Pallade Veneta - Kiew: Russische Drohne trifft Atommüllagergebäude bei Tschernobyl

Kiew: Russische Drohne trifft Atommüllagergebäude bei Tschernobyl


Kiew: Russische Drohne trifft Atommüllagergebäude bei Tschernobyl
Kiew: Russische Drohne trifft Atommüllagergebäude bei Tschernobyl / Foto: Sergei SUPINSKY - AFP/Archiv

Bei einem russischen Drohnenangriff auf die Ukraine ist das Gebäude eines Atommüllagers nahe dem ehemaligen Kraftwerk Tschernobyl getroffen und laut Betreiber "teilweise zerstört worden". Die Strahlenwerte nach dem Angriff seien normal geblieben, erklärte der ukrainische Betreiber Energoatom am Sonntag. Bei gegenseitigen Angriffen der Ukraine und Russlands wurden am Wochenende mehrere Menschen getötet. In London sollte es bei einem Gipfeltreffen am Abend um die weitere Ukraine-Unterstützung gehen.

Textgröße ändern:

Durch eine russische Drohne sei ein Gebäude zur Aufnahme von Atommüllbehältern im Sperrkreis um das einstige Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden, erklärte Energoatom im Onlinedienst Telegram. Das Gebäude sei zu diesem Zeitpunkt leer gewesen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte im Onlinedienst X, eines der Gebäude der zentralen Zwischenlageranlage für abgebrannte Brennelemente sei von einer Drohne getroffen worden. "Bislang" gebe es keine erhöhten Messwerte. Der Angriff sei ein Beleg für die "Dreistigkeit" Russlands.

Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) bezeichnete den Vorfall als "zutiefst beunruhigend". IAEA-Chef Rafael Grossi verwies auf X darauf, dass sich auf dem Gelände "große Mengen" nuklearen Materials befänden. Die IAEA kündigte an, ein Experten-Team zu entsenden, um die Schäden zu inspizieren. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha erklärte auf X, es sei "nicht das erste Mal, dass russische Streitkräfte die ukrainischen Atomanlagen in Gefahr bringen". Das Verteidigungsministerium in Moskau teilte lediglich mit, es seien Angriffe auf Ziele ausgeführt worden, die im Zusammenhang mit der ukrainischen Armee stünden.

Bei russischen Angriffen auf ein Dorf in der Region Saporischschja im Süden der Ukraine wurden in der Nacht zum Sonntag mindestens zwei Menschen getötet, wie Regionalgouverneur Iwan Fedorow mitteilte. Drei weitere Menschen seien nahe einer Haltestelle des Nahverkehrs verletzt worden. Durch nächtliche Angriffe auf die Region Dnipropetrowsk wurde nach Angaben der regionalen Behörden ebenfalls ein Mensch getötet. Nach Angaben der ukrainischen Luftwaffe setzte Russland in der Nacht zum Sonntag 236 Drohnen ein, von denen 215 abgefangen worden seien. Das russische Verteidigungsministerium seinerseits gab an, in der Nacht zum Sonntag 95 ukrainische Drohnen abgefangen zu haben.

Bereits in der Nacht zum Samstag fing die russische Luftabwehr nach Angaben der russischen Behörden hunderte Drohnen ab, davon allein mehr als 140 in der Region um St. Petersburg. Die Angriffe erfolgten am letzten Tag des internationalen Wirtschaftsforums in der Heimatstadt von Präsident Wladimir Putin, der auf der Konferenz gesprochen hatte. Die Ukraine hatte am Mittwoch, kurz vor Beginn der Veranstaltung, Energie- und Militäranlagen in der Stadt angegriffen.

Moskau und Kiew hatten in den vergangenen Monaten die gegenseitigen Angriffe verstärkt. Bemühungen um eine Beendigung des mehr als vier Jahren andauernden Kriegs unter Vermittlung der USA stocken. In der britischen Hauptstadt London wollten am Sonntag Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und der britische Regierungschef Keir Starmer mit Selenskyj zusammenkommen. Bei dem Treffen sollte es nach Angaben aus Paris unter anderem auch um den verstärkten Druck auf Russland gehen.

Kreml-Chef Putin hatte am Freitag ein von Selenskyj vorgeschlagenes Gipfeltreffen abgelehnt. Der ukrainische Präsident warf Putin daraufhin vor, er wolle den Krieg "einfach nicht beenden". Putin empfing derweil Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) im Kreml. Es sei "ein gutes Gespräch" gewesen, sagte am Freitagabend Präsidentenberater Juri Uschakow nach Angaben der russischen Nachrichtenagentur Interfax.

L.Guglielmino--PV

Empfohlen

Gewaltsame Zusammenstöße bei rechtsextremer Demonstration in den Niederlanden

Rechtsextreme Demonstranten haben sich am Samstag in den Niederlanden gewaltsame Zusammenstöße mit der Polizei geliefert. Laut Polizei versammelten sich rund 500 Rechtsextreme im Zentrum von Den Haag, skandierten antisemitische Parolen und bewarfen Polizisten mit Feuerwehrkörpern und anderen Wurfgeschossen. Die Polizei setzte Schlagstöcke ein und ging mit Hunden und Wasserwerfern gegen die rechten Demonstranten vor. 24 Menschen wurden demnach festgenommen.

Weißes Haus verweigert Journalisten von CNN und weiteren US-Medien den Zutritt

Einen Tag nach einem von US-Präsident Donald Trump Hausverbot hat das Weiße Haus Ernst gemacht und Journalisten des Nachrichtensenders CNN und zweier weiterer Medien den Zutritt verwehrt. Mitarbeiterinnen von CNN, des Senders MS NOW und des Nachrichtenportals Politico wurden am Samstag an den Zugängen zum Weißen Haus abgewiesen, ihre Zutrittsausweise wurden ihnen abgenommen. Der Verband der White-House-Korrespondenten verurteilte den Schritt als verfassungswidrig.

US-Journalistenverband kritisiert Trumps Hausverbot gegen Reporter scharf

Der Verband der über den US-Präsidenten berichtenden Journalisten hat ein von Donald Trump verkündetes Hausverbot gegen den Nachrichtensender CNN und zwei weitere Medien scharf kritisiert und dessen sofortige Aufhebung gefordert. Der Schritt verstoße gegen den ersten Zusatzartikel zur US-Verfassung, der die Pressefreiheit garantiert, erklärte der Verband der White-House-Korrespondenten am Samstag. Er forderte die Trump-Regierung auf, "den Zugang unserer Kollegen sofort wiederherzustellen".

Huthis melden Angriffe auf saudiarabische Hauptstadt und Ölanlagen am Roten Meer

Die Huthi-Miliz im Jemen hat nach eigenen Angaben "wichtige" Ziele in der saudiarabischen Hauptstadt Riad sowie Ölanlagen am Roten Meer angegriffen. Huthi-Kämpfer hätten mithilfe "einer großen Anzahl ballistischer Raketen und Marschflugkörper sowie Drohnen" zwei erfolgreiche Militäreinsätze ausgeführt, erklärte Huthi-Sprecher Jahja Saree am Samstag im Onlinedienst Telegram. Augenzeugen hatten zuvor von Explosionen in Riad sowie von schwarzem Rauch und Flammen in der Nähe des internationalen Flughafens berichtet.

Textgröße ändern: