Pallade Veneta - Bund und Länder einig: Nachfolgeregelung des Neun-Euro-Ticket ab Januar

Bund und Länder einig: Nachfolgeregelung des Neun-Euro-Ticket ab Januar


Bund und Länder einig: Nachfolgeregelung des Neun-Euro-Ticket ab Januar
Bund und Länder einig: Nachfolgeregelung des Neun-Euro-Ticket ab Januar / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Eine Nachfolgeregelung des Neun-Euro-Tickets soll zum 1. Januar kommen. Darüber seien sich Bund und Länder einig, sagten Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Bremens Verkehrsministerin Maike Schaefer (Grüne) am Montag nach der Sonderkonferenz der Verkehrsministerinnen und Verkehrsminister von Bund und Ländern. Streit gibt es aber weiterhin über die Finanzierung. Eine Arbeitsgruppe soll bis Mitte Oktober eine Lösung finden. Verbraucherschützer sprachen von einer "verpassten Chance".

Textgröße ändern:

Wissing sagte, die Zahl der verkauften Neun-Euro-Tickets und die "Begeisterung" der Bürgerinnen und Bürger seien ein Erfolg gewesen. Eine Nachfolgeregelung "wird es geben". Er hoffe, dass die Arbeitsgruppe bis zur regulären Verkehrsministerkonferenz Mitte Oktober einen entsprechenden Beschluss vorlegen werde.

Der Bund sei mit 1,5 Milliarden Euro in Vorleistung getreten, betonte Wissing. Der Koalitionsausschuss hatte Anfang September angekündigt, sich mit 1,5 Milliarden Euro im Jahr an einem Nachfolgemodell für das Neun-Euro-Ticket zu beteiligen - wenn die Länder ihrerseits mindestens dieselbe Summe zur Finanzierung beitragen.

Schaefer sagte nach der Sitzung, alle Länder seien dazu bereit - geknüpft sei dies aber an eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel, die der Bund den Ländern jährlich für den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) überweist. Hier fordern die Länder für dieses und für nächstes Jahr jeweils 1,65 Milliarden Euro zusätzlich. Sie begründen dies mit den Folgen der Corona-Krise und den aktuellen Belastungen durch die hohen Energiepreise.

Die Bremer Senatorin betonte, Ziel sei ein 49-Euro-Ticket. In Zeiten explodierender Energiepreise müsse das Ticket Entlastung bringen. Der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) sagte, das Ticket müsse einfach und preisgünstig sein. Der Streit wird auch die Ministerpräsidentinnen und -präsidenten auf ihrer Konferenz mit der Regierung kommende Woche beschäftigen. "Wir erwarten, dass die Regionalisierungsmittel ein Topthema sein werden, das gelöst wird", sagte Hermann.

Wissing verwies dagegen auf die Schuldenbremse - sie sei "die Grenze für Handlungen der Politik". Die 1,5 Milliarden Euro, die der Bund bereit sei, "dauerhaft" pro Jahr zur Verfügung zu stellen, seien ein "faires Angebot".

Der Bund zahlt den Ländern in diesem Jahr knapp 9,5 Milliarden Euro an Regionalisierungsmitteln für den ÖPNV. Im kommenden Jahr sollen es 9,75 Milliarden Euro sein, in den darauffolgenden Jahren dann schrittweise mehr, bis die Summe von 11,05 Milliarden Euro 2030 erreicht ist. Das Geld für ein Nachfolgeticket und die von den Ländern geforderten Zusatzmittel kämen obendrauf.

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisierte, dass es noch immer nicht gelungen sei, sich auf ein Nachfolgemodell zu einigen, das Entlastung schaffe und das Klima schütze. Der vzbv fordert ein bundesweites 29-Euro-Ticket - mit Vergünstigungen für Menschen mit geringem Einkommen. Gleichzeitig müsse die Politik "mehr Geld für eine bessere Infrastruktur und mehr Angebote in die Hand nehmen".

Ähnlich argumentierte Greenpeace: Der Bund zwinge die Länder, sich zwischen einem Klimaticket und dem nötigen Ausbau von Bus und Bahn zu entscheiden, dabei braucht die Verkehrswende beides, erklärte die Umweltschutzorganisation. Sie wirbt für ein 365-Euro-Jahresticket.

Der Städte- und Gemeindebund forderte Bund und Länder auf, sich zu einigen. "Es macht wenig Sinn, weiterhin gegenseitig die Verantwortlichkeiten hin und her zu schieben", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg den Funke Zeitungen. Nicht der Preis für das Ticket sei das Wichtigste, sondern die Sicherstellung der Leistungsfähigkeit des Nahverkehrs.

O.Pileggi--PV

Empfohlen

Russland wirft Ukraine Tötung von Chefingenieur von Akw Saporischschja vor

Russland hat der ukrainischen Armee vorgeworfen, den Chefingenieur des Atomkaftwerks Saporischschja "gezielt" getötet zu haben. Alexander Jakowlow sei bei einem Drohnenangriff getötet worden, erklärte am Mittwoch der russische Atomkonzern Rosatom, der das in von Moskau kontrolliertem Gebiet in der Ukraine liegende Kraftwerk beaufsichtigt. Es habe sich um einen "gezielten Terroranschlag des Kiewer Regimes" gehandelt.

US-Armee greift erneut Ziele im Iran an - Auch Öltanker beschossen

Die US-Armee hat die fünfte Nacht in Folge Ziele im Iran angegriffen. Damit sollten iranische Fähigkeiten ausgeschaltet werden, welche die freie Schifffahrt in der Straße von Hormus bedrohten, erklärte das Regionalkommando Centcom am Mittwoch im Onlinedienst X. Später meldete Centcom zudem, dass ein US-Kampfflugzeug auf einen unbeladenen Öltanker geschossen und ihn außer Gefecht gesetzt habe, als dieser versucht habe, die US-Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen.

Ukrainischer Verteidigungsminister Fedorow erklärt seinen Rücktritt

Der ukrainische Verteidigungsminister Mychailo Fedorow hat seinen Rücktritt erklärt. "Es war eine große Ehre, dem ukrainischen Volk als Verteidigungsminister zu dienen", erklärte Fedorow am Mittwochabend im Onlinedienst Telegram. Am Sonntag hatte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Regierungsumbildung verkündet, die unter anderem den Rücktritt der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko beinhaltete.

WM-Halbfinale: Argentiniens Vizepräsidentin bezeichnet Engländer als "Piraten"

Vor dem Halbfinale zwischen Argentinien und England bei der Fußball-WM am Mittwoch hat die argentinische Vizepräsidentin Victoria Villarruel die Engländer als "Piraten" bezeichnet. Das Spiel gegen England sei "nicht einfach nur ein weiteres Spiel", erklärte Villarruel im Onlinedienst X. Hintergrund ist der Falkland-Krieg zwischen Argentinien und Großbritannien im Jahr 1982 um die zum britischen Kolonialreich gehörenden Inseln vor dem argentinischen Festland, der mit einer Kapitulation Argentiniens endete.

Textgröße ändern: