Pallade Veneta - Rechtspopulist Salvini wirbt auf Lampedusa für Anti-Migrationspolitik

Rechtspopulist Salvini wirbt auf Lampedusa für Anti-Migrationspolitik


Rechtspopulist Salvini wirbt auf Lampedusa für Anti-Migrationspolitik
Rechtspopulist Salvini wirbt auf Lampedusa für Anti-Migrationspolitik / Foto: Filippo MONTEFORTE - AFP

Bei einem Wahlkampfbesuch auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa hat der Rechtspopulist Matteo Salvini für seine Anti-Migrationspolitik geworben. "Lampedusa ist das Eingangstor zu Europa, es kann nicht das Flüchtlingslager Europas sein", sagte er am Donnerstag nach einem Besuch im Ankunftszentrum der Insel. Der Chef der rechtsradikalen Lega-Partei hat einen Einreisestopp zum Eckpfeiler seines Programms vor den Neuwahlen am 25. September gemacht.

Textgröße ändern:

"Wer das Recht hat, nach Italien zu kommen, kommt mit dem Flugzeug, nicht mit einem Boot und riskiert sein Leben", sagte Salvini. Er spricht sich dafür aus, dass Flüchtlinge Asylanträge in speziellen Zentren in Nordafrika stellen.

Die Aufnahmeeinrichtungen von Lampedusa sind derzeit völlig überfüllt. Salvini beklagte die Zustände in dem Aufnahmezentrum als "eines zivilisierten Landes nicht würdig". Im Falle eines Wahlsiegs seiner rechten Allianz im nächsten Monat werde das Land "zur Kontrolle und zum Schutz der Grenzen zurückkehren und diejenigen, die wirklich vor dem Krieg fliehen, willkommen heißen".

Die scheidende Regierung unter Ministerpräsident Mario Draghi hatte in der vergangenen Woche angekündigt, drei Mal wöchentlich mit einer Sonderfähre Menschen von Lampedusa nach Sizilien zu bringen, um die Überbelegung zu verringern. Salvini warf daraufhin der Regierung vor, das Problem vor seinem Besuch auf Lampedusa verstecken zu wollen.

Vor der Ankunft Salvinis am Donnerstag beobachteten Reporter der Nachrichtenagentur AFP, wie etwa 200 Migranten an Bord einer Fähre in Richtung Sizilien gingen. Ein Polizist sagte, das Ankunftszentrum werde gereinigt. "Vor zwei Tagen war es dreckig. Und wenn Sie in zwei Tagen wiederkommen, wird es wieder dreckig sein", sagte der Beamte.

Umfragen deuten allerdings daraufhin, dass die Migration den Italienern derzeit weniger Sorgen bereitet als die starke Inflation. Ex-Innenminister Salvini versucht jedoch, mit dem Thema die Umfragewerte seiner Lega zu verbessern.

Die Unterstützung für Salvinis Partei liegt demnach derzeit bei etwa 13 Prozent - und ist damit deutlich geringer als die 23 Prozent Zustimmung für die ultrarechte Partei Fratelli d'Italia von Giorgia Meloni. Die beiden Parteien sind auf dem besten Weg, in einem Bündnis zusammen mit der Forza Italia von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconis das Land zu regieren.

Sollten das rechte Bündnis an die Regierung kommen, wird der Stimmenanteil der beteiligten Parteien Ausschlag gebend dafür sein, welche von ihnen die größte Macht ausübt.

O.Mucciarone--PV

Empfohlen

Milliardenklage gegen die BBC: Trump soll unter Eid aussagen

US-Präsident Donald Trump hat die BBC wegen Verleumdung auf eine Entschädigung in Milliardenhöhe verklagt, doch bisher verweigert er eine Aussage unter Eid - nun hat eine Richterin im Bundesstaat Florida Trump dafür eine Frist bis zum 11. Dezember gesetzt.

Kaputte Welt: Pentagon beschädigt Eisenhower-Globus

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth wünschte sich für sein Büro einen historischen Globus, wie ihn der frühere Präsident Dwight D. Eisenhower als General während des Zweiten Weltkriegs nutzte. Hegseth wollte damit womöglich signalisieren, er habe wie der legendäre Nazi-Bezwinger "Ike" die Welt unter Kontrolle. Doch der Plan schlug fehl: Nach einem Bericht der "Washington Post" (Donnerstagausgabe) ging der Globus beim Transport zu Bruch.

Frankreich: Widerstandskämpferin Berger-Volle mit 105 Jahren gestorben

Die österreichisch-französische Widerstandskämpferin Mélanie Berger-Volle ist im Alter von 105 Jahren gestorben. Die gebürtige Wienerin, die sich während der deutschen Besatzung Frankreichs gegen die Nationalsozialisten engagierte und später der Erinnerungsarbeit widmete, starb im ostfranzösischen Saint-Étienne, wie die Präfektur des Départements Loire am Donnerstag mitteilte. Noch mit 102 Jahren hatte sie die olympische Fackel getragen.

Neue russische Angriffe: Selenskyj beklagt unveränderte Haltung Moskaus zum Krieg

Russland hat nach Einschätzung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj seine Haltung im Krieg auch nach einem neuen diplomatischen Vorstoß nicht geändert. Kurz nach einer neuen Gesprächsrunde zwischen dem US-Sondergesandten Steve Witkoff und Kremlchef Wladimir Putin in St. Petersburg habe Russland "einen gezielten Angriff gestartet", erklärte Selenskyj am Donnerstag. "Das bedeutet, dass es keine wirkliche Änderung in seiner Haltung gegenüber all dem, was geschieht, gegeben hat." Ukrainische Behörden meldeten vier Tote durch russische Angriffe.

Textgröße ändern: