Pallade Veneta - Faeser verspricht afghanischen verbliebenen Ortskräften Ausreise-Möglichkeit

Faeser verspricht afghanischen verbliebenen Ortskräften Ausreise-Möglichkeit


Faeser verspricht afghanischen  verbliebenen Ortskräften Ausreise-Möglichkeit
Faeser verspricht afghanischen verbliebenen Ortskräften Ausreise-Möglichkeit / Foto: Javed TANVEER - AFP

Zum Jahrestag der Machtübernahme der radikalislamischen Taliban in Afghanistan hat Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) allen noch in Afghanistan befindlichen ehemaligen Ortskräften eine Möglichkeit zur Ausreise nach Deutschland versprochen. "Wir lassen sie nicht zurück", sagte Faeser der "Bild am Sonntag". Die Grünen forderten von der Ministerin schnelle Hilfe für die Ortskräfte der Bundeswehr und anderer deutscher Stellen. Die FDP wiederum verlangte die Aufklärung der Vorgänge vom vergangenen Jahr.

Textgröße ändern:

Faeser sagte der "BamS", sie arbeite mit Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) an einem neuen "Bundesaufnahmeprogramm für afghanische Ortskräfte", mit klaren Kriterien. Das größte Problem sei, "besonders bedrohte Menschen aus Afghanistan rauszubekommen".

Inzwischen seien 15.759 afghanische Ortskräfte und Familienangehörige nach Deutschland geholt worden, fügte die Innenministerin hinzu. Rückführungen nach Afghanistan werde es auf absehbare Zeit nicht geben. "Die Abschiebungen nach Afghanistan sind derzeit auf Eis gelegt", sagte Faeser. Das werde "angesichts der aktuellen Situation dort sicher auch so bleiben müssen".

Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Julian Pahlke forderte Verfahrenserleichterungen für die Aufnahme der Ortskräfte und ihrer Familien. Er sagte der Nachrichtenagentur AFP, noch "viel zu viele Ortskräfte und ihre Familien stecken auch nach einem Jahr noch in Afghanistan fest".

Die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Fraktion, Agnieszka Brugger, sagte der Berliner "taz", Außenministerin Baerbock setze sich "seit Monaten mit großem Nachdruck für Fortschritte in Verhandlungen mit dem Innenministerium" ein. Die Leitung dort heiße "zum Glück nicht mehr Horst Seehofer". Dieser Unterschied müsse sich auch in der praktischen Politik zeigen.

Konkret fordert Brugger die Umsetzung des im Koalitionsvertrag vereinbarten Bundesaufnahmeprogramms für gefährdete Afghanen und Afghaninnen.

Die Menschenrechts- und Flüchtlingsorganisation Pro Asyl bekräftigte ihre Forderungen nach einer Reform des Ortskräfteverfahrens, der kontinuierlichen Erteilung humanitärer Visa und der Beschleunigung des Familiennachzugs. Die Zahl der Menschen, die Schutz bekommen sollen, sei viel zu gering.

Die Taliban hatten Kabul am 15. August 2021 erobert. In einer Evakuierungsaktion flogen die Bundeswehr und die Luftwaffen befreundeter Länder in den darauf folgenden Wochen einen Teil der deutschen Ortskräfte aus. Weitere Betroffene konnten in den Monaten darauf auf anderen Wegen aus dem Land evakuiert werden. Viele weitere Ortskräfte sind dagegen bis heute in Afghanistan, weil die Taliban ihre Ausreise blockieren oder weil sie von der Bundesregierung bislang nicht als Einreiseberechtigte angesehen werden.

FDP-Fraktionsvize Alexander Graf Lambsdorff erklärte: "Vor einem Jahr nahmen die Taliban Kabul ein, die Welt sah erschrocken zu." Das Verhalten vieler Länder sei von hastigen Abzugsbeschlüssen und operativen Fehleinschätzungen" gekennzeichnet gewesen. "Auch Deutschland hatte trotz Warnungen und klarer Forderungen nie eine Exit-Strategie." Der Parlamentarische Untersuchungsausschuss und die Enquete-Kommission würden den mehr als 20 Jahre andauernden Afghanistan-Einsatz auswerten, so Lambsdorff.

F.Abruzzese--PV

Empfohlen

Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: Spitzenkandidaten sprechen über Machtoptionen

Zwei Tage vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt haben sich die Spitzenkandidaten der Parteien zu möglichen Machtoptionen geäußert. Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) sagte am Freitag im ZDF-"Morgenmagazin", er wolle "idealerweise das Land aus der Mitte heraus führen". Er bekräftigte, weder mit der Linkspartei noch mit der AfD eine Koalition bilden zu wollen. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund betonte erneut, dass er nur mit absoluter Mehrheit regieren wolle.

Weitere Abgeordnete wollen Thüringer BSW-Fraktion verlassen

Weitere Abgeordnete wollen die BSW-Fraktion im Thüringer Landtag verlassen. Voraussichtlich neun Mitglieder werden aus Fraktion und Partei austreten, wie AFP am Freitag aus Parteikreisen erfuhr. Bereits vor wenigen Tagen hatten mehrere Abgeordnete ihren Austritt erklärt, nachdem der Konflikt zwischen der Bundesspitze des BSW und dem Thüringer BSW-Landesverband um die Regierungsbeteiligung im Freistaat eskaliert war. Für den Vormittag war eine Pressekonferenz angekündigt.

Trump zieht nach Blockade von Briefwahleinschränkungen vor Oberstes Gericht

US-Präsident Donald Trump sucht erneut Hilfe beim Obersten Gerichtshof: Nach der Blockade seiner Pläne zur erschwerten Briefwahl durch ein Bundesgericht hat Trump den Supreme Court angerufen. Mit einem am Donnerstag eingereichten Eilantrag will die US-Regierung die Umsetzung eines Dekrets erwirken, mit dem die Briefwahl zwei Monate vor den wichtigen Zwischenwahlen zum Kongress strenger geregelt werden soll. Damit spitzt sich der Rechtsstreit wenige Tage vor dem Versand der ersten Briefwahlunterlagen an die Wähler in einigen Bundesstaaten zu.

CDU-Politiker Müller wegen Spekulierens über Regierungsauftrag für AfD in der Kritik

Unions-Fraktionsvize Sepp Müller hat mit Äußerungen für scharfe Kritik gesorgt, er sehe auch ohne eigene Mehrheit einen Regierungsauftrag für die AfD in Sachsen-Anhalt. "Sollten die Umfrageergebnisse Wahlergebnisse werden, dann hat Ulrich Siegmund mit der AfD einen Regierungsbildungsauftrag", sagte Müller am Donnerstagabend in einem Podcast des Portals Politico. Die Grünen forderten CDU-Chef und Kanzler Friedrich Merz deswegen zum Eingreifen auf.

Textgröße ändern: