Pallade Veneta - Inflationsrate in der Türkei schwächt sich weiter ab - im Dezember bei 64,3 Prozent

Inflationsrate in der Türkei schwächt sich weiter ab - im Dezember bei 64,3 Prozent


Inflationsrate in der Türkei schwächt sich weiter ab - im Dezember bei 64,3 Prozent
Inflationsrate in der Türkei schwächt sich weiter ab - im Dezember bei 64,3 Prozent / Foto: Yasin AKGUL - AFP

Die Inflation in der Türkei hat sich im Dezember offiziellen Angaben zufolge weiter abgeschwächt. Die Verbraucherpreise stiegen im letzten Monat des vergangenen Jahres um 64,3 Prozent im Vorjahresvergleich, wie die staatliche Statistikbehörde Tuik am Dienstag mitteilte. Analysten betonten, das sei auf einen statistischen Effekt zurückzuführen: Im vergangenen Dezember war der Vergleichswert sehr hoch gewesen.

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Unabhängige Experten bezweifeln zudem die offiziellen Zahlen. Sie gehen im Dezember von einer Teuerung um 137,5 Prozent im Vorjahresvergleich aus. Für November hatten sie sogar 170,7 Prozent berechnet.

Seit Mai 2021 war die Inflation in der Türkei Monat für Monat kontinuierlich auf immer neue Rekordwerte angestiegen. Im Oktober erreichte die offizielle Rate 85,5 Prozent. Im November dann schwächte sich der Anstieg den offiziellen Angaben zufolge erstmals wieder ab.

Angetrieben wird die Preissteigerung in der Türkei durch die schwache Währung. Wie in Deutschland werden auch in der Türkei vor allem Energieprodukte und Lebensmittel immer teurer.

Staatschef Recep Tayyip Erdogan, der im Juni wiedergewählt werden möchte, legt sein Augenmerk vor allem auf Wachstum und Beschäftigung statt auf Preisstabilität. Er geht davon aus, dass die Türkei das Problem der Inflation im kommenden Jahr "überwunden" haben wird. Vergangene Woche sagte er, Ziel sei ein einstelliger Wert im Jahr 2024. Die Zentralbank geht von gut 22 Prozent Inflation im kommenden Jahr aus.

Erdogan ist zudem grundsätzlich ein Gegner hoher Zinsen, die die Inflation nach gängiger Meinung von Ökonomen abkühlen können. Die Zentralbank senkte 2022 insgesamt vier Mal die Leitzinsen.

Um die Folgen der starken Teuerung abzumildern, stieg zu Beginn des neuen Jahres der Mindestlohn um 55 Prozent auf 8500 Lira (rund 430 Euro). Es war die dritte Anhebung binnen eines Jahres. Den Mindestlohn bekommen mehr als 40 Prozent der Beschäftigten in der Türkei.

D.Vanacore--PV

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