Pallade Veneta - Greenpeace: Immer weniger Kühe kommen auf die Weide

Greenpeace: Immer weniger Kühe kommen auf die Weide


Greenpeace: Immer weniger Kühe kommen auf die Weide
Greenpeace: Immer weniger Kühe kommen auf die Weide / Foto: Philippe LOPEZ - AFP

Vor der Konferenz der Landwirtschaftsministerinnen und -minister in Büsum hat die Umweltorganisation Greenpeace von Bundesminister Cem Özdemir (Grüne) eine stärkere Förderung der Weidehaltung gefordert. Im Jahr 2020 hätten nur 31 Prozent der Milchkühe in Deutschland Zugang zur Weide gehabt, 2010 seien es noch 42 Prozent gewesen, teilte Greenpeace am Dienstag mit. Dabei sei die Weidehaltung nicht nur besonders artgerecht, sie sei auch ökologisch besonders wertvoll.

Textgröße ändern:

"Weder Bund noch Länder setzen sich bisher ausreichend für Milchviehbetriebe ein, die ihre Kühe auf die Weide lassen", kritisierte Greenpeace-Landwirtschaftsexperte Martin Hofstetter. Der Bund müsse jetzt mit einem starken Weideförderprogramm die Trendwende einleiten. Es gebe ausreichend Gelder der Europäischen Union, die dafür genutzt werden könnten.

Greenpeace wertete Angaben des Statistischen Bundesamtes zu den einzelnen Bundesländern aus. Demnach leben die meisten der knapp vier Millionen Milchkühe in Deutschland in Bayern (28 Prozent), gefolgt von Niedersachsen (21 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (zehn Prozent).

In Bayern hat demnach nur jede fünfte Kuh (18 Prozent) Zugang zur Weide, in Baden-Württemberg jede vierte Kuh. Schleswig-Holstein ist in dem Ranking Spitzenreiter: Dort kommt die Hälfte aller Kühe zumindest zeitweise auf die Weide. In Bayern werde zudem ein erheblicher Anteil der Tiere in Anbindeställen gehalten, was aus Tierschutzgründen umstritten ist und laut Koalitionsvertrag binnen zehn Jahren beendet werden soll, wie Greenpeace betonte.

Hofstetter forderte: "Die Milchviehhaltung in Deutschland muss dringend verbessert werden." Kühe seien von Natur aus Lauftiere, die Gras fressen. "Wir haben aus ihnen überzüchtete Turbokühe gemacht, die ganzjährig im Stall stehen und mit immer mehr Kraftfuttereinsatz dazu gebracht werden, maximal viel Milch zu geben."

Die stark steigenden Verkaufszahlen von Weidemilch- und Biomilchprodukten zeigten, dass es eine zunehmende Nachfrage für Milch aus guter Tierhaltung gebe. Das honorierten Molkereien gegenüber den Landwirten nicht genügend. Daher soll aus Sicht von Greenpeace der Staat aktiv werden. Bei der am Mittwoch startenden Konferenz der Landwirtschaftsministerinnen und -minister in Büsum steht das Thema Gründland- und Weideförderung auf der Tagesordnung.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Barmer-Studie: Klimaangst bei Jugendlichen nimmt ab

Der Klimawandel scheint Jugendlichen in Deutschland einer Umfrage zufolge nicht mehr so starke Angst zu bereiten wie noch vor einigen Jahren. Nach am Montag veröffentlichten Daten der Sinus-Jugendstudie der Krankenkasse Barmer haben 31 Prozent der 14- bis 17-Jährigen große Angst vor dem Klimawandel - 2021 waren es noch 39 Prozent.

Kolumbien beschwört bei Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien neue Allianzen

Anlässlich der ersten internationalen Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien hat das Gastgeberland Kolumbien zu neuen Allianzen aufgerufen. Länder, die Willens seien, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, stellten "eine neue Macht" dar, sagte die kolumbianische Umweltministerin Irene Vélez Torres der Nachrichtenagentur AFP. Sie äußerte sich kurz bevor Regierungsvertreter aus mehr als 50 Ländern ab Dienstag zu zweitägigen Gesprächen in der kolumbianischen Hafenstadt Santa Marta zusammenkommen.

Petersberger Klimadialog berät über Energiewende und Klimafinanzierung

Zum Petersberger Klimadialog werden ab Dienstagmorgen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 30 Staaten in Berlin erwartet. Die Beratungen dienen der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya, die von der Türkei in Zusammenarbeit mit Australien ausgerichtet wird. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Rahmen des High-Level-Segments des Klimadialogs sprechen.

Petersberger Klimadialog: Verbände fordern von Merz Abkehr von Kohle, Öl und Gas

Umweltverbände fordern im Vorfeld des internationalen Petersberger Klimadialogs kommende Woche in Berlin ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Abschied von Kohle, Öl und Gas. "Wir erwarten von Bundeskanzler Friedrich Merz, hier Akzente zu setzen", sagte Lutz Weischer von Germanwatch am Donnerstag in Berlin. Gerade die aktuelle Energiekrise aufgrund des Iran-Krieges zeige erneut, wie wichtig es sei, eine Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten zu erreichen.

Textgröße ändern: