Pallade Veneta - Ex-FBI-Direktor Comey wegen mutmaßlicher Bedrohung von Trumps Leben angeklagt

Ex-FBI-Direktor Comey wegen mutmaßlicher Bedrohung von Trumps Leben angeklagt


Ex-FBI-Direktor Comey wegen mutmaßlicher Bedrohung von Trumps Leben angeklagt
Ex-FBI-Direktor Comey wegen mutmaßlicher Bedrohung von Trumps Leben angeklagt / Foto: Brendan Smialowski - AFP/Archiv

Fünf Monate, nachdem eine erste Klage gegen ihn abgewiesen worden war, ist der frühere FBI-Direktor James Comey erneut angeklagt worden. Ihm werde Bedrohung des Lebens von Präsident Donald Trump vorgeworfen, erklärte US-Justizminister Todd Blanche am Dienstag. Comey ist ein prominenter Kritiker von Trump. Der frühere FBI-Direktor bezeichnete sich selbst als "unschuldig". Die oppositionellen Demokraten verurteilten die Anklage als "haltlos".

Textgröße ändern:

Comey hatte im vergangenen Jahr einen mittlerweile gelöschten Beitrag bei Instagram veröffentlicht, der - aus Muscheln gelegt - die Zahlen 86 und 47 zeigt. Trump erklärte daraufhin in einem Interview mit Fox News, dass die Zahl 86 für "töten" stehe und die Zahl 47 darauf hinweise, dass er der 47. Präsident der USA sei. "Das bedeutete Mord, und das kommt laut und deutlich zum Ausdruck", sagte Trump.

Comey hatte damals die Anschuldigungen zurückgewiesen. Er erklärte, er "habe nicht gewusst, dass manche Leute diese Zahlen mit Gewalt in Verbindung bringen". Er sei gegen jegliche Gewalt, fügte er hinzu und löschte den Beitrag.

In der Anklage wird Comey vorgeworfen, die Zahlen 86 und 47 seien "ein ernstzunehmender Ausdruck der Absicht gewesen, dem US-Präsidenten Schaden zuzufügen". Justizminister Blanche zufolge werden dem früheren FBI-Direktor in einem Anklagepunkt die "vorsätzliche Drohung, dem US-Präsidenten das Leben zu nehmen und ihm körperlichen Schaden zuzufügen" und in einem zweiten Anklagepunkt eine bundesstaatenübergreifenden Drohung vorgeworfen. Auf jeden Anklagepunkt steht eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft.

Blanche betonte, "dass die Drohung gegen das Leben irgendeiner Person gefährlich und potenziell strafbar ist". Drohungen gegen das Leben des US-Präsidenten würden "vom Justizministerium niemals toleriert" werden, fügte er hinzu.

Comey wies die Anklage zurück und kündigte an, gegen sie vorzugehen. "Diesmal sind sie zurück mit einem Foto von Muscheln an einem Strand in North Carolina vor einem Jahr, und das wird nicht das Ende sein", sagte er in einer in Onlinediensten veröffentlichten Videobotschaft. "Ich bin immer noch unschuldig, ich habe immer noch keine Angst und ich glaube immer noch an eine unabhängige Bundesjustiz, also los geht's."

Die oppositionellen Demokraten verurteilten das Vorgehen des US-Justizministeriums. Der demokratische Senator Dick Durbin bezeichnete die Anklage gegen Comey in einer Erklärung als "haltlos" und "kleinliche Vergeltung". Es handele sich um einen weiteren Fall eines "als Waffe eingesetzten Justizministeriums, das im Namen eines rachsüchtigen Präsidenten ausschlägt".

Im September war bereits eine erste Klage gegen Comey erhoben worden. Damals lautete der Vorwurf, Comey habe falsche Aussagen vor dem Kongress gemacht und ein Kongressverfahren behindert. Die Klage wurde von einer US-Bundesrichterin abgewiesen.

Trump hat sich insbesondere wegen Comeys Rolle bei den Ermittlungen zu russischer Einflussnahme auf die US-Präsidentschaftswahl 2016 auf den damaligen FBI-Direktor eingeschossen. Der 2013 vom damaligen Präsidenten Barack Obama ernannte Comey hatte 2017 zu der Einflussnahme zu Trumps Gunsten ermittelt und war daraufhin vom Präsidenten entlassen worden.

Anfang des Monats hatte Trump Justizministerin Pam Bondi gefeuert. Er war Medienberichten zufolge unter anderem frustriert, weil die Justizministerin nicht hart genug gegen seine Widersacher vorgegangen sei. Trump hatte sie unter anderem zu Verfahren gegen Comey und die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James animiert. Seit seinem Amtsantritt ist Trump wiederholt gegen Gegner vorgegangen.

Blanche, der nach Bondis Entlassung zum amtierenden Justizminister ernannt wurde, hatte die Ermittlungen gegen die Gegner des Präsidenten nach seinem Amtsantritt verteidigt. "Es stimmt, dass einige von ihnen Männer, Frauen und Einrichtungen betreffen, mit denen der Präsident in der Vergangenheit Probleme hatte und von denen er glaubt, dass gegen sie ermittelt werden sollte", sagte er bei seiner ersten Pressekonferenz als Justizminister Anfang April. "Das ist sein Recht, und tatsächlich ist es seine Pflicht, dies zu tun."

Ebenfalls am Dienstag entschied ein US-Richter, dass Comeys Tochter Maureen Comey eine Klage gegen die Trump-Regierung trotz Einwänden aus Washington fortführen kann. Die ehemalige Bundesstaatsanwältin macht geltend, dass ihre Entlassung eine Woche nach der Bekanntgabe einer strafrechtlichen Untersuchung gegen ihren Vater politisch motiviert gewesen sei.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Mali: Dschihadisten rufen zu "gemeinsamer Front" gegen Militärjunta auf

In den seit Tagen anhaltenden Angriffen von Dschihadisten und Tuareg-Rebellen auf Positionen der Militärjunta in Mali hat die mit dem Terrornetzwerk Al-Kaida verbündete islamistische Gruppe JNIM zur Bildung einer breiten "gemeinsamen Front" gegen die Machthaber in Bamako aufgerufen. "Wir rufen alle aufrichtigen Patrioten, ohne jegliche Unterscheidung, dazu auf, sich zu erheben und unsere Kräfte in einer gemeinsamen Front zu vereinen", erklärten die Dschihadisten am Donnerstag. Zuvor hatten die Dschihadisten Sicherheitskreisen zufolge mit einer Blockade der Hauptstadt Bamako begonnen.

Streit über Iran-Krieg: Trump erwägt auch Truppenabzug aus Spanien und Italien

Vor dem Hintergrund des Streits um das Vorgehen der USA im Iran-Krieg hat US-Präsident Donald Trump nach Deutschland auch Spanien und Italien mit einem Abzug von US-Truppen gedroht. "Das werde ich wahrscheinlich tun, warum sollte ich es auch nicht tun?", sagte Trump am Donnerstag im Oval Office auf eine Journalistenfrage nach einem möglichen Truppenabzug aus den beiden Ländern. "Italien war uns überhaupt keine Hilfe, und Spanien war schrecklich, absolut schrecklich", fügte er hinzu.

Bundeslandwirtschaftsminister Rainer will staatliche Lebensmittelreserve ausbauen

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) hat Pläne zur Nachrüstung der staatlichen Lebensmittelversorgung für den Notfall bekanntgegeben. "Neben den klassischen Reserven wollen wir künftig auch mehr sofort verfügbare Lebensmittel einbeziehen, also Konserven, die im Ernstfall direkt genutzt werden können", sagte Rainer den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Trump lehnt Tragen von schusssicherer Weste aus ästhetischen Bedenken ab

US-Präsident Donald Trump will trotz mehrerer mutmaßlicher Mordanschläge auf ihn keine schusssichere Weste tragen - aus ästhetischen Bedenken. "Ich weiß nicht, ob ich es aushalte, 20 Pfund schwerer auszusehen", sagte Trump am Donnerstag vor Journalisten in Washington. US-Medienberichten zufolge war die Maßnahme nach den Schüssen am Rande einer Gala-Veranstaltung mit Trump in Washington am vergangenen Samstag in Erwägung gezogen worden.

Textgröße ändern: