Pallade Veneta - 19 Tote und Dutzende Verletzte bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine

19 Tote und Dutzende Verletzte bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine


19 Tote und Dutzende Verletzte bei gegenseitigen Angriffen in Russland und der Ukraine

Bei gegenseitigen Drohnen- und Raketenangriffen sind in Russland und der Ukraine 19 Menschen getötet worden. Die ukrainischen Behörden meldeten am Sonntag zudem Schäden an einem der größten Stahlwerke des Landes. Die ukrainische Armee griff derweil Moskau mit hunderten Drohnen an, der Moskauer Regionalgouverneur Andrej Worobjow sprach von "einem der massivsten Drohnenangriffe in jüngster Zeit". Dem russischen Verteidigungsministerium zufolge wurden landesweit 822 ukrainische Drohnen abgefangen.

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In der südrussischen Region Rostow töteten ukrainische Drohnen nach Angaben von Gouverneur Juri Slusar fünf Menschen in einem Wohngebiet. Drei weitere Menschen starben nach Behördenangaben in den Regionen Belgorod, Kursk und Moskau, zudem wurden demnach in russisch besetzten Gebieten der Ukraine vier Menschen getötet.

In Podolsk in der Nähe Moskaus setzte eine Drohne ein Lager des russischen Onlinehändlers Wildberries in Brand. Die Firma gilt wegen ihres breiten Angebots als "das russische Amazon". Die Ukraine wirft Wildberries vor, in den Transport und die Lagerung von Waffen verwickelt zu sein und hat seit Mitte Juli schon etwa 20 Lagerhäuser und andere Gebäude mit Verbindungen zu Wildberries in Russland beschossen.

Die russische Armee griff nach ukrainischen Angaben mit Drohnen und Raketen ein Stahlwerk des Konzerns Arcelor Mittal in Krywyj Rih an, der Heimatstadt von Präsident Wolodymyr Selenskyj. Dabei wurden zwei Menschen getötet und 14 weitere verletzt. Das Werk musste die Produktion teilweise einstellen. Es gehört zu den größten Stahlwerken in der Ukraine und beliefert die Rüstungsindustrie. Bei einem weiteren russischen Angriff in Krywyj Rih starb am Sonntagabend ein weiterer Mensch.

Ukrainischen Behörden zufolge töteten russische Raketen zudem zwei Menschen in der Region Saporischschja, einen Menschen in der Grenzregion Sumy und einen weiteren in der östlichen Region Donezk. In der Region um die Hauptstadt Kiew sowie in Odessa im Süden und Dnipropetrowsk weiter im Osten des Landes wurden bei russischen Angriffen dutzende Menschen verletzt.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärte im Onlinedienst Telegram, die Hauptstadt werde mit ballistischen Raketen angegriffen. Er forderte die Bevölkerung auf, Schutzräume aufzusuchen.

Die Angriffe setzten in mehreren Stadtteilen Gebäude sowie einen beliebten Markt für seltene und antiquarische Bücher in Brand. Seine vier Stände seien allesamt niedergebrannt, sagte der Händler Dmytro Semenucha der Nachrichtenagentur AFP. "Hier gab es einen Laden. Und Bücher, und Flaggen aller Länder. Alles Mögliche. Und alles ist hin", sagte der 45-Jährige.

"So weit die Russen mit ihren Raketen reichen können, greifen sie zivile Infrastruktur an", erklärte Präsident Selenskyj am Sonntag. Innerhalb einer Woche sei die Ukraine mit mehr als 1550 Kampfdrohnen, fast 1560 Lenkbomben und 62 Raketen angegriffen worden.

Selenskyj forderte seine westlichen Verbündeten erneut auf, weiteres Material für die Luftabwehr zu liefern. "Wenn nordkoreanische ballistische Raketen hier in Europa Infrastruktur zerstören und Leben fordern, können europäische Abfangraketen nicht einfach in den Lagern bleiben", kritisierte Selenskyj unter Bezug auf den Vorwurf Kiews, dass Nordkorea die russische Armee mit Raketen und Soldaten unterstützt.

Russland beschießt die Ukraine seit Beginn seines Angriffskriegs im Februar 2022 fast täglich mit Drohnen und Raketen. Der vergangene Monat war der UN-Menschenrechtsmission zufolge der folgenschwerste für Zivilistinnen und Zivilisten in der Ukraine seit Mai 2022: Bei russischen Angriffen wurden im Juli insgesamt 437 Menschen getötet und 2610 Menschen verletzt. Die Ukraine reagiert seit einigen Monaten mit Luftangriffen bis weit im Landesinneren Russlands.

B.Cretella--PV

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