Pallade Veneta - Emir von Katar beklagt vor Fußball-WM "beispiellose Kampagne" gegen sein Land

Emir von Katar beklagt vor Fußball-WM "beispiellose Kampagne" gegen sein Land


Emir von Katar beklagt vor Fußball-WM "beispiellose Kampagne" gegen sein Land
Emir von Katar beklagt vor Fußball-WM "beispiellose Kampagne" gegen sein Land / Foto: Vyacheslav PROKOFYEV - SPUTNIK/AFP/Archiv

Weniger als einen Monat vor dem Beginn der international umstrittenen Fußball-Weltmeisterschaft in seinem Land hat der Emir von Katar eine "beispiellose Kampagne" gegen sein Land beklagt. Scheich Tamim Hamad Al-Thani erklärte am Dienstag, gegen sein Land würden "Verleumdungen" verbreitet und es werde mit "Doppelmoral" behandelt. Dem Golfstaat wird seit Jahren vorgeworfen, die Menschenrechte ausländischer Arbeiter und von Angehörigen der LGBTQ-Gemeinschaft zu missachten. Die englische Abkürzung LGBTQ steht für lesbisch, schwul, bisexuell, transgender und queer.

Textgröße ändern:

Anfangs habe sich Katar mit der Kritik in gutem Glauben befasst, sagte der Emir. Sein Land sei der Meinung gewesen, dass manche Kritikpunkte nützlich waren und dabei halfen, Aspekte zu entwickeln, die entwickelt werden müssen.

"Aber uns wurde bald klar, dass die Kampagne weitergeht, sich ausdehnt, Verleumdungen und Doppelmoral einschließt - bis sie einen Grad an Heftigkeit erreichte, der viele leider über die wahren Gründe und Motive hinter dieser Kampagne nachdenken lässt", sagte al-Thani.

Am Montag hatte die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch einen Bericht veröffentlicht, in dem sie der katarischen Polizei die willkürliche Festnahme mehrerer Mitglieder der LGBTQ-Gemeinschaft vorwarf.

Vier Transgender-Frauen, eine bisexuelle Frau und ein homosexueller Mann hatten darin erklärt, sie seien in einem unterirdischen Gefängnis der Hauptstadt Doha festgehalten worden. Außerehelicher Sex und homosexueller Sex sind in dem muslimischen Staat verboten. Sie können mit bis zu sieben Jahren Haft bestraft werden.

Der langjährige britische LGBTQ-Aktivist Peter Tatchell startete am Dienstag in Katar eine Protestaktion. Vor dem katarischen Nationalmuseum hielt Tatchell ein Banner mit der Aufschrift "Katar nimmt LGBT fest, sperrt sie ein und unterzieht sie 'Konversionen'". Die Regierung von Katar erklärte zu der Protestaktion, ein "einzelner Mensch, der auf einem Verkehrskreisel gestanden" habe, sei freundlich und professionell aufgefordert worden, zur Seite zu treten. Es habe keine Festnahmen gegeben.

Tatchell teilte jedoch auf der Website seiner Stiftung mit, dass er vor dem Nationalmuseum Katars festgenommen und 49 Minuten lang festgehalten worden sei. Die Polizei habe Fotos und Videos der Aktion zerstört. Nach einer ähnlichen Protestaktion vor der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 in Russland war Tatchell festgenommen worden.

Der Weltfußballverband Fifa hatte die Weltmeisterschaft im Jahr 2010 an Katar vergeben, das seitdem Milliarden Dollar in die Vorbereitungen investiert hat. Der Golfstaat wird jedoch immer wieder scharf wegen seines Umgangs mit ausländischen Arbeitskräften, mit Frauen und queeren Menschen kritisiert.

Die vom 20. November bis zum 18. Dezember stattfindende WM ist die erste in einem arabischen Land. Fifa-Präsident Gianni Infantino sagte kürzlich, die Weltmeisterschaft in Katar werde "die beste aller Zeiten" sein.

R.Zarlengo--PV

Empfohlen

Demokratische Republik Kongo will Botschaft in Israel nach Jerusalem verlegen

Die Demokratische Republik Kongo will ihre Botschaft in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem verlegen. Einen Zeitplan nannten beide Länder in einer Erklärung nach einem Besuch des kongolesischen Präsidenten Félix Tshisekedi am Donnerstag allerdings nicht. Nur eine kleine Gruppe von Ländern, darunter die USA, hat ihre Botschaft in Jerusalem.

Streit um Förderung: AfD-nahe Stiftung zeigt Dobrindt wegen Rechtsbeugung an

Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) im Streit um die bisher nicht gewährten Fördermittel wegen Rechtsbeugung angezeigt. Die Strafanzeige sei am Mittwoch in Berlin eingereicht worden, sagte die Stiftungs-Vorsitzende Erika Steinbach am Donnerstag in Berlin. Demnach wirft die Stiftung Dobrindts Ministerium vor, die Prüfung des Förderantrags seit dessen Einreichung im März 2025 zu verschleppen.

Epstein-Skandal: US-Milliardär Black verweigert Kongressanhörung

Im Skandal um den verstorbenen US-Sexualstraftäter Jeffrey Epstein hat einer seiner früheren Geschäftspartner eine Kongressanhörung verweigert. Der Investor Leon Black reichte stattdessen eine Klage gegen die Vorladung für Donnerstag ein. Die Abgeordneten hätten ihre Befugnisse überschritten, weil sie Einsicht in Schweigevereinbarungen verlangten, die er mit Frauen ohne bekannte Verbindung zu Epstein geschlossen habe, argumentiert der 75-jährige Milliardär darin.

Vor US-Prozess: Venezuelas Ex-Präsident Maduro pocht auf Immunität

Acht Monate nach seiner Gefangennahme durch das US-Militär hat der entmachtete venezolanische Präsident Nicolás Maduro erneut versucht, den Prozess in New York abzuwenden. Er berief sich in einer Eingabe an einen US-Richter am Mittwochabend (Ortszeit) auf seine Immunität. Das Verfahren gegen den 63-Jährigen soll im kommenden Juni beginnen.

Textgröße ändern: