Pallade Veneta - Oxfam: Superreiche verursachen mit Privatjets und Investitionen enorme Klimaschäden

Oxfam: Superreiche verursachen mit Privatjets und Investitionen enorme Klimaschäden


Oxfam: Superreiche verursachen mit Privatjets und Investitionen enorme Klimaschäden
Oxfam: Superreiche verursachen mit Privatjets und Investitionen enorme Klimaschäden / Foto: SEBASTIEN BOZON - AFP/Archiv

In Sekunden so viel klimaschädliches CO2 verursachen wie deutlich ärmere Menschen in einem ganzen Jahr - das machen laut einem Bericht der Entwicklungsorganisation Oxfam die Privatjets von Superreichen. 2025 hätten Privatjets weltweit in nur zwei Sekunden mehr CO2 verursacht als ein Mensch aus den ärmsten 50 Prozent der Weltbevölkerung im gesamten Jahr, heißt es in dem am Dienstag vorgelegten Bericht. Knapp zwei Wochen vor der Weltklimakonferenz forderte Oxfam daher eine höhere Besteuerung von Superreichen.

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Auch im Vergleich mit dem Treibhausgasausstoß eines Durchschnittsbürgers in Deutschland fällt die Klimabilanz von Privatjets verheerend aus. In dem Report mit dem Titel "Disaster Divide" (Katastrophenkluft) rechnet Oxfam vor, die Luxus-Flieger verursachten in weniger als einer halben Stunde mehr klimaschädliches CO2 als ein Normalverbraucher in Deutschland im gesamten Jahr.

"Überreiche treiben die Welt in den Klimakollaps", kritisierte der Oxfam-Referent für soziale Ungleichheit, Manuel Schmitt. Die "kleine Minderheit" der Milliardäre verantworte "mit ihrem Luxuskonsum und ihren Investitionen" unverhältnismäßig viele Emissionen – und das "auf Kosten der Mehrheit".

Dem Bericht zufolge verursachten Privatjets im vergangenen Jahr weltweit insgesamt 16 Millionen Tonnen klimaschädliches CO2. Ein einzelner Flug mit einem Privatjet stößt demnach durchschnittlich 3,7 Tonnen CO2 aus – fast so viel wie ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem Jahr.

Laut Oxfam sind auch hierzulande einige klimaschädliche Luxusmaschinen unterwegs. An deutschen Flughäfen seien 2025 mehr als 55.000 Privatjets gestartet, ihr CO2-Ausstoß belief sich dem Bericht zufolge auf mehr als 182.000 Tonnen. Diese Privatjets verursachten in weniger als einer halben Stunde mehr CO2 als ein Durchschnittsbürger in Deutschland im gesamten Jahr, kritisierte Oxfam.

Neben ihren Privatjet-Flügen trägt demnach vor allem das Investitionsverhalten der extrem Reichen maßgeblich zur Verschärfung der Klimakrise bei. Von den Investitionen von tausend Milliardären im Jahr 2025, die Oxfam für seinen Bericht untersuchte, seien 71 Prozent in besonders klimaschädliche Sektoren wie Öl, Gas oder Chemie geflossen.

Die Investitionsemissionen beliefen sich den Angaben zufolge auf 486 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Das bedeute, dass ein Milliardär im Durchschnitt durch Investitionen in etwas mehr als einer Minute mehr Treibhausgasemissionen verursache als ein Mensch aus der ärmeren Hälfte der Menschheit im gesamten Jahr.

Bei den 49 Deutschen unter den 1000 Milliardären lagen die Investitionsemissionen laut Oxfam im Durchschnitt bei 704.881 Tonnen CO2-Äquivalenten. Dies sei weit über dem internationalen Durchschnitt.

"Wer die Klimakrise so stark befeuert, muss auch für ihre Bewältigung zahlen, statt die Kosten auf die Allgemeinheit abzuwälzen", forderte Oxfam-Referent Schmitt. Hohe Vermögen, Privatjets und Übergewinne, insbesondere fossiler Konzerne, müssten stärker besteuert werden, "damit diejenigen, die besonders viel zur Klimakrise beitragen, auch einen besonders hohen Beitrag zu ihrer Bewältigung leisten".

Oxfam rief zudem dazu aus, wirtschaftlich benachteiligte Länder und ärmere Menschen "bei der Bewältigung der Klimakrise angemessen zu unterstützen". Die Hilfen der reichen Industriestaaten für den Klimaschutz und die Klimaanpassung in ärmeren Ländern werden wieder ein zentrales Thema bei der UN-Klimakonferenz sein, die am 9. November im türkischen Antalya beginnt.

A.Saggese--PV

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