Pallade Veneta - EU-Klimakommissar erwartet "äußerst schwierige" Umstände für UN-Klimakonferenz

EU-Klimakommissar erwartet "äußerst schwierige" Umstände für UN-Klimakonferenz


EU-Klimakommissar erwartet "äußerst schwierige" Umstände für UN-Klimakonferenz
EU-Klimakommissar erwartet "äußerst schwierige" Umstände für UN-Klimakonferenz / Foto: Nicolas TUCAT - AFP

EU-Klimakommissar Wopke Hoekstra erwartet bei der UN-Klimakonferenz im November schwierige Verhandlungen. Die Konferenz im brasilianischen Belém finde unter "äußerst schwierigen geopolitischen Umständen" statt, sagte Hoekstra am Rande eines Treffens der EU-Umweltminister am Dienstag in Luxemburg. Bei der Sitzung wollen die EU-Umweltminister eine Verhandlungsstrategie für die UN-Konferenz vereinbaren.

Textgröße ändern:

Hoekstra verwies auf die USA, die unter Präsident Donald Trump erneut aus dem Pariser Klimaschutzabkommen ausgestiegen waren. Auch China, das weltweit die meisten Treibhausgase ausstößt, habe im Vorfeld der Konferenz Ziele vorgelegt, "die weit hinter dem zurückbleiben, was die Wissenschaft für nötig hält", betonte Hoekstra.

Die EU selbst hat sich allerdings noch gar kein konkretes Ziel für die UN-Konferenz gesetzt. Die 27 Mitgliedsländer sind in Sachen Klimaschutz zerstritten und hatten sich im September lediglich auf eine Notlösung geeinigt - einen Brief an die UNO mit Zusagen, die auf älteren EU-Gesetzen beruhen. "Wir leisten schon mehr als nur unseren Anteil", betonte Hoekstra am Dienstag.

EU-Ländern wie Tschechien, Polen, Italien und Ungarn gehen die angepeilten Ziele der EU zu weit. Dabei geht es insbesondere um ein Gesetz für die Reduktion der Treibhausgasemissionen: Bis 2040 will die EU-Kommission den Ausstoß im Vergleich zum Jahr 1990 um 90 Prozent reduzieren, drei Prozentpunkte davon sollen die einzelnen Länder aus Projekten im Ausland anrechnen können

Dieses Gesetz ist noch nicht beschlossen. Ursprünglich wollte die EU davon ihre Zusage für die UN-Klimakonferenz ableiten, dafür ist die Zeit knapp geworden. Angesichts des Streits hebt die EU die Verhandlungen nun auf die höchste Ebene: Am Donnerstag sollen die Staats- und Regierungschefs beim Gipfel in Brüssel über die Klimaziele beraten.

Anfang November soll ein Sondertreffen der EU-Umweltminister folgen. Diese sollen sich auf eine mehrheitliche Position zum Ziel für 2040 sowie auf eine konkrete Zusage an die UNO einigen - wenige Tage, bevor die Konferenz in Brasilien beginnt.

B.Cretella--PV

Empfohlen

Barmer-Studie: Klimaangst bei Jugendlichen nimmt ab

Der Klimawandel scheint Jugendlichen in Deutschland einer Umfrage zufolge nicht mehr so starke Angst zu bereiten wie noch vor einigen Jahren. Nach am Montag veröffentlichten Daten der Sinus-Jugendstudie der Krankenkasse Barmer haben 31 Prozent der 14- bis 17-Jährigen große Angst vor dem Klimawandel - 2021 waren es noch 39 Prozent.

Kolumbien beschwört bei Konferenz zum Ausstieg aus fossilen Energien neue Allianzen

Anlässlich der ersten internationalen Konferenz zum Ausstieg aus den fossilen Energien hat das Gastgeberland Kolumbien zu neuen Allianzen aufgerufen. Länder, die Willens seien, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beschleunigen, stellten "eine neue Macht" dar, sagte die kolumbianische Umweltministerin Irene Vélez Torres der Nachrichtenagentur AFP. Sie äußerte sich kurz bevor Regierungsvertreter aus mehr als 50 Ländern ab Dienstag zu zweitägigen Gesprächen in der kolumbianischen Hafenstadt Santa Marta zusammenkommen.

Petersberger Klimadialog berät über Energiewende und Klimafinanzierung

Zum Petersberger Klimadialog werden ab Dienstagmorgen hochrangige Vertreterinnen und Vertreter aus mehr als 30 Staaten in Berlin erwartet. Die Beratungen dienen der Vorbereitung der nächsten UN-Klimakonferenz im November im türkischen Antalya, die von der Türkei in Zusammenarbeit mit Australien ausgerichtet wird. Am Mittwoch wird Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Rahmen des High-Level-Segments des Klimadialogs sprechen.

Petersberger Klimadialog: Verbände fordern von Merz Abkehr von Kohle, Öl und Gas

Umweltverbände fordern im Vorfeld des internationalen Petersberger Klimadialogs kommende Woche in Berlin ein klares Bekenntnis der Bundesregierung zum Abschied von Kohle, Öl und Gas. "Wir erwarten von Bundeskanzler Friedrich Merz, hier Akzente zu setzen", sagte Lutz Weischer von Germanwatch am Donnerstag in Berlin. Gerade die aktuelle Energiekrise aufgrund des Iran-Krieges zeige erneut, wie wichtig es sei, eine Unabhängigkeit von fossilen Energieimporten zu erreichen.

Textgröße ändern: