Pallade Veneta - Gericht: Anspruch auf Assistenzhund bei Posttraumatischer Belastungsstörung

Gericht: Anspruch auf Assistenzhund bei Posttraumatischer Belastungsstörung


Gericht: Anspruch auf Assistenzhund bei Posttraumatischer Belastungsstörung
Gericht: Anspruch auf Assistenzhund bei Posttraumatischer Belastungsstörung / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

Wer unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) leidet, hat einem Gerichtsbeschluss zufolge unter Umständen Anspruch auf einen ausgebildeten Assistenzhund. Das entschied das Landessozialgericht Sachsen-Anhalt im Eilverfahren, wie das Gericht am Mittwoch in Halle mitteilte.

Textgröße ändern:

Geklagt hatte eine mittlerweile 27 Jahre alte Studentin, die als Kind Opfer von häuslicher sexueller Gewalt und Vernachlässigung wurde. Laut Gericht leidet sie unter einer Belastungsstörung und weiteren psychischen Beeinträchtigungen, was sich in sozialem Rückzug, Antriebslosigkeit, Überforderung mit alltäglichen Aufgaben und Panikattacken vor allem bei der Begegnung mit Männern äußert.

Da Ärzte der Frau bescheinigten, dass ein Assistenzhund ihr dabei helfen würde, sich am sozialen Leben zu beteiligen, kaufte sie sich einen geeigneten Welpen und beantragte die Übernahme der Kosten einer entsprechenden Hundeausbildung. Diese lagen bei insgesamt 8350 Euro für 40 Stunden Grundausbildung und 60 Stunden Spezialausbildung.

Die zuständige Stadtverwaltung, die im Auftrag des Landes zu entscheiden hatte, lehnte diesen Antrag jedoch mit der Begründung ab, ein Assistenzhund gehöre nicht zu den anerkannten Leistungen zur sozialen Teilhabe. Daraufhin entschied das Sozialgericht Halle 2023, dass das Land vorläufig die Kosten der Grundausbildung übernehmen muss.

Nachdem die Grundausbildung abgeschlossen war, beantragte die Studentin die Finanzierung der Spezialausbildung. Dies lehnte das Land erneut ab, woraufhin die Antragstellerin wieder gerichtlichen Eilrechtsschutz suchte. Das Sozialgericht Halle erließ abermals eine einstweilige Anordnung an das Land und verpflichtete es vorläufig, der Frau rund 4000 Euro für die Spezialausbildung zu gewähren.

Das Landessozialgericht folgte in seinem Beschluss vom 9. März weitgehend der Argumentation des Sozialgerichts Halle. Die Antragstellerin könne nicht auf die Leistungen anderer Träger verwiesen werden, hieß es zur Begründung. Als Mensch mit Behinderung habe sie einen Anspruch auf Leistungen der sozialen Teilhabe, und ein PTBS-Assistenzhund sei ein Hilfsmittel zur sozialen Teilhabe im Sinn des Gesetzes. Die Kosten der Spezialausbildung seien als ein Bestandteil des Hilfsmittels anzusehen.

F.Dodaro--PV

Empfohlen

Trotz Waffenruhe: Libanesische Medien melden fünf Tote bei neuen israelischen Angriffen

Trotz der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz hat die israelische Armee nach Angaben aus Beirut neue Luftangriffe auf Ziele im Süden des Libanon geflogen. Fünf Menschen seien dabei getötet worden, meldete die staatliche libanesische Nachrichtenagentur NNA. Israel griff demnach am frühen Samstagmorgen mehr als ein Dutzend Orte im Süden des Libanon an.

Iran-Verhandlungen: Trumps Sondergesandter Witkoff reist laut US-Medien in die Schweiz

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff reist einem Medienbericht zufolge im Zusammenhang mit den geplanten Verhandlungen mit den Iran in die Schweiz. Witkoff sei am Freitag aufgebrochen, berichtete das Nachrichtenportal "Axios" unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten US-Beamten. Ob sich der Unterhändler von US-Präsident Donald Trump dort mit iranischen Vertretern treffen wird, war zunächst unklar.

Bauministerin Hubertz sieht Berliner Enteignungspläne für Immobilienfirmen kritisch

Bundesbauministerin Verena Hubertz (SPD) hat sich gegen Pläne in Berlin gestellt, die Wohnungsbestände großer privater Immobilienunternehmen zu vergesellschaften. "Vergesellschaftungen schaffen keinen neuen Wohnraum. Investitionen schaffen neuen Wohnraum", sagte Hubertz dem "Tagesspiegel" (Samstagsausgabe). Das Thema treibe gerade "viele Menschen aus der Bau- und Immobilienwirtschaft um".

Washington: Blauer Anstrich des von Trump renovierten Wasserbeckens blättert bereits

Abblätternde blaue Farbe und hartnäckige Algen: Im kürzlich von US-Präsident Donald Trump renovierten Wasserbecken am Lincoln-Denkmal in Washington hat das Wasser dank abgeplatzter Farbpartikel und Algen eine sumpfig-grüne Färbung angenommen, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP am Freitag (Ortszeit) beobachtete. Über die gesamte Fläche des 610 Meter langen Beckens waren demnach im Wasser schwimmende blaue Farbpartikel zu sehen, während Arbeiter versuchten, die Farbreste zusammen mit Algen aus dem Becken zu entfernen.

Textgröße ändern: