Pallade Veneta - Frankreich: Widerstandskämpferin Berger-Volle mit 105 Jahren gestorben

Frankreich: Widerstandskämpferin Berger-Volle mit 105 Jahren gestorben


Frankreich: Widerstandskämpferin Berger-Volle mit 105 Jahren gestorben
Frankreich: Widerstandskämpferin Berger-Volle mit 105 Jahren gestorben / Foto: ARNAUD FINISTRE - AFP/Archiv

Die österreichisch-französische Widerstandskämpferin Mélanie Berger-Volle ist im Alter von 105 Jahren gestorben. Die gebürtige Wienerin, die sich während der deutschen Besatzung Frankreichs gegen die Nationalsozialisten engagierte und später der Erinnerungsarbeit widmete, starb im ostfranzösischen Saint-Étienne, wie die Präfektur des Départements Loire am Donnerstag mitteilte. Noch mit 102 Jahren hatte sie die olympische Fackel getragen.

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Der Präfekt François-Xavier Bieuville würdigte Berger-Volle als "Symbolfigur des Widerstands und unermüdliche Vermittlerin der Erinnerung".

Die 1921 in eine jüdische Arbeiterfamilie in Wien geborene Aktivistin hatte sich schon als Jugendliche linksradikalen Gruppen angeschlossen. Nach dem Anschluss Österreichs an Nazi-Deutschland 1938 floh sie über Belgien nach Frankreich.

Nach Frankreichs Kriegseintritt sollte sie als Österreicherin interniert werden. Auf dem Weg in ein Lager sprang sie bei Clermont-Ferrand aus dem Zug. Später verteilte sie mit einer trotzkistischen Widerstandsgruppe deutschsprachige Flugblätter für Soldaten der deutschen Besatzungstruppen. Im Januar 1942 wurde sie verhaftet und bei Verhören misshandelt.

Nach 13 Monaten Haft in Toulouse wurde Berger-Volle in ein Gefängnis in Marseille verlegt. Mitstreiter organisierten dort ihre Flucht aus einem Krankenhaus, in dem sie wegen Gelbsucht behandelt wurde. Ein für den Widerstand gewonnener deutscher Soldat half bei der Aktion am 15. Oktober 1943. "Ich bin im Nachthemd entkommen", erzählte sie später.

Nach dem Krieg heiratete sie den früheren Widerstandskämpfer Lucien Volle. Gemeinsam berichteten sie auch in Schulen über den Kampf gegen den Nationalsozialismus. "Wir haben unablässig versucht zu erklären, nicht was wir getan haben, sondern warum", sagte Berger-Volle.

Mit 102 Jahren trug sie 2024 das olympische Feuer für die Spiele in Paris. Sie wollte damit nach eigenen Angaben ein Zeichen für Frauen setzen, die für Gleichberechtigung im Sport gekämpft hatten.

A.Graziadei--PV

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