Pallade Veneta - Merz betont Bedeutung von Handelsbeziehungen zu China

Merz betont Bedeutung von Handelsbeziehungen zu China


Merz betont Bedeutung von Handelsbeziehungen zu China
Merz betont Bedeutung von Handelsbeziehungen zu China / Foto: Tobias SCHWARZ - AFP/Archiv

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat trotz verschiedener Probleme die Bedeutung intensiver Handelsbeziehungen zu China hervorgehoben. "Wir wollen fairen Handel mit China, keinen Konflikt", sagte Merz am Mittwoch auf dem Forum "Global Dialogue" in Berlin. Allerdings müssten Deutschland und die EU angesichts unfairer Handelspraktiken auch "bereit sein, uns und unsere Industrie zu verteidigen".

Textgröße ändern:

Merz kritisierte erneut eine künstliche Unterbewertung der chinesischen Währung sowie Subventionen des Landes für die heimische Wirtschaft, was zu Wettbewerbsverzerrungen führe. Gleichwohl gebe es mit China keinen Handelskrieg "und wir wollen ihn auch nicht", antwortete der Kanzler auf eine diesbezügliche Frage. Das Ziel sei "fairer Handel mit China im gegenseitigen Interesse".

Vorwürfe, Deutschland und die EU setzten ihrerseits auf eine Abschottung gegen Importe aus China, wies Merz zurück. Das Ziel seien vielmehr "offene Märkte" im Rahmen einer weltweiten regelbasierten Ordnung. "Das ist das Gegenteil dessen, was die USA tun", grenzte er sich von US-Handelsrestriktionen gegenüber China ab. Wichtig sei zwar, einen Werkzeugkasten für den Umgang mit unfairen Praktiken zu haben, "aber wir wollen ihn nicht benutzen".

Um das hohe Handelsdefizit Deutschlands und anderer europäischer Staaten im Verhältnis zu China abzubauen, müsse vielmehr die eigene Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden, hob Merz hervor. "Wir müssen unsere Hausaufgaben machen", betonte der Kanzler. Es gehe darum, für die eigenen Unternehmen "bestmögliche Bedingungen zu schaffen", damit daraus "neue wirtschaftliche Stärke für unser ganzes Land wird".

Daran arbeite die Bundesregierung, sagte Merz weiter. Er verwies dabei auch auf Reformen in Sozialsystem und Arbeitsmarkt sowie den angestrebten Bürokratieabbau. Es gebe international große Herausforderungen, "aber die Antwort auf eine veränderte Welt muss sein, die eigene Stärke zu erneuern". Hier gebe es auch Grund zum Optimismus, verwies der Kanzler auf zuletzt wieder verbesserte Wachstumsprognosen.

Auf internationaler Ebene drang Merz angesichts der protektionistischen Politik Chinas und der USA auf das Bemühen um neue Partnerschaften mit Staaten, die ebenfalls an einem regelbasierten, offenen Welthandel interessiert seien. Als Beispiele nannte er EU-Handelsabkommen mit Kanada, den südamerikanischen Staaten und Australien sowie weiteren Ländern.

Es gehe hier um eine "Suche nach neuen Allianzen". Merz betonte dabei auch die Bedeutung einer sicheren Rohstoffversorgung. Auch hierzu sollten neue internationale Partnerschaften geschlossen werden. Zudem verwies der Kanzler auf diesbezügliche Initiativen im Kreis der G7-Staaten.

A.Saggese--PV

Empfohlen

Verstöße gegen Parteiengesetz: Anklage gegen Niedersachsens AfD-Chef Schledde

Gegen den niedersächsischen AfD-Chef Ansgar Schledde ist Anklage wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das Parteiengesetz erhoben worden. Er soll als Spenden einzustufende Zahlungen in Höhe von insgesamt knapp 45.000 Euro nicht sofort weitergeleitet haben, wie die Staatsanwaltschaft Hannover am Mittwoch mitteilte. Zudem habe er im Rechenschaftsbericht der Bundes-AfD falsche Angaben zur Höhe der Spenden an den Landesverband erwirkt.

Gewalt bei Protesten in Frankreich: Lecornu trfft Gewerkschaftsvertreter

Wegen der teils gewalttätigen Proteste vom Wochenende kommt der französische Premierminister Sébastien Lecornu am Mittwoch mit führenden Gewerkschaftsvertretern zusammen. Lecornu werde Vertreter von fünf Gewerkschaften treffen, um über "Wege und Mittel zur Gewährleitung der grundlegenden Demonstrationsfreiheit" zu sprechen, hieß es in einem Schreiben an die Organisationen. Sophie Binet von der Gewerkschaft CGT sagte dem Radiosender RTL, Lecornu müsse auf die Forderungen der Gewerkschaften und jungen Demonstranten eingehen.

Putin: In Russland inhaftierter US-Bürger Hubbard ist frei

Der in Russland inhaftierte US-Bürger Stephen Hubbard ist nach Angaben von Präsident Wladimir Putin freigelassen worden. Hubbard halte sich am Flughafen Pulkowo in St. Petersburg auf, erklärte Putin am Mittwoch bei einem Treffen mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff in St. Petersburg, wie russische Nachrichtenagenturen berichteten.

"Wir meinen: Es reicht": Alice Schwarzer stellt Magazin "Emma" nach 50 Jahren ein

Ein halbes Jahrhundert prägte die feministische Zeitschrift "Emma" von Alice Schwarzer die Bundesrepublik, doch Ende des Jahres soll Schluss sein. "Nach 50 Jahren und 398 Ausgaben mit 36.584 Seiten verlässt 'Emma' die Bühne", teilte die 83-jährige Journalistin und Frauenrechtlerin am Mittwoch in Köln mit. Schwarzer ist bis heute Herausgeberin und Chefredakteurin der von ihr gegründeten Zeitschrift.

Textgröße ändern: