Pallade Veneta - Europarat prangert Zustände in französischen Abschiebezentren an

Europarat prangert Zustände in französischen Abschiebezentren an


Europarat prangert Zustände in französischen Abschiebezentren an
Europarat prangert Zustände in französischen Abschiebezentren an / Foto: Lionel BONAVENTURE - AFP/Archiv

Französische Abschiebezentren sind nach Ansicht des Europarats wegen der intern schlimmen Zustände einer "Pulverfässer". Die in Straßburg ansässige Institution, die sich als Hüterin der Menschenrechte in Europa versteht, forderte Frankreich in einem Bericht am Donnerstag zu "dringenden Maßnahmen" auf, um die Zustände in den Abschiebzentren zu verbessern und Gewaltausbrüche zwischen den dort eingesperrten Menschen, die auf ihre Abschiebung warten, zu verhindern.

Textgröße ändern:

Seit dem vorherigen Bericht von 2018 hätten sich die Umstände noch weiter verschlechtert. Die Gebäude glichen zunehmend Gefängnissen, es gebe keinerlei Beschäftigungsmöglichkeiten, die hygienischen Zustände seien "verheerend" und die gesundheitliche Versorgung nicht ausreichend, heißt es in dem Bericht. Er basiert auf einem Besuch des Europäischen Ausschusses zur Verhütung von Folter im Oktober 2025 in sechs französischen Abschiebezentren, darunter zwei auf den Flughäfen von Paris und Lyon.

Der Bericht prangerte die Zunahme der durchschnittlichen Dauer der Abschiebehaft an, die mittlerweile fast 35 Tage beträgt. Nach Darstellung von Hilfsorganisationen führe die erhöhte Dauer nicht zu mehr Abschiebungen, belaste aber die körperliche und seelische Gesundheit der Betroffenen erheblich. Die Höchstdauer beträgt in Frankreich 90 Tage, für Straftäter, die wegen Terrorismus verurteilt wurden, bis zu 210 Tage.

Die Behörden wiesen die Kritik teilweise zurück, wie aus einer im Bericht enthaltenen Antwort hervorgeht. Sie verweisen darauf, dass jeder Abzuschiebende ein Hygienekit, saubere Laken und eine Decke erhalte.

Der Bericht zieht eine Verbindung zwischen den Zuständen in den Abschiebezentren und der zunehmenden Gewalt. In den vergangenen Jahren habe sich die Zahl der Vorfälle wie Schlägereien, Erpressungen und Verletzungen nahezu verdoppelt. Mehrere Abschiebekandidaten gaben zudem an, von Polizisten brutal behandelt worden zu sein. Sie berichteten von Provokationen und Beleidigungen, darunter auch rassistische Beschimpfungen.

Der Bericht betont zudem, dass zahlreiche Beschäftigte in den Abschiebezentren nicht ausreichend ausgebildet sind, um mit dort festgehaltenen Menschen umzugehen, die häufig unter Suchtproblemen und psychischen Störungen leiden.

Nach offiziellen Angaben waren im vergangenen Jahr knapp 35.000 Menschen in französischen Abschiebezentren untergebracht, davon mehr als die Hälfte in den Überseegebieten. Die Hilfsorganisation Cimade schätzt die Zahl der Menschen in Abschiebezentren auf mindestens 44.000 in 2025.

D.Vanacore--PV

Empfohlen

Israelische Regierung dringt auf Vorgehen gegen israelisch-arabische Parteien

Vor dem Hintergrund historischer Zugewinne israelisch-arabischer Parteien bei der Parlamentswahl in Israel dringt die israelische Regierung auf Ermittlungen gegen diese wegen angeblicher Finanzierung aus dem Ausland. "Die Wahlen in Israel wurden gestohlen", erklärte die Likud-Partei von Regierungschef Benjamin Netanjahu am Donnerstag. Der rechtsextreme Sicherheitsminister Itamar Ben Gvir forderte die Festnahme der Chefs der israelisch-arabischen Parteien. Die Raam-Partei wies die Vorwürfe zurück.

Geplante "GenZ"-Proteste: Anhaltende Kritik an Initiative und Sorge vor Gewalt

Vor den geplanten bundesweiten Schülerprotesten am Samstag reißen die Kritik an der Initiative "GenZ regelt" und die Sorge vor gewaltsamen Ausschreitungen nicht ab. Während mehrere Initiatoren ihre friedvolle Absicht bekräftigten, verlor die Gruppe einen prominenten Mitgründer. Auch die Landesschülervertretung Niedersachsen distanzierte sich von den Protesten. Die Bundesschülerkonferenz kündigte unterdessen am Donnerstag eine eigene Demonstration für den 20. November an.

Berlin: Krach distanziert sich indirekt von Linken-Spitzenkandidatin Eralp

Der Berliner SPD-Chef und Spitzenkandidat Steffen Krach hat sich indirekt von seiner möglichen Koalitionspartnerin Elif Eralp (Linke) distanziert. "Wer diese Stadt regieren will, muss Gefahren deutlich benennen und Berlin vor ihnen schützen", sagte er am Donnerstag der "Welt". "Weder Clan-Bosse noch ein Ibrahim Ibrahim dürfen in Berlin was zu sagen haben."

Linke stellt Parlamentspräsidentin in Berlin - AfD fällt mit Vorschlag durch

Die Linke-Abgeordnete Hendrikje Klein ist zur Präsidentin des Berliner Abgeordnetenhauses gewählt worden. Bei der konstituierenden Sitzung des neu zusammengesetzten Parlaments am Donnerstag stimmten 98 der 149 anwesenden Abgeordneten für die 46-Jährige. Es gab 42 Gegenstimmen und neun Enthaltungen. Gegenkandidaten gab es keine. Die CDU-Politikerin Cornelia Seibeld wurde zur Vizepräsidentin gewählt, die AfD fiel mit ihrem Vorschlag für einen weiteren Stellvertreter durch.

Textgröße ändern: