Pallade Veneta - Kiew und Moskau werfen sich Waffenruhe-Verstöße vor - Putin spricht über mögliches Kriegsende

Kiew und Moskau werfen sich Waffenruhe-Verstöße vor - Putin spricht über mögliches Kriegsende


Kiew und Moskau werfen sich Waffenruhe-Verstöße vor - Putin spricht über mögliches Kriegsende
Kiew und Moskau werfen sich Waffenruhe-Verstöße vor - Putin spricht über mögliches Kriegsende / Foto: Alexander NEMENOV - POOL/AFP

Russland und die Ukraine haben sich gegenseitig Verstöße gegen die derzeit geltende Waffenruhe vorgeworfen. Sowohl Kiew als auch Moskau meldeten am Samstag Angriffe der Gegenseite. Kreml-Chef Wladimir Putin äußerte sich nach der Militärparade zum Gedenken an das Ende des Zweiten Weltkriegs in Moskau über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. Der Konflikt "neigt sich dem Ende zu", sagte der russische Staatschef. Zugleich prangerte er die Unterstützung des Westens für die Ukraine an.

Textgröße ändern:

Die traditionelle Militärparade in Moskau wurde in deutlich bescheidenerem Umfang abgehalten als in den vergangenen Jahren. Zum ersten Mal seit fast 20 Jahren fuhren keine Panzer oder anderes schweres militärisches Gerät auf. In seiner Rede vor mehreren hundert Soldaten verglich Putin den Kampf gegen die Ukraine mit dem damaligen Krieg gegen Nazi-Deutschland.

Der heutige Gegner seien "aggressive", "von der gesamten Nato" unterstützte Streitkräfte, sagte der Kreml-Chef. Die "große Leistung" der Roten Armee inspiriere die heutigen Soldaten bei ihrem Einsatz in der Ukraine. Er sei "zutiefst überzeugt, das unsere Sache gerecht ist", fügte der russische Staatschef hinzu. "Der Sieg war unser und er wird es immer sein", betonte Putin.

Nach der Parade spekulierte der Kreml-Chef über ein mögliches Ende des Ukraine-Kriegs. Er übte scharfe Kritik an der Unterstützung westlicher Länder für die Ukraine. "Sie haben damit begonnen, die Konfrontation mit Russland zu verschärfen, die bis heute andauert", sagte er zu Journalisten. "Ich denke, es (der Konflikt) neigt sich dem Ende zu, aber es ist nach wie vor eine ernste Angelegenheit."

Zu einem Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in einem Drittland sei er erst bereit, wenn alle Bedingungen für ein mögliches Friedensabkommen geklärt seien, fügte Putin hinzu.

Nach zwei gescheiterten Versuchen in dieser Woche trat am Samstag eine dreitägige Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland in Kraft. US-Präsident Donald Trump hatte die Feuerpause am Freitagabend verkündet. Zudem sei der Austausch von jeweils tausend Kriegsgefangenen geplant, sagte Trump. Er hoffe, dies sei "der Anfang vom Ende eines sehr langen, tödlichen und hart geführten Krieges", erklärte der US-Präsident in seinem Onlinedienst Truth Social.

Kiew und Moskau beschuldigten sich am Samstag jedoch gegenseitig, die Waffenruhe gebrochen zu haben. Der ukrainische Generalstab teilte mit, seit Beginn des Tages seien 51 russische Angriffe verzeichnet worden. Die ukrainische Luftwaffe sprach von 44 russischen Drohnenangriffen seit Freitagabend. Dies war die geringste Zahl seit Monaten. Bei Drohnenangriffen in der Region Saporischschja wurden nach Behördenangaben zwei Zivilisten getötet und drei weitere verletzt.

Das russische Verteidigungsministerium erklärte, ukrainische Kräfte hätten russische Stellungen mit Drohnen und Artillerie angegriffen. In der russischen Grenzregion Belgorod meldete Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow drei Verletzte bei einem ukrainischen Drohnenangriff. Putin beklagte am Abend außerdem, dass Kiew noch keinen Vorschlag bezüglich des Gefangenenaustauschs vorgelegt habe.

Russlands Konflikt mit der Ukraine dauert mittlerweile seit mehr als vier Jahren an. Mit bereits hunderttausenden Toten ist es der blutigste Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg.

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine über eine Beendigung des Konflikts lagen seit dem letzten Treffen im März auf Eis. Die USA, die in den Gesprächen vermittelt hatten, konzentrieren sich momentan auf den Konflikt mit dem Iran. Am Donnerstag fanden in Florida jedoch erstmals seit Ende März wieder Gespräche zwischen ukrainischen und US-Gesandten statt. Selenskyj rechnet nach eigenen Angaben mit einem Gegenbesuch der US-Verhandler in den kommenden Wochen.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (CDU) kündigte unterdessen eine neue Verhandlungsinitiative Europas an. "Wir sind bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen und sind darüber mit den USA und der Ukraine im Gespräch", sagte Wadephul der "Welt am Sonntag". "Im E3-Format mit Frankreich und Großbritannien unternehmen wir einen neuen Anlauf, wieder in Verhandlungen hineinzukommen – mit einer größeren Rolle Europas in den nächsten Wochen und Monaten."

B.Fortunato--PV

Empfohlen

Chilenin Bachelet zieht Kandidatur als UN-Generalsekretärin zurück

Im Rennen um die Nachfolge von UN-Generalsekretär António Guterres hat die ehemalige chilenische Präsidentin Michelle Bachelet ihre Kandidatur zurückgezogen. "Einige mögen glauben, dass es nicht der richtige Zeitpunkt war für eine Kandidatur, wie ich sie vertreten wollte", sagte die 74-Jährige, die vor einigen Wochen bei einer Probeabstimmung auf dem vorletzten Platz gelandet war, am Samstag (Ortszeit) in einem Onlinevideo. Sie bedauere aber nicht, sich dieser "großen Herausforderung" gestellt zu haben.

Letzter Tag der Parlamentswahl in Russland: Zwei Tote bei Drohnenangriffen in Moskau

Am dritten und letzten Tag der Parlamentswahl in Russland sind bei Angriffen mit hunderten Drohnen nach Behördenangaben zwei Menschen getötet und eine große Raffinerie bei Moskau getroffen worden. Der Gouverneur der Hauptstadtregion, Andrej Worobjow, teilte am Sonntag mit, eine 44-jährige Frau und ein älterer Mann seien bei Angriffen an zwei verschiedenen Orten getötet worden. Eine Drohne habe zudem ein Feuer in einem 21-stöckigen Gebäude ausgelöst, 400 Menschen seien evakuiert worden.

Wahllokale geöffnet: Abgeordnetenhauswahl in Berlin hat begonnen

In Berlin hat die Abgeordnetenhauswahl begonnen. Die Wahllokale öffneten am Sonntag um 08.00 Uhr. Rund zweieinhalb Millionen Menschen sind in der Bundeshauptstadt bis 18.00 Uhr dazu aufgerufen, ein neues Landesparlament zu wählen. Die Umfragen sagen ein enges Rennen zwischen der regierenden CDU und der oppositionellen Linken voraus.

Wahllokale geöffnet: Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat begonnen

In Mecklenburg-Vorpommern hat die Landtagswahl begonnen. Um 08.00 Uhr öffneten am Sonntag die Wahllokale. Rund 1,3 Millionen Wahlberechtigte sind bis 18.00 Uhr zur Stimmabgabe aufgerufen. Für die Sozialdemokraten kämpft Ministerpräsidentin Manuela Schwesig darum, weiterregieren zu können. In einer der jüngsten Umfragen, in denen die SPD 33 bis 37 Prozent erreichte, setzte sich die Partei zuletzt vor die AfD, die ansonsten vorn lag.

Textgröße ändern: