Pallade Veneta - Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine

Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine


Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine
Klöckner bekräftigt vor Parlament in Kiew anhaltende Unterstützung für Ukraine / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Angesichts der internationalen Aufmerksamkeit für den Iran-Krieg hat Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (CDU) der Ukraine die anhaltende Unterstützung Deutschlands zugesagt. In einer Rede vor dem ukrainischen Parlament sagte Klöckner am Mittwoch laut dem vorab verbreiteten Redetext, sie wolle den Menschen in dem Russland angegriffenen Land eine Sorge nehmen: "Wir verlieren Sie in der Ukraine nicht aus dem Blick – im Gegenteil!"

Textgröße ändern:

Klöckner hielt als erste Vertreterin Deutschlands eine Rede vor dem ukrainischen Parlament. Der Besuch erfolgte nach Angaben der Bundestags-Pressestelle auf Einladung des ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk.

Klöckner forderte laut Redetext in ihrer Ansprache, russische Kriegsverbrechen zu dokumentieren und zu ahnden. "Das schulden wir den Opfern – und der Zukunft. Denn wo Verbrechen folgenlos bleiben, wächst das nächste Unrecht." Dabei müsse bei der Sicherung von Beweisen auch "an der Front der Wahrheit" gekämpft werden, sagte die Bundestagspräsidentin. Der Kampf gegen Propaganda sei "kein Nebenschauplatz", sondern "Teil der Verteidigung der Demokratie".

Die Bundestagspräsidentin drückte laut Redetext ihren Respekt für das Land aus, das selbst "unter Angriffen handlungsfähig" bleibe - im Staat, in den Kommunen, in den Familien, an der Front, in Krankenhäusern und Schulen. Die Ukraine trete täglich den Beweis dafür an, dass sie "demokratisch ist – und demokratisch bleiben will." "Deutschland sieht das. Und Deutschland bleibt an Ihrer Seite."

Kein Land solle "an Krieg und Teilung zugrunde gehen", betonte Klöckner. "Keine Demokratie darf sich daran gewöhnen, dass ein Nachbarstaat ihr Existenzrecht bestreitet." Die Ukraine werde daher von Deutschland weiter politisch, finanziell, humanitär und militärisch unterstützt.

Zugleich rief Klöckner die Ukraine dazu auf, den eingeschlagenen Reformkurs und den Kampf gegen Korruption fortzusetzen. "Ich kann Sie nur bestärken: Führen Sie diese Debatten, offen und parlamentarisch!"

Die Bundestagspräsidentin würdigte, dass auch die Ukraine Europa angesichts der unsicheren geopolitischen Lage unterstütze. "Europa lernt von der Ukraine – technologisch, organisatorisch, auch in der Resilienz von Gesellschaft und Staat." Das Land habe "unter den Bedingungen dieses Krieges Fähigkeiten aufgebaut, die für die Sicherheit Europas insgesamt relevant sind".

Klöckner sollte nach Angaben der Bundestags-Pressestelle in Kiew auch mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammentreffen. Auch ein Gespräch mit Oppositionsabgeordneten war demnach geplant. Im Mittelpunkt der Gespräche sollten demnach die fortlaufende Unterstützung Deutschlands für die Ukraine, die geopolitische Lage sowie "die Widerstandsfähigkeit des Parlamentarismus in Kriegszeiten" stehen. Geplant waren zudem Ortstermine zur Energie-Infrastruktur, zu den Zerstörungen des Krieges und zum Thema Drohnen.

Ihre Einladung zur Rede vor dem ukrainischen Parlament bezeichnete Klöckner als "eine große Ehre und eine sehr berührende Geste". Dies sei auch "ein starkes Zeichen der Verbundenheit unserer Länder und Parlamente".

P.Colombo--PV

Empfohlen

Iran-Krieg: Beschuss von drei Handelsschiffen am Golf inmitten neuer Angriffswellen

Am zwölften Tag des Iran-Krieges haben sowohl Israel als auch der Iran weitere massive Angriffswellen geflogen. Auch wurden am Mittwoch in der Golfregion wieder Frachtschiffe angegriffen. Angesichts der durch den Krieg in die Höhe geschossenen Öl- und Spritpreise gab die Bundesregierung in Koordination mit der Internationalen Energie-Agentur (IEA) einen Teil der deutschen Ölreserven frei.

Bundesregierung reguliert Preissetzung an Tankstellen und gibt Ölreserven frei

Die Bundesregierung reagiert mit neuen Vorgaben für die Preissetzung an Tankstellen und der Freigabe von Ölreserven auf die stark gestiegenen Spritpriese. Tankstellen dürfen die Preise für Diesel und Benzin künftig nur noch einmal am Tag erhöhen, wie Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) am Mittwoch ankündigte. Preissenkungen dagegen seien jederzeit zulässig. Zudem gebe Deutschland einen Teil seiner Notfallreserven frei und verschärfe die Marktaufsicht.

Teures Kerosin: Fluggesellschaften aus Asien und Australien erhöhen Ticketpreise

Die wegen des Iran-Krieges in die Höhe geschnellten Kerosinpreise veranlassen mehrere Fluggesellschaften aus dem asiatisch-pazifischen Raum, Zuschläge auf die Ticketpreise zu erheben. Air India kündigte eine "schrittweise Ausweitung" des Treibstoffzuschlags für In- und Auslandflüge an. Ähnliche Schritte gibt es auch bei der in Hongkong ansässigen Gesellschaft Cathay Pacific und der australischen Airline Qantas, wie die Unternehmen mitteilten.

ADAC: Spritpreise steigen weiter

Die Preise an Deutschlands Tankstellen sind weiter gestiegen - allerdings langsamer: Im Tagesdurchschnitt kostete Benzin der Sorte Super E10 am Dienstag 2,045 Euro und damit 1,7 Cent mehr als am Montag, wie der ADAC in München mitteilte. Bei Diesel stieg der Preis pro Liter ebenfalls um 1,7 Cent auf 2,188 Euro.

Textgröße ändern: