Pallade Veneta - Brief an Ministerkollegen: Klingbeil fordert weitere Entlastungen

Brief an Ministerkollegen: Klingbeil fordert weitere Entlastungen


Brief an Ministerkollegen: Klingbeil fordert weitere Entlastungen
Brief an Ministerkollegen: Klingbeil fordert weitere Entlastungen / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) macht Druck auf seine Kabinettskollegen, um angesichts steigender Spritpreise weitere Entlastungen umzusetzen. Es sei "absehbar, dass es weitere Maßnahmen brauchen wird, um die steigende Inflation frühzeitig zu dämpfen", schrieb Klingbeil in einem Brief vom Donnerstag, der der Nachrichtenagentur AFP vorlag. Das Schreiben richtet sich an Kanzleramtschef Thorsten Frei und Wirtschaftsministerin Katharina Reiche (beide CDU).

Textgröße ändern:

Klingbeil fordert darin, dem Beispiel Belgiens und Luxemburgs folgend, "einen flexiblen Preisdeckel für Benzin, Diesel und Öl". Er bittet Frei und Reiche jetzt schnell die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen, um "zügig" ein Gesetz auf den Weg zu bringen. Der Minister betont: "Es ist den Bürgerinnen und Bürgern nicht vermittelbar, dass unsere Nachbarn entschlossen gegen Preistreiberei eintreten und wir in Deutschland derartige Möglichkeiten bisher ungenutzt lassen."

Der SPD-Politiker plädiert zudem "für die Einführung einer Übergewinnsteuer, um übermäßige Krisenprofite abzuschöpfen und damit gezielte und rasche Entlastungen zu finanzieren". Er wolle sich dafür weiter auf EU-Ebene engagieren, verspricht Klingbeil. Auch die Bundesregierung solle sich geschlossen dafür einsetzen, dass es zeitnah eine EU-Regelung gibt, mit der dann eine rechtssichere nationale Umsetzung möglich ist.

Die Mittel aus einer Übergewinnsteuer will der Finanzminister für weitere Entlastungen verwenden, mit denen "die hohen Mobilitätskosten der Bürgerinnen und Bürger" gesenkt werden können. Klingbeil schlägt hier unterschiedliche Maßnahmen vor, die schnell umgesetzt werden könnten: eine Ausweitung der Pendlerpauschale, eine Mobilitätsprämie oder eine zeitlich befristete Senkung der Energiesteuer. "Wir brauchen eine schnelle politische Entscheidung, wofür wir die Mittel der Übergewinnsteuer einsetzen wollen."

"Der Staat muss in Krisenzeiten Handlungsfähigkeit beweisen und sich zum Schutz seiner Bürgerinnen und Bürger einsetzen", betont Klingbeil. Er sehe es daher als Pflicht der Bundesregierung an, "auf europäischer Ebene für gemeinsame Maßnahmen zu werben und alles zu tun, um schnellstmöglich die Folgen des Krieges abzufedern".

Unterstützung bekommt der Finanzminister von SPD-Parlamentsgeschäftsführer Dirk Wiese. Klingbeil habe "absolut recht, hier Druck auf unseren Koalitionspartner zu machen", sagte Wiese AFP. "Die Zeit für spürbare Entlastungen bei den Spritpreisen drängt. Viele Menschen, die auf das Auto angewiesen sind, wissen schlicht nicht mehr, wie sie das Tanken bezahlen sollen."

Die Unternehmen ächzten ebenfalls unter den hohen Energiepreisen, gab Wiese zu Bedenken. "Wir brauchen zupackendes Handeln aller in der Bundesregierung. Jetzt."

P.Colombo--PV

Empfohlen

Rubio warnt vor Gebühren für Straße von Hormus als Präzedenfall weltweit

US-Außenminister Marco Rubio hat vor "Chaos" gewarnt, sollte der Iran wie angedroht Gebühren für die Durchfahrt der Straße von Hormus erheben. Würde eine Gebühr für eine internationale Wasserstraße akzeptiert, dann würde sich das auf der ganzen Welt "verbreiten", warnte Rubio am Donnerstag auf einem Treffen des Golf-Kooperationsrates in Bahrain. Er hob hervor, dass internationale Wasserwege keinem Staat gehörten. "Das ist ein grundlegendes Prinzip der heutigen Welt, ohne das die Welt im Chaos versinken würde."

Frankreich bringt zum fünften Mal Öltanker der russischen Schattenflotte auf

Die französische Marine hat im Mittelmeer zum fünften Mal einen aus Russland kommenden Öltanker festgesetzt. "Wir lassen es nicht zu, dass die Schattenflotte die Sanktionen umgeht und den russischen Krieg finanziert", schrieb Frankreichs Präsident Emmanuel Macron am Donnerstag im Onlinedienst X. Er postete dazu ein kurzes Video, auf dem ein Hubschrauber über dem Schiffsdeck zu sehen ist sowie mehrere Soldaten, die mit vorgehaltener Waffe in das Innere des Schiffes eindringen. Das Video ist untermalt mit Musik und dem Text "No, not today, walk away" (Nein, heute nicht, geh weg).

Merz auf Wiederaufbaukonferenz: Wir stehen "Seite an Seite" mit der Ukraine

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat der Ukraine bei der Wiederaufbaukonferenz die anhaltende Unterstützung Europas zugesichert. Im polnischen Danzig sagte Merz am Donnerstag, als Europäer "stehen wir Seite an Seite mit der Ukraine", um die Freiheit auf dem Kontinent zu verteidigen. Er verwies auf die erzielten Fortschritte in den Bereichen Sicherheit, Investitionen und Reformen sowie für die Menschen. Von Russland forderte der Kanzler, Verhandlungen aufzunehmen.

Gutachten: AfD-Verbotsverfahren hätte wahrscheinlich Erfolg

Ein juristisches Gutachten sieht gute Chancen auf ein erfolgreiches AfD-Verbotsverfahren vor dem Bundesverfassungsgericht. Das Gutachten kommt zu dem "eindeutigen Ergebnis, dass die AfD verfassungswidrig ist", sagte am Donnerstag in Berlin Bijan Moini von der Gesellschaft für Freiheitsrechte (GFF). Ein AfD-Verbotsantrag hätte deshalb "nach unserer Einschätzung wahrscheinlich Erfolg". Unter Moinis Leitung erstellte ein achtköpfiges Team innerhalb von 13 Monaten die 1500-seitige Analyse.

Textgröße ändern: