Pallade Veneta - Verdi kritisiert Lindners Entlastungspläne und pocht auf Übergewinnsteuer

Verdi kritisiert Lindners Entlastungspläne und pocht auf Übergewinnsteuer


Verdi kritisiert Lindners Entlastungspläne und pocht auf Übergewinnsteuer
Verdi kritisiert Lindners Entlastungspläne und pocht auf Übergewinnsteuer / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Die Debatte über die Pläne von Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) zur Entlastung der Bürger hält unvermindert an. Der Chef der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi, Frank Werneke, kritisierte die Pläne in der Düsseldorfer "Rheinischen Post" vom Freitag und forderte stattdessen einen höheren Spitzensteuersatz und eine Übergewinnsteuer für Konzerne.

Textgröße ändern:

"Von den Steuerplänen Christian Lindners würden in allererster Linie diejenigen profitieren, die hohe Einkommen beziehen und vom Spitzensteuersatz betroffen sind", sagte Werneke. "Diejenigen, die auch jeden Tag hart arbeiten, aber eher niedrige Einkommen beziehen und derzeit am meisten unter der Preissteigerung leiden, würden kaum profitieren - das ist krass ungerecht."

Lindners Pläne würden gleichzeitig zu "erheblichen dauerhaften Einnahmeausfällen des Staates" führen, sagte der Verdi-Chef. "Das schwächt die öffentliche Daseinsvorsorge. Notwendig ist das Gegenteil. Deshalb fordern wir als Verdi ein umfassendes Steuerkonzept, in dem Veränderungen am Einkommensteuertarif durch eine Erhöhung des Spitzensteuersatzes und eine Übergewinnsteuer ausgeglichen werden."

Das Bundesfinanzministerium bekräftigte aber seine Ablehnung einer Übergewinnsteuer, von der Unternehmen betroffen wären, die ohne eigene Leistung von der derzeitigen Energiekrise profitieren.

"Ich verstehe sehr gut, dass hohe Gewinne angesichts der steigenden Energiepreise als unfair empfunden werden", sagte der parlamentarische Staatssekretär im Finanzministerium, Florian Toncar (FDP), der "Rheinischen Post". "Allerdings wären höhere Steuern für die Unternehmen da nur ein Trostpflaster, das den Verbraucherinnen und Verbrauchern wenig hilft oder im schlimmsten Fall sogar die Preise noch weiter nach oben treibt."

"Im Vordergrund muss stehen, wieder niedrigere Preise zu bekommen", sagte Toncar. "Hier müssen wir ansetzen, durch bessere Regulierung des Strommarktes oder durch einen weiteren Einsatz von Kernenergie, um Gas komplett zu ersetzen und aus der Preisbildung für Strom rauszuhalten." Davon hätten alle Menschen etwas. "Willkürliche Eingriffe ins Steuerrecht schaden dagegen mehr als sie nutzen", sagte der Staatssekretär.

A.Tucciarone--PV

Empfohlen

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten sprechen über Machtoptionen

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten der Parteien zu möglichen Machtoptionen geäußert. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sagte am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin", er wolle "idealerweise das Land aus der Mitte heraus führen". Er bekräftigte, weder mit der Linkspartei noch mit der AfD eine Koalition bilden zu wollen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund betonte erneut, dass er nur mit absoluter Mehrheit regieren wolle.

Weitere Abgeordnete wollen Thüringer BSW-Fraktion verlassen

Weitere Abgeordnete wollen die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag verlassen. Voraussichtlich neun Mitglieder werden aus Fraktion und Partei austreten, wie AFP am Freitag aus Parteikreisen erfuhr. Bereits vor wenigen Tagen hatten mehrere Abgeordnete ihren Austritt erklärt, nachdem der Konflikt zwischen der Bundesspitze des BSW und dem Thüringer BSW-Landesverband um die Regierungsbeteiligung im Freistaat eskaliert war. Für den Vormittag war eine Pressekonferenz angekündigt.

Trump zieht nach Blockade von Briefwahleinschränkungen vor Oberstes Gericht

US-Präsident Donald Trump sucht erneut Hilfe beim Obersten Gerichtshof: Nach der Blockade seiner Pläne zur erschwerten Briefwahl durch ein Bundesgericht hat Trump den Supreme Court angerufen. Mit einem am Donnerstag eingereichten Eilantrag will die US-Regierung die Umsetzung eines Dekrets erwirken, mit dem die Briefwahl zwei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress strenger geregelt werden soll. Damit spitzt sich der Rechtsstreit wenige Tage vor dem Versand der ersten Briefwahlunterlagen an die Wähler in einigen Bundesstaaten zu.

CDU-Politiker Müller wegen Spekulierens über Regierungsauftrag für AfD in der Kritik

Unions-Fraktionsvize Sepp Müller hat mit Äußerungen für scharfe Kritik gesorgt, er sehe auch ohne eigene Mehrheit einen Regierungsauftrag für die AfD in Sachsen-Anhalt. "Sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann hat Ulrich Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag", sagte Müller am Donnerstagabend in einem Podcast des Portals Politico. Die Grünen forderten CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz deswegen zum Eingreifen auf.

Textgröße ändern: