Pallade Veneta - Biden und Xi bemühen sich bei Gipfeltreffen um Entspannung

Biden und Xi bemühen sich bei Gipfeltreffen um Entspannung


Biden und Xi bemühen sich bei Gipfeltreffen um Entspannung
Biden und Xi bemühen sich bei Gipfeltreffen um Entspannung / Foto: SAUL LOEB - AFP

Bei ihrem ersten persönlichen Treffen als Präsidenten haben sich Joe Biden und Xi Jinping um eine Entspannung in der Rivalität zwischen den USA und China bemüht. Er wolle keinen "neuen Kalten Krieg", sagte Biden am Montag nach dem Gespräch der beiden Staatschefs vor dem G20-Gipfel in Indonesien. Xi sagte chinesischen Angaben zufolge, Peking wolle nicht die USA herausfordern, oder "die existierende internationale Ordnung verändern".

Textgröße ändern:

Biden sagte nach dem mehr als dreistündigen Gespräch mit Xi, die USA wollten einen "energischen" Wettbewerb mit dem aufstrebenden China. "Aber ich will keinen Konflikt, ich will diesen Wettstreit verantwortungsvoll managen."

Xi sagte nach Angaben des chinesischen Außenministeriums in dem Gespräch, die Welt sei "groß genug" für die beiden rivalisierenden Länder. Derzeit hätten "China und die USA mehr und nicht weniger gemeinsame Interessen". Die Welt erwarte von Peking und Washington "die Beziehung richtig zu handhaben", hieß es weiter.

Die beiden Präsidenten sprachen auch über den Ukraine-Krieg. Das Weiße Haus erklärte, Biden und Xi hätten ihren Widerstand gegen jeglichen Einsatz von Atomwaffen in der Welt betont - auch in der Ukraine. Beide Politiker seien sich "einig" gewesen, dass ein Atomkrieg niemals stattfinden sollte und niemals gewonnen werden könnte. Russische Vertreter hatten wiederholt einen Einsatz von taktischen Nuklearwaffen in der Ukraine in Erwägung gezogen.

Thema war auch das Raketen- und Atomprogramm des international weitgehend isolierten Nordkorea, das in China einen wichtigen Verbündeten hat. Biden sagte bei der Pressekonferenz, er sei "zuversichtlich", dass Peking nicht wolle, dass Nordkorea den Konflikt weiter eskaliere. Nach einer Reihe nordkoreanischer Raketentests wachsen die Befürchtungen, dass Pjöngjang einen neuen Atomtest startet.

Biden und Xi trafen sich zum ersten Mal persönlich, seitdem sie die Staatschefs ihrer beiden Länder sind. Das heikelste Thema war dabei Taiwan. Biden prangerte dabei dem Weißen Haus zufolge ein "zunehmend aggressives" Vorgehen Pekings gegen Taiwan an und betonte, er wolle keinen "neuen Kalten Krieg". Das chinesische Vorgehen gegenüber Taiwan untergrabe "Frieden und Stabilität" in der Region und bedrohe den "globalen Wohlstand", erklärte das Weiße Haus.

Biden sagte bei seiner anschließenden Pressekonferenz, er gehe nicht von einem unmittelbar bevorstehenden Angriff Chinas auf Taiwan aus. "Wir sind gegen einseitige Veränderungen des Status quo von jeglicher Seite", mahnte der US-Präsident. Er betonte zugleich, die Ein-China-Politik der USA, derzufolge Washington die Führung in Peking als alleinige Regierung Chinas anerkennt, habe sich nicht geändert.

Nach Angaben der staatlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua warnte Xi seinerseits Biden, im Taiwan-Konflikt keine "rote Linie" zu überschreiten. Die Taiwan-Frage sei für China von zentralem Interesse. China sieht den demokratischen Inselstaat als abtrünniges Gebiet, das es wieder mit dem Festland vereinigen will - notfalls mit militärischer Gewalt. Die USA hatten zuletzt ihre Unterstützung für Taiwan verstärkt, während China seine Drohungen hinsichtlich eines Militäreinsatzes verschärfte.

Als Zeichen für die Entspannung der Beziehungen zwischen den USA und China kann die Ankündigung gesehen werden, dass US-Außenminister Antony Blinken im kommenden Jahr nach China reisen wird. Blinken werde bei seiner Reise "die Diskussionen weiterführen", teilte das Weiße Haus mit.

F.Amato--PV

Empfohlen

Nach Flucht in USA: Bolsonaro bezeichnet sich als "echten Präsidenten" Brasiliens

Nach seiner Flucht in die USA hat sich der bei der Präsidentschaftswahl in Brasilien unterlegene Rechtspopulist Flávio Bolsonaro zum Wahlsieger erklärt. "Ich bin der gewählte Präsident, und die Kriminellen, die die Wahl in Brasilien gestohlen haben, sind Teil einer kriminellen Organisation, die eine Tyrannei errichtet hat", erklärte Bolsonaro am Mittwoch in einer auf X veröffentlichten Stellungnahme.

Bericht über Namenstrick: Trump fordert Ausschluss zweier Senatskandidaten in Alaska

Nach einem Bericht über einen mutmaßlichen Namenstrick der Demokraten bei der Senatswahl im US-Bundesstaat Alaska hat Präsident Donald Trump den Ausschluss zweier Kandidaten gefordert. Die demokratische Bewerberin Mary Peltola und ein Namensvetter des republikanischen Senators Dan Sullivan müssten von den Stimmzetteln gestrichen werden, schrieb Trump am Mittwoch auf seiner Plattform Truth Social.

"New York Times": US-Demokraten führen Alaskas Wähler mit Namenstrick in die Irre

Vor den US-Kongresswahlen sollen die Demokraten mit einem bizarren Trick im Bundesstaat Alaska Verwirrung gestiftet haben. Um die Wiederwahl des amtierenden republikanischen Senators Dan S. Sullivan zu verhindern, hätten sie einen Gegenkandidaten namens Dan J. Sullivan aufgestellt, berichtete die "New York Times" am Mittwoch. Dieser sollte als Unabhängiger antreten und dem "echten" Sullivan Wählerstimmen streitig machen.

Nach Israel-Wahl: Keine Mehrheit in Sicht - Likud wirft arabischen Parteien Betrug vor

Nach der Parlamentswahl in Israel zeichnet sich bislang keine Regierungsmehrheit ab - während sich der Streit zwischen den politischen Lagern verschärft. Nach Auszählung von 85 Prozent der Stimmen bis Mittwochabend kam der Block von Regierungschef Benjamin Netanjahu auf 53 der 120 Sitze in der Knesset, das Oppositionsbündnis um den früheren Armeechef Gadi Eisenkot auf 48, wie die Wahlkommission mitteilte. Netanjahus Likud-Partei warf den arabischen Parteien unterdessen Wahlbetrug vor.

Textgröße ändern: