Pallade Veneta - Drei Journalisten bei israelischem Angriff im Libanon getötet

Drei Journalisten bei israelischem Angriff im Libanon getötet


Drei Journalisten bei israelischem Angriff im Libanon getötet
Drei Journalisten bei israelischem Angriff im Libanon getötet / Foto: Dimitar DILKOFF - AFP

Bei einem israelischen Angriff im Süden des Libanon sind am Samstag drei Journalisten getötet worden, darunter ein bekannter Korrespondent des der Hisbollah-Miliz gehörenden Senders Al-Manar. Nach Angaben der libanesischen Armee sowie der betroffenen Medien traf der Angriff das Fahrzeug der Journalisten in der Region Jezzine. Die israelische Armee bestätigte die Tötung des Al-Manar-Korrespondenten Ali Schoeib und erklärte, dieser habe einer Elite-Einheit der von Israel bekämpften proiranischen Hisbollah-Miliz angehört.

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Schoeib habe "unter dem Deckmantel" eines Journalisten agiert, erklärte die israelische Armee weiter. Demnach "tarnte" er sich als Kriegsberichterstatter im Südlibanon für den Hisbollah-Sender Al-Manar. In Wirklichkeit habe Schoeib "systematisch" die Positionen von israelischen Soldaten im Südlibanon und entlang der Grenze zu Israel an die Hisbollah gemeldet.

Neben Schoeib seien eine Journalistin des Hisbollah-nahen Senders Al-Majadin sowie deren Bruder, ein Kameramann, getötet worden, erklärte die libanesische Armee. Die beiden Sender bestätigten den Tod ihrer Mitarbeiter.

Der libanesische Präsident Joseph Aoun sprach im Onlinedienst X von einem "offensichtlichen Verbrechen, das gegen alle Normen und alle Verträge verstößt, auf deren Grundlage Journalisten im Kriegsfall internationalen Schutz genießen". Einmal mehr verstoße "die israelische Aggression" gegen die Grundregeln des Völkerrechts und des Kriegsrechts, "indem sie Journalisten ins Visier nimmt, die in erster Linie Zivilisten sind, die ihren Beruf ausüben", betonte Aoun.

Libanons Regierungschef Nawaf Salam prangerte "einen eklatanten Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht" an. Die Hisbollah verurteilte die Tötung ihres Reporters. Im Zentrum von Beirut organisierten Journalisten eine Kundgebung.

In der vergangenen Woche waren bereits zwei Journalisten des russischen Senders RT bei einem israelischen Luftangriff verletzt worden. Moskau zufolge handelte es sich dabei nicht um einen Unfall. Zwei Tage zuvor war der Leiter der politischen Programme von Al-Manar, Mohammed Cherri, gemeinsam mit seiner Frau bei einem Angriff auf seine Wohnung in Beirut getötet worden.

Auch der libanesischen Gesundheitssektor ist von den israelischen Angriffen stark betroffen. Seit der Ausweitung des Iran-Kriegs auf den Libanon Anfang März wurden nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums bereits fünf medizinische Mitarbeiter und 46 Rettungskräfte getötet.

Israel setzte am Samstag laut der libanesischen Nachrichtenagentur NNA seine Luftangriffe auf Ortschaften im Südlibanon fort. Die Hisbollah kündigte Angriffe auf israelische Streitkräfte an, die in der Grenzregion vorrücken.

Der Libanon wurde Anfang März in den Iran-Krieg hineingezogen. Damals feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah als Reaktion auf die Tötung des obersten iranischen Führers Ayatollah Ali Chamenei Raketen auf Israel ab. In der Folge griff Israel zahlreiche Ziele im Libanon an und schickte Soldaten über die Grenze. Nach Angaben des israelischen Verteidigungsministers Israel Katz will die Armee im Libanon die Kontrolle über das Gebiet bis zum Fluss Litani übernehmen.

T.Galgano--PV

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