Pallade Veneta - Wirtschaftsweise Malmendier fordert längere Laufzeit für verbleibende Atommeiler

Wirtschaftsweise Malmendier fordert längere Laufzeit für verbleibende Atommeiler


Wirtschaftsweise Malmendier fordert längere Laufzeit für verbleibende Atommeiler
Wirtschaftsweise Malmendier fordert längere Laufzeit für verbleibende Atommeiler / Foto: Christof STACHE - AFP/Archiv

Die Wirtschaftsweise Ulrike Malmendier hat sich für einen längeren Verbleib am Netz der letzten drei in Deutschland betriebenen Atomkraftkwerke ausgesprochen. "Inzwischen wissen wir: Der Winter 2023/2024 wird nicht unbedingt leichter", sagte die Ökonomin von der US-Universität Berkeley dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe). "Deswegen gilt es, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, und da gehören die Atomkraftwerke dazu."

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Die Entscheidung müsse nun rasch getroffen werden, damit die Betreiber sich darauf vorbereiten und neue Brennstäbe beschaffen könnten. Den Kurs der Bundesregierung in der Atomfrage kritisierte Malmendier auch aus außenpolitischen Gründen: Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) habe mit seiner späten Entscheidung, die Kraftwerke Emsland, Neckarwestheim 2 und Isar 2 später abzuschalten, zugleich aber weiter Gas aus Russland zu beziehen, "in den USA für Verwirrung gesorgt".

Malmendier ist seit diesem Sommer Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, der die Bundesregierung in wirtschaftlichen Fragen berät. Diese wollte nach ursprünglichem Plan ab Anfang 2023 keine Elektrizität aus Atomkraft mehr produzieren. Angesichts der Energiekrise wurde die Laufzeit der drei Kraftwerke bis April verlängert. Neue Brennstäbe sollen dafür nicht gekauft werden.

Der Wirtschaftsrat der oppositionellen CDU forderte derweil, die Frage nach dem Abschalten der verbleibenden Kraftwerke von der Forschung an neuen nuklearen Technologien zu trennen. "Zwar läuft die Zeit klassischer Siedewasser- und Druckwasserreaktoren ab, aber die Forschung stellt inzwischen neue Wirkprinzipien und Reaktortypen vor, für die die bisherigen Pro- und Contra-Argumente nicht mehr gelten", heißt es in einem Positionspapier des Gremiums, aus dem das Redaktionsnetzwerk Deutschland am Montag zitierte.

"Mit dem beschlossenen Ausstieg aus der Nutzung der Kernenergie darf Deutschland keineswegs die Tür in der Forschung für diese Zukunftstechnologie schließen", sagte Wirtschaftsrats-Generalsekretär Wolfgang Steiger dem RND. "Die Forschung an Reaktortypen der vierten Generation muss im Gegenteil deutlich verstärkt und von der öffentlichen Hand auch stärker finanziell unterstützt werden."

Z.Ottaviano--PV

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