Pallade Veneta - "Völlig falsch": Lägreid-Geständnis überlagert Botn-Sieg

"Völlig falsch": Lägreid-Geständnis überlagert Botn-Sieg


"Völlig falsch": Lägreid-Geständnis überlagert Botn-Sieg
"Völlig falsch": Lägreid-Geständnis überlagert Botn-Sieg / Foto: MATHIAS BERGELD - IMAGO/BILDBYRAN/SID

Es hätte eigentlich der große Tag des Johan-Olav Botn sein sollen. Nach der Tragödie um seinen Kumpel Sivert Guttorm Bakken, den er unmittelbar vor Weihnachten tot in einem Hotelzimmer aufgefunden hatte, markierte der epochale Einzel-Olympiasieg des norwegischen Biathleten einen frühen emotionalen Höhepunkt bei den Winterspielen. Doch nur wenige Minuten nach seinem herausragenden sowie bewegenden Erfolg rückte dieser plötzlich völlig in den Hintergrund - weil Teamkollege Sturla Holm Lägreid sehr pikante Details aus seinem Privatleben ausplauderte.

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Das Seitensprung-Geständnis des Bronzemedaillengewinners live im TV beim norwegischen Rundfunk NRK verbreitete sich in Antholz wie ein Lauffeuer. Nachdem Lägreid auf der Pressekonferenz dann mehrere Fragen zu seiner Aktion beantwortet hatte, wandte er sich an Botn. "Ich will dir heute nicht die Show stehlen", sagte der Gesamtweltcupsieger entschuldigend. Er hoffe, "dass es nur die nächsten ein, zwei Tage ein Thema ist", Botns Goldmedaille dagegen sei "für immer".

Der Sieger ließ sich zumindest äußerlich keinen Ärger anmerken. "Sturla kann in der Mixed Zone tun, was er will. Ich entscheide nicht, worüber er sprechen möchte", sagte Botn: "Für mich ist es in erster Linie ein persönlicher und emotionaler Sieg für mich selbst." Er sei "nicht hier, um so viele Schlagzeilen wie möglich zu machen".

Doch während sich der glückliche Gewinner auf seinen größten Karriereerfolg fokussierte, hagelte es aus der Heimat Kritik für seinen Landsmann. "Das kam sehr überraschend. Es war eine falsche Handlung, wir sahen einen reuigen Jungen, der dort stand", sagte der mittlerweile zurückgetretene Rekordweltmeister und heutige NRK-Experte Johannes Thingnes Bö über Lägreid.

Sowohl die Zeit als auch der Ort und das Timing seien "leider völlig falsch", führte die norwegische Biathlon-Ikone weiter aus: "Bei Sturla liegen die Gefühle offen zutage. Er kann sie nicht verbergen."

Ganz anders klangen dagegen die Worte Bös in Richtung Botn. Was dieser in den letzten anderthalb Monaten durchgemacht habe, "kann keiner von uns nachvollziehen", sagte Bö: "Was er heute erreicht hat, ist eine der größten Leistungen, die wir im norwegischen Wintersport je gesehen haben."

Für die Norweger sei "eine Goldmedaille eine Sache, aber eine andere Sache ist das Gefühl, wenn man an Sivert denkt", sagte Botn, "und ich glaube, jeder im Team hofft einfach, dass er stolz auf das ist, was wir getan und erreicht haben."

S.Urciuoli--PV

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