committee of Russia/AFP

Russland und die Ukraine haben sich am Freitag gegenseitig eines Angriffs auf ein Gefängnis mit mindestens 40 Toten und 75 Verletzten bezichtigt. Für den Angriff auf die Haftanstalt mit ukrainischen Kriegsgefangenen in der Region Donezk sei von ukrainischer Seite ein von den USA gelieferter Himars-Raketenwerfer eingesetzt worden, erklärte das russische Verteidigungsministerium in Moskau. Der ukrainische Außenminister Dmytro Kuleba hingegen warf der russischen Armee ein "entsetzliches Kriegsverbrechen" vor.

Textgröße ändern:

Nach russischen Angaben waren in dem Gefängnis in Oleniwka in der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Region ukrainische Kriegsgefangene inhaftiert, unter ihnen Mitglieder des Asow-Regiments. Das russische Staatsfernsehen zeigte Aufnahmen von verkohlten Baracken. Opfer waren nicht zu sehen.

Über die Zahl der Opfer gab es unterschiedliche Angaben. Der Anführer der pro-russischen Separatisten in Donezk, Denis Puschilin, sprach von 47 Toten. Die Verteidigungseinheiten der selbsternannten "Volksrepublik" gaben die Zahl der Todesopfer mit 53 an.

Die Ukraine wies Russland die Verantwortung zu. Die russische Armee habe die Haftanstalt bombardiert, erklärte Kuleba. Das ukrainische Militär versicherte, sich an das humanitäre Völkerrecht zu halten. Es habe "niemals zivile Infrastruktur beschossen und wird dies auch nicht tun, insbesondere nicht Orte, an denen wahrscheinlich Kriegsgefangene festgehalten werden", erklärte das Militär.

Separatistenführer Puschilin sagte im russischen Staatsfernsehen, zum Zeitpunkt des Angriffs hätten sich 193 Insassen in dem südwestlich von Donezk gelegenen Gefängnis befunden. Unter ihnen waren nach Angaben Moskaus auch Kämpfer des Asow-Regiments, die im Mai nach erbitterten Gefechten um das Asow-Stahlwerk in der Hafenstadt Mariupol in russische Kriegsgefangenschaft geraten waren.

Das Asow-Regiment ist eine ehemals rechtsextreme Einheit, die inzwischen in die ukrainische Nationalgarde integriert wurde. Russland betrachtet das Regiment als neonazistische Organisation.

Das russische Verteidigungsministerium nannte den Angriff auf das Gefängnis in Oleniwka eine "skandalöse Provokation", die darauf abziele, den ukrainischen Soldaten Angst zu machen und sie davon abzuhalten, sich zu ergeben.

Nach den wochenlangen Kämpfen in Mariupol waren insgesamt rund 2500 ukrainische Soldaten in russische Gefangenschaft geraten. Ihnen drohen Prozesse wegen angeblicher Kriegsverbrechen. Mariupol war durch die russischen Angriffe weitgehend zerstört worden. Tausende Zivilisten wurden getötet. Im Moment versucht die russische Armee, die Ost-Ukraine komplett einzunehmen, darunter auch die Region Donezk.

P.Colombo--PV

Empfohlen

Spendenskandal: Politiker von rechtspopulistischer Partei Reform UK zurückgetreten

Zwei hochrangige Vertreter der rechtspopulistischen Partei Reform UK in Großbritannien sind im Zuge eines Spendenskandals zurückgetreten. Der langjährige Vertraute von Parteichef Nigel Farage, Dan Jukes, und der Politikchef der Partei, James Orr, traten am Freitag zurück, wie Reform UK bekanntgab. Die Partei teilte auch mit, dass sie eine interne Untersuchung zu den Vorwürfen gestartet habe, die durch eine Undercover-Recherche des Senders Channel 4 News ans Licht gekommen waren.

Trump: Europäer sollen US-Rüstungshilfen für Ukraine nachträglich bezahlen

US-Präsident Donald Trump verlangt von den Europäern, dass sie nachträglich die von seinem Vorgänger Joe Biden geleisteten US-Rüstungshilfen für die Ukraine bezahlen. In einem Beitrag in seinem Onlinedienst Truth Social schrieb Trump am Freitag: "Hunderte Milliarden Dollar sind der Ukraine und der Nato gegeben worden, gratis, die von Europa bezahlt worden wären - wenn man das nur verlangt hätte, aber wir werden dieses Geld verlangen, auch mit ein bisschen Verspätung."

Anschläge auf Umspannwerke: Polizeieinsätze und Fahndung nach Verdächtigem

Ein Mann soll sich zu den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg bekannt haben - nun wird nach ihm gefahndet. Ein Sprecher der Kölner Polizei bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, dass ein Bekennerschreiben vorliege. "Wir gehen den Hinweisen nach." Am Freitagmittag liefen Polizeieinsätze in Nordrhein-Westfalen, wie eine Sprecherin mitteilte.

BSW-Austritte in Thüringen: Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden. Der Zeitpunkt sei so gewählt worden, um dem BSW "vor der Wahl in Sachsen-Anhalt maximal zu schaden", erklärte Wagenknecht im Online-Dienst X. "Offensichtlich soll der Einzug der einzigen konsequenten Friedenspartei in den Landtag von Sachsen-Anhalt verhindert werden."

Textgröße ändern: