Pallade Veneta - Selenskyj beschwört auf Frankfurter Buchmesse Bedeutung von Wissen und Information

Selenskyj beschwört auf Frankfurter Buchmesse Bedeutung von Wissen und Information


Selenskyj beschwört auf Frankfurter Buchmesse Bedeutung von Wissen und Information
Selenskyj beschwört auf Frankfurter Buchmesse Bedeutung von Wissen und Information / Foto: DANIEL ROLAND - AFP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat die Bedeutung von Wissen und Information im Kampf für die Freiheit beschworen. "Wissen ist die Antwort", sagte Selenskyj in einer am Donnerstag auf der Frankfurter Buchmesse ausgestrahlten Videobotschaft. Denn Unwissende seien "leichter zu manipulieren".

Textgröße ändern:

Europa sollte wissen, dass letztlich "Mördern und Kriegsverbrechern der Prozess" gemacht werde. Dank dieses Wissens würden die Menschen darauf vertrauen, "dass diejenigen, die sich des Völkermordes schuldig machen, Verantwortung für ihre Taten übernehmen werden", sagte Selenskyj.

Noch immer gebe es in Europa zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens, die für Russland Verständnis zeigten und "die terroristische Politik solcher Staaten wie dem Iran" ignorierten, sagte Selenskyj. Die Ursache dafür sah er in "fehlendem Wissen".

Dabei sei angesichts Berichten über zunehmende russische Angriffe auf Zivilisten und Energie-Infrastruktur seines Landes europäische Einigkeit im Kampf für die Freiheit wichtiger denn je. "Elektrizitätswerke, Wasserleitungen, Häfen, Bahnhöfe, Wohnhäuser, Schulen - alles kann ein Ziel für sie sein", sagte Selenskyj.

Als auffällig bezeichnete der ukrainische Präsident das Fehlen Russlands und des Irans auf der diesjährigen Buchmesse. "Statt Kultur zu exportieren, exportiert der Iran Tod. Statt Kultur zu importieren, importiert Russland den Tod, um ihn über uns zu bringen", sagte Selenskyj mit Blick auf iranische, von Moskau erworbene Drohnen.

Kiew wirft Russland vor, mit Drohnen iranischer Herstellung ukrainische Städte anzugreifen. Die Ukraine hat seit Mitte September nach eigenen Angaben mehr als 200 iranische Drohnen über dem Land abgeschossen. Der Kreml bestreitet den Einsatz iranischer Drohnen in der Ukraine. Auch der Iran weist die Berichte als "unbegründete Behauptungen" zurück. Die Europäische Union einigte sich am Donnerstag auf Sanktionen gegen Lieferanten von iranischen Drohnen an Russland.

Zum Schluss seiner etwa sechsminütigen Ansprache lud Selenskyj Autoren, Verleger und Journalisten in die Ukraine ein. "Schaut euch an, was unser Volk durchmacht, die Bedrohungen, denen wir ausgesetzt sind - bezeugt es und erzählt davon", sagte Selenskyj. Denn das seien die Bedrohungen, die auch anderen Ländern in Europa bevorstehen könnten, "solange terroristische Staaten" existierten.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Vance: USA untersuchen Angriff auf iranische Hochzeit

Die USA untersuchen nach Angaben von Vizepräsident JD Vance den Angriff auf eine Hochzeitsfeier im Iran. Vance äußerte sich am Donnerstag in Washington zugleich "äußerst skeptisch" über die Angaben aus Teheran zu dem Vorfall. Die iranischen Staatsmedien seien "kein besonders verlässlicher Chronist" in dem Konflikt, sagte der Vizepräsident bei einem Pressebriefing im Weißen Haus.

Leiche von Kriegsverbrecher Mladic in Serbien eingetroffen

Die Leiche des verstorbenen bosnisch-serbischen Kriegsverbrechers Ratko Mladic ist in Serbien eingetroffen und mit militärischen Ehren empfangen worden. Der mit der serbischen Flagge bedeckte Sarg wurde nach der Ankunft aus Den Haag am Donnerstag von sechs Soldaten aus dem Flugzeug getragen, begleitet von Mladics Sohn Darko und dem serbischen Justizminister Nenad Vujic.

Demokratische Republik Kongo will Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen

Die Demokratische Republik Kongo will ihre Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Einen Zeitplan nannten beide Länder in einer Erklärung nach einem Besuch des kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi am Donnerstag allerdings nicht. Nur eine kleine Gruppe von Ländern, darunter die USA, hat ihre Botschaft in Jerusalem.

Streit um Förderung: AfD-nahe Stiftung zeigt Dobrindt wegen Rechtsbeugung an

Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Streit um die bisher nicht gewährten Fördermittel wegen Rechtsbeugung angezeigt. Die Strafanzeige sei am Mittwoch in Berlin eingereicht worden, sagte die Stiftungs-Vorsitzende Erika Steinbach am Donnerstag in Berlin. Demnach wirft die Stiftung Dobrindts Ministerium vor, die Prüfung des Förderantrags seit dessen Einreichung im März 2025 zu verschleppen.

Textgröße ändern: