Pallade Veneta - Libyscher General Haftar in USA wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt

Libyscher General Haftar in USA wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt


Libyscher General Haftar in USA wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt
Libyscher General Haftar in USA wegen Menschenrechtsverletzungen verurteilt / Foto: ARIS MESSINIS - AFP/Archiv

Der einflussreiche libysche General Chalifa Haftar ist in den USA wegen Menschenrechtsverletzungen zu Schadensersatzzahlungen an Opferfamilien verurteilt worden. Eine Bundesrichterin befand am Freitag, dass Haftar nicht mit der Justiz kooperiert habe und daher "in Abwesenheit" dazu verurteilt werden könne, den Klägern Schadensersatz zu zahlen. Mehrere libysche Familien hatten den Anführer der selbsternannten Libysche Nationalarmee (LNA) wegen des Todes von Familienangehörigen in Libyen verklagt.

Textgröße ändern:

Haftar habe "einen willkürlichen Krieg gegen die libysche Bevölkerung geführt", erklärten die Kläger. "Er tötete zahlreiche Männer, Frauen und Kinder bei Bombenangriffen und folterte andere Zivilisten." Sie stützten sich bei ihrer Klage auf ein US-Gesetz aus dem Jahr 1991, das es ermöglicht, zivilrechtlich gegen Menschen vorzugehen, die in offizieller Funktion für eine ausländische Nation Folter oder außergerichtliche Hinrichtungen begangen haben.

"Die Justiz hat gewonnen, Haftar wird sich für seine Kriegsverbrechen verantworten müssen", sagte Faisal Gill, einer der Anwälte, die das Verfahren initiiert hatten, in einer Erklärung, die der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Haftar kann noch Berufung gegen die Entscheidung einlegen und es wird weitere Anhörungen geben, um die Höhe der Entschädigungszahlungen zu bestimmen.

Die US-Justiz hatte das Verfahren vorübergehend ausgesetzt, um die in Libyen geplanten Wahlen im Dezember 2021 nicht zu beeinflussen. Die Wahl wurde am Ende nicht abgehalten und das Verfahren fortgesetzt. Haftar hatte versucht, den Prozess zu stoppen und verwies auf eine angebliche Immunität als Staatschef. Der General kontrolliert mit seiner LNA weite Teile im Osten Libyens.

Seit dem Sturz und gewaltsamen Tod des Langzeitherrschers Muammar al-Gaddafi 2011 wird Libyen von Gewalt und Machtkämpfen erschüttert. Seit März kämpfen zwei rivalisierende Regierungen um die Macht. Fathi Baschagha wird als Regierungschef von Haftar und dem Parlament im östlichen Tobruk unterstützt. Abdelhamid Dbeibah steht der 2020 mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft eingesetzten Interims-Regierung im westlichen Tripolis vor.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Spendenskandal: Politiker von rechtspopulistischer Partei Reform UK zurückgetreten

Zwei hochrangige Vertreter der rechtspopulistischen Partei Reform UK in Großbritannien sind im Zuge eines Spendenskandals zurückgetreten. Der langjährige Vertraute von Parteichef Nigel Farage, Dan Jukes, und der Politikchef der Partei, James Orr, traten am Freitag zurück, wie Reform UK bekanntgab. Die Partei teilte auch mit, dass sie eine interne Untersuchung zu den Vorwürfen gestartet habe, die durch eine Undercover-Recherche des Senders Channel 4 News ans Licht gekommen waren.

Trump: Europäer sollen US-Rüstungshilfen für Ukraine nachträglich bezahlen

US-Präsident Donald Trump verlangt von den Europäern, dass sie nachträglich die von seinem Vorgänger Joe Biden geleisteten US-Rüstungshilfen für die Ukraine bezahlen. In einem Beitrag in seinem Onlinedienst Truth Social schrieb Trump am Freitag: "Hunderte Milliarden Dollar sind der Ukraine und der Nato gegeben worden, gratis, die von Europa bezahlt worden wären - wenn man das nur verlangt hätte, aber wir werden dieses Geld verlangen, auch mit ein bisschen Verspätung."

Anschläge auf Umspannwerke: Polizeieinsätze und Fahndung nach Verdächtigem

Ein Mann soll sich zu den Anschlägen auf Umspannwerke in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg bekannt haben - nun wird nach ihm gefahndet. Ein Sprecher der Kölner Polizei bestätigte der Nachrichtenagentur AFP am Freitag, dass ein Bekennerschreiben vorliege. "Wir gehen den Hinweisen nach." Am Freitagmittag liefen Polizeieinsätze in Nordrhein-Westfalen, wie eine Sprecherin mitteilte.

BSW-Austritte in Thüringen: Wagenknecht sieht Manöver vor Wahl in Sachsen-Anhalt

Nach dem Austritt mehrerer Landtagsabgeordneter in Thüringen sieht BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht ein bewusstes Manöver, um ihrer Partei vor den Wahlen in Sachsen-Anhalt zu schaden. Der Zeitpunkt sei so gewählt worden, um dem BSW "vor der Wahl in Sachsen-Anhalt maximal zu schaden", erklärte Wagenknecht im Online-Dienst X. "Offensichtlich soll der Einzug der einzigen konsequenten Friedenspartei in den Landtag von Sachsen-Anhalt verhindert werden."

Textgröße ändern: