Pallade Veneta - Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen

Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen


Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen
Ausgangssperre in Mykolajiw soll gegen Kollaborateure helfen / Foto: Oleksandr GIMANOV - AFP

In der unter heftigem russischen Beschuss stehenden Stadt Mykolajiw im Süden der Ukraine ist eine Ausgangssperre verhängt worden. Die Ausgangssperre gilt von 23.00 Uhr (22.00 Uhr MESZ) am Freitag bis 05.00 Uhr am Montag und soll bei der Entdeckung russischer Kollaborateure helfen, wie der Gouverneur der Region, Vitali Kim, am Freitag in einer Videobotschaft auf seinem Telegram-Kanal ankündigte. "Wir werden das Notwendige tun, auch in Bezug auf Bürger, die mit der russischen Seite zusammenarbeiten", sagte er.

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"Ehrliche Menschen haben nichts zu befürchten", versicherte Kim. "Tragen Sie Ihre Papiere sicherheitshalber bei sich. Sie können Ihren Hund in der Nähe Ihrer Wohnung ausführen, Kinder dürfen im Hof spielen, aber versuchen Sie, zu Hause zu bleiben."

Kim hatte bereits im Juli eine Prämie von 100 Dollar für Informationen versprochen, die zur Identifizierung von Kollaborateuren führen, welche den Besatzern die Aufmarschorte ukrainischer Truppen verraten oder ihnen helfen, potenzielle Ziele für Bombenangriffe ausfindig zu machen.

In der Nacht zu Freitag hätten russische Truppen Mykolajiw wieder mit Streubomben und schwerer Artillerie bombardiert, teilten ukrainische Behörden mit. Dabei seien 20 Menschen verletzt worden, darunter ein 14-jähriger Junge. Auch weitere Städte und Dörfer im Osten, darunter Nikopol, wurden getroffen, Häuser und eine Tankstelle beschädigt. In der Nacht schlugen zudem mehrere Raketen in der Stadt Saporischschja ein, wo Moskau im größten Atomkraftwerk Europas schwere Waffen lagert.

Auch die zweitgrößte Stadt der Ukraine, Charkiw im Nordosten, geriet erneut unter heftigen Beschuss. Wohnhäuser, Geschäfte, ein Markt und eine Bildungseinrichtung wurden nach ukrainischen Angaben beschädigt.

Unterdessen meldeten die ukrainischen Behörden eine Gegenoffensive aus dem Süden des Landes, wo sie nach eigenen Angaben mehr als 50 zuvor von Russland kontrollierte Dörfer zurückeroberten. Am Donnerstag befreiten ukrainische Streitkräfte nach eigenen Angaben zwei Dörfer in der östlichen Region Donezk, am Freitag ein Dorf bei Charkiw.

Mykolajiw liegt an der Hauptroute nach Odessa, dem größten ukrainischen Hafen am Schwarzen Meer, und ist für Russland ein wichtiges strategisches Ziel. In der vergangenen Woche war die Stadt heftig bombardiert worden, laut dem Bürgermeister Oleksandr Senkewytsch, waren es wahrscheinlich "die stärksten" Angriffes seit Beginn der russischen Invasion am 24. Februar.

T.Galgano--PV

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