Pallade Veneta - Klima-Wissenschaftler werfen US-Regierung Verzerrung ihrer Arbeit vor

Klima-Wissenschaftler werfen US-Regierung Verzerrung ihrer Arbeit vor


Klima-Wissenschaftler werfen US-Regierung Verzerrung ihrer Arbeit vor
Klima-Wissenschaftler werfen US-Regierung Verzerrung ihrer Arbeit vor / Foto: Nikolay DOYCHINOV - AFP/Archiv

Mehrere von der US-Regierung zitierte Wissenschaftler beklagen eine falsche Wiedergabe ihrer Forschungsergebnisse zum Klimawandel, welche die Bedeutung der menschlichen Aktivitäten für die Erwärmung des Erdklimas herunterspiele. Der Regierungsbericht "verzerrt meine Arbeit komplett", sagte etwa Benjamin Santer, Klimatologe und emeritierter Professor der britischen University of East Anglia, der Nachrichtenagentur AFP.

Textgröße ändern:

Der Bericht des US-Energieministeriums war Grundlage für die Entscheidung von US-Präsident US-Donald Trump, Treibhausgasemissionen nicht mehr als gesundheitsschädlich einzustufen und damit den Kampf gegen den Klimawandel weiter zu schwächen. Santer sagte dazu, ein Abschnitt des Berichts des US-Energieministeriums über die "Abkühlung der Stratosphäre" widerspreche sogar seinen Forschungsergebnissen.

James Rae, Klimaforscher an der Universität St. Andrews in Schottland, prangert ebenfalls eine falsche Darstellung seiner Arbeit an. Die Art und Weise, wie das Energieministerium Wissenschaft nutze, sei "wirklich erschreckend", sagte er. Der Bericht erinnere an die Arbeit eines Bachelor-Studenten, der versuche, die Klimawissenschaft zu verzerren.

Bor-Ting Jong von der Vrije Universiteit Amsterdam zeigte sich besorgt, "dass eine Regierungsbehörde einen Bericht veröffentlicht hat, der die Öffentlichkeit informieren und die Politik lenken soll, ohne dass er einem strengen Peer-Review-Prozess unterzogen wurde". Der Bericht enthalte falsche Aussagen zu dem von ihrem Team untersuchten Klimamodell. Eine abweichende Terminologie führe zudem zu einer Fehlinterpretation der Ergebnisse.

Auf AFP-Anfrage erklärte ein Ministeriumssprecher, der Bericht sei intern von einer Gruppe von Wissenschaftlern und Experten für öffentliche Politik überprüft worden. Der Öffentlichkeit wird nun die Möglichkeit gegeben, Kommentare zu dem Dokument abzugeben, bevor es im Bundesregister veröffentlicht wird.

Auch bei früheren Berichten der US-Regierung hatte es schon Beschwerden von Wissenschaftlern gegeben, die eine Verzerrung ihrer Arbeit anprangerten.

Im Mai hatte die US-Regierung einen Bericht zu chronischen Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen vorgelegt. Mindestens vier der darin zitierten Studien existieren jedoch nicht. Der Bericht enthielt zudem fehlerhafte Zitate-Links und schrieb Autoren wissenschaftliche Arbeiten zu, die bestreiten, diese verfasst zu haben.

N.Tartaglione--PV

Empfohlen

Experte: "Deutschland ist auf solche Extremhitze nicht vorbereitet"

Der Gesundheitsexperte Martin Herrmann sieht Deutschland nicht ausreichend auf Extremhitze vorbereitet. "Zwar hat die Bewusstheit über die Gefährlichkeit von Hitze in der Bevölkerung deutlich zugenommen", sagte der Vorsitzende der Deutschen Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG) der Nachrichtenagentur AFP. "Gleichzeitig ist Deutschland nach wir vor für einen Katastrophenfall durch Hitze schlecht oder nicht vorbereitet."

Neue Hitzwelle erfasst große Teile Westeuropas

Noch vor dem kalendarischen Sommeranfang am 21. Juni sind große Teile Westeuropas abermals von einer Hitzewelle erfasst worden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) warnte am Freitag nahezu deutschlandweit vor starker, teils sogar "extremer" Hitzebelastung. Die Temperaturen lagen in Deutschland demnach schwülheiß bei 30 bis 38 Grad. Auch in Frankreich, Spanien, Großbritannien und der Schweiz wurden Warnungen ausgegeben. Es ist bereits die zweite Hitzewelle in Westeuropa innerhalb eines Monats.

Intensive Hitzewelle erfasst mehr als die Hälfte Frankreichs

In Frankreich ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung von der zweithöchsten Hitzewarnstufe betroffen. Die Hitzwelle werde "flächendeckend, langanhaltend und intensiv", warnte der Wetterdienst am Freitag. Der Höhepunkt mit Temperaturen von bis zu 40 Grad wird zwischen Sonntag und Dienstag erwartet.

Wetterdienst warnt nahezu deutschlandweit vor Hitze: Teils drohen starke Gewitter

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat am Freitag nahezu deutschlandweit vor Hitze gewarnt. Im Westen drohe gebietsweise auch eine "extreme" Hitzebelastung, teilte der DWD mit. Die Temperaturen liegen demnach schwülheiß bei 30 bis 38 Grad. Zudem drohen in der Folge teils kräftige Gewitter mit Starkregen.

Textgröße ändern: