Pallade Veneta - Berlin: Linken-Fraktionsspitze trifft sich mit umstrittener Abgeordneter Emde

Berlin: Linken-Fraktionsspitze trifft sich mit umstrittener Abgeordneter Emde


Berlin: Linken-Fraktionsspitze trifft sich mit umstrittener Abgeordneter Emde
Berlin: Linken-Fraktionsspitze trifft sich mit umstrittener Abgeordneter Emde / Foto: RALF HIRSCHBERGER - AFP/Archiv

In Berlin hat sich die Fraktionsspitze der Linken im Abgeordnetenhaus am Dienstag mit der wegen ihrer antiisraelischen Positionen kritisierten Abgeordneten Vanessa Emde getroffen. Das bestätigte ein Fraktionssprecher. Inhalte des Gesprächs wurden zunächst nicht bekannt. Am Dienstagnachmittag war eine Sitzung der gesamten Linksfraktion geplant. Ob Emde daran teilnehmen wird, war unklar.

Textgröße ändern:

Nach der Abgeordnetenhauswahl vor etwas mehr als einem Monat strebt die Linke in der Hauptstadt eine Regierungskoalition mit Grünen und SPD an, die Gespräche werden aber unter anderem durch Antisemitismusvorwürfe gegen einzelne Linkenpolitiker erschwert. Emde steht dabei im Zentrum. Trotz einer gemeinsamen Antisemitismuserklärung der drei potenziellen Bündnispartner äußerte sie sich öffentlich wiederholt in einer Weise, die als Ablehnung des Existenzrechts des Staates Israel verstanden wird.

Ursprünglich wollte der Fraktionsvorstand schon am vergangenen Dienstag mit Emde sprechen. Die Abgeordnete meldete sich nach Fraktionsangaben aber krank. Daraufhin wurde sie für diesen Dienstag erneut eingeladen. Fraktions- und Parteiführung der Berliner Linken gingen zuvor deutlich auf Distanz zu der umstrittenen Abgeordneten. Es gebe aus ihrer Sicht keine "gemeinsame Arbeitsgrundlage" mit ihr, erklärten sie öffentlich.

Ein etwaiger Ausschluss Emdes aus der Linksfraktion wäre nur mit einer Zweidrittelmehrheit aller Mitglieder möglich. Es müssen zudem bestimmte Fristen eingehalten werden, weshalb eine Entscheidung darüber am Dienstag ausgeschlossen war.

Ein Landesparteitag der Linken muss am Samstag noch über die Aufnahme von Koalitionsverhandlungen mit Grünen und SPD entscheiden. Verhandler der drei Parteien legten vor etwa eineinhalb Wochen ein gemeinsames Sondierungspapier vor, das als Grundlage dienen soll. Grüne und SPD billigten die Aufnahme von Koalitionsgesprächen bereits offiziell.

In dem Papier einigten sich die drei Parteien unter anderem auf eine Vergesellschaftung der Wohnungsbestände großer Immobilienunternehmen mit mehr als 10.000 Wohnungen. Dafür sollen maximal 16 Milliarden Euro als Entschädigung gezahlt werden. Unter anderem auch wegen dieser Pläne kritisiert die CDU eine mögliche künftige rot-grün-rote Koalition in Berlin scharf. Skeptische Stimmen gibt es aber auch in der SPD.

Steigende Mieten und fehlende Wohnungen waren eines der Hauptthemen bei der Wahl vom 20. September, die die Linke mit ihrer Spitzenkandidatin Elif Eralp gewann. Rot-Grün-Rot plant in diesem Zusammenhang weitere Maßnahmen, darunter einen Mietendeckel für landeseigene Immobilien.

U.Paccione--PV

Empfohlen

Nach Rücktritt von SPD-Fraktionschef in Niedersachsen: Siebels übernimmt Amt

Nach dem Rücktritt des niedersächsischen SPD-Landtagsfraktionschefs Stefan Politze wegen strafrechtlicher Ermittlungen übernimmt der bisherige parlamentarische Geschäftsführer Wiard Siebels dessen Amt auch dauerhaft. Das teilte die SPD-Landtagsfraktion am Dienstag in Hannover mit. Für den 48-Jährigen stimmten demnach 37 der 43 anwesenden Abgeordneten. Siebels hatte die SPD-Landtagsfraktion bereits kommissarisch geführt.

Vom Grenzschutz zu Abschiebungen: EU schlägt neues Mandat für Frontex vor

Von der Grenzschutz- zur Abschiebeagentur: Die EU-Kommission will ihre umstrittene Behörde Frontex ausbauen und sie zur "zentralen operativen Säule der Rückführungspolitik der EU" machen. Der nun vorgelegte Kommissionsvorschlag läute "eine neue Ära für Frontex" ein, sagte EU-Sicherheitskommissarin Henna Virkkunen am Dienstag in Brüssel. Vorgesehen ist auch eine "schnelle Eingreiftruppe", um auf Krisenfälle wie etwa in der spanischen Exklave Ceuta in diesem Sommer reagieren zu können.

Netanjahu-Rivale Eisenkot fordert Wähler zu Abwahl von "schlechtester" Regierung Israels auf

Der Hauptrivale von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bei der Parlamentswahl in Israel, der Oppositionspolitiker Gadi Eisenkot, hat zur Abwahl der "schlechtesten Regierung" in der Geschichte des Landes aufgerufen. "Ich rufe alle Bürger Israels dazu auf, zur Wahl zu gehen, sich weder von der Hitze noch von den Störungen beirren zu lassen und an der Mission festzuhalten: heute Abend die schlechteste Regierung seit der Staatsgründung abzulösen", sagte Eisenkot am Dienstag nach seiner Stimmabgabe in Herzlia im Norden von Tel Aviv.

Gericht: NSU-Terroristin Beate Zschäpe bleibt mindestens bis 2035 im Gefängnis

Seit 15 Jahren sitzt die verurteilte NSU-Terroristin Beate Zschäpe im Gefängnis - das soll mindestens noch bis zum Jahr 2035 so bleiben. Das Oberlandesgericht München legte für die seit 2011 in Haft sitzende Zschäpe eine Mindestverbüßungsdauer von 24 Jahren fest, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Zschäpe räumte inzwischen ein, dass sie im Vorfeld von den NSU-Morden wusste.

Textgröße ändern: