Pallade Veneta - US-Truppenabzug: Söder fordert mehr Einsatz von Bundesregierung

US-Truppenabzug: Söder fordert mehr Einsatz von Bundesregierung


US-Truppenabzug: Söder fordert mehr Einsatz von Bundesregierung
US-Truppenabzug: Söder fordert mehr Einsatz von Bundesregierung / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

Nach der Ankündigung eines Abzugs von US-Soldaten aus Deutschland hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) mehr Einsatz von der Bundesregierung dagegen gefordert. Er appelliere an Berlin, "nicht nur achselzuckend das zur Kenntnis zu nehmen", sagte Söder am Dienstag in Brüssel nach einem Treffen mit dem Fraktionsvorsitzenden der Europäischen Volkspartei im Europaparlament, Manfred Weber (CSU).

Textgröße ändern:

Sowohl ein möglicher Truppenabzug als auch der mögliche US-Verzicht auf die Stationierung von Marschflugkörpern in Deutschland seien "ärgerlich und gefährlich". Bayern befürchtet, dass vor allem aus dem Freistaat US-Soldaten abgezogen werden könnten. Es sei "zwingend erforderlich, dass die Bundesregierung sich bemüht, die Probleme zu lösen", sagte Söder.

Er sah dabei an erster Stelle das Bundesverteidigungsministerium in der Verantwortung zu klären, wie die Pläne aussähen und ob es andere Optionen gebe. "Wir haben ja häufig erlebt von amerikanischer Seite, dass die Ankündigung schneller ist als die Umsetzung und dass auch die Dimension von Ankündigungen sich verändern kann", führte Söder aus.

Erst einmal seien "Verlässlichkeit und Planbarkeit" wichtig und zweitens der Umgang mit dem möglichen Truppenabzug, ob andere Angebote gemacht werden könnten. Er schlug vor zu überlegen, ob die Bundeswehr "die ein oder andere Standortentscheidung" in der Zukunft "nachschärfen und vertiefen" könne.

Die Probleme seien teilweise in Berlin entstanden, sagte Söder. "Also müssen sie auch dort gelöst werden und im Zweifelsfall Alternativen für betroffene Regionen erdacht werden." Diese könnten nicht einfach allein gelassen werden. "Deswegen ist Achselzucken, Schulterzucken irgendwie zu wenig und ein bisschen Einsatz gefragt".

Er sehe "nicht irgendeine Verantwortung irgendwo, aber nur den Wunsch, dass man sich halt engagiert", ergänzte der CSU-Chef. Eine "zentrale Stärke" sei, dass Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) "einen exklusiven Draht zu Amerika hat - und das sollte auch in Zukunft so bleiben".

Die USA hatten in der vergangenen Woche angekündigt, innerhalb eines Jahres 5000 Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Zudem wollen die USA nicht wie eigentlich geplant ab diesem Jahr Mittelstreckenmarschflugkörper zur Abwehr gegen russische Angriffe in Deutschland stationieren.

M.Romero--PV

Empfohlen

Dobrindt will "Migrationswende" vorantreiben und Zivilschutz stärken

Eine schärfere Abschiebepolitik, eine Stärkung des Zivilschutzes und die Reform der Nachrichtendienste: Noch in diesem Jahr will Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) weitere Vorhaben in den Bereichen Migrations- und Sicherheitspolitik umsetzen. Während er ein Jahr nach dem Antritt der schwarz-roten Bundesregierung eine positive Bilanz seiner Arbeit zog, stellte die Flüchtlingsorganisation Pro Asyl dem Minister ein schlechtes Zwischenzeugnis aus.

Syrischer Bürgerkriegsmilizionär in Thüringen zu Bewährungsstrafe verurteilt

Das Thüringer Oberlandesgericht hat ein früheres Mitglied einer Miliz in Syrien am Dienstag zu einer Bewährungsstrafe von einem halben Jahr und einer Woche verurteilt. Nach Angaben eines Sprechers floss eine frühere Strafe mit ein. Das Gericht sprach den Mann demnach der Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung schuldig, wendete allerdings eine sogenannte Mitläuferklausel an.

Protesttag: Verbände warnen vor Einschnitten für Menschen mit Behinderungen

Zum Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderungen haben Verbände eindringlich vor Kürzungen und Einschnitten für die Betroffenen gewarnt. Mit Blick auf geplante Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Eingliederungshilfe beklagte der Paritätische Gesamtverband am Dienstag, die Teilhaberechte von Menschen mit Behinderungen seien "noch immer nicht ausreichend anerkannt". Die Berufsbildungswerke forderten von der Regierung ein "klares Bekenntnis zur Sicherung der Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe".

Spahn als Chef der Unionsfraktion bestätigt - 86,5 Prozent für CDU-Politiker

Der CDU-Politiker Jens Spahn steht weiter an der Spitze der Unionsfraktion. Spahn wurde am Dienstag mit 86,5 Prozent für die verbleibenden drei Jahre der Legislatur im Amt des Fraktionsvorsitzenden bestätigt, wie aus Fraktionskreisen verlautete. Spahn dankte demnach den Abgeordneten für den Vertrauensbeweis. Ziel sei, dass die Fraktion ein Stabilitätsanker bleibe, man habe noch viel vor.

Textgröße ändern: