Pallade Veneta - Bahnstreik legt Großbritannien lahm

Bahnstreik legt Großbritannien lahm


Bahnstreik legt Großbritannien lahm
Bahnstreik legt Großbritannien lahm / Foto: Daniel LEAL - AFP

Tausende Bahnmitarbeiter in Großbritannien haben einen viertägigen Arbeitsausstand begonnen. In den normalerweise geschäftigen Londoner Bahnhöfen herrschte am Dienstag - dem ersten normalen Arbeitstag des Jahres 2023 nach den Neujahrsferien - gespenstische Ruhe. Dem Streikaufruf der Gewerkschaft RMT folgten nach deren Angaben 40.000 Angestellte der Staatsbahn Network Rail sowie von 14 Privatbahnen.

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RMT hat zu zwei jeweils 48-stündigen Streiks aufgerufen, am Dienstag und Mittwoch sowie am Freitag und Samstag. Auch am Donnerstag dürfte es zu Beeinträchtigungen kommen, denn eine weitere Bahn-Gewerkschaft, Aslef, hat zu einem durchgängigen fünftägigen Ausstand aufgerufen.

Network Rail warnte vor "ernsthaften Störungen" in dieser Woche auf großen Teilen des Schienennetzes. Reisen sollten nur unternommen werden, "wenn es absolut notwendig ist".

RMT fordert angesichts der anhaltend hohen Inflation im Land spürbare Gehaltserhöhungen sowie Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. Der konservativen Regierung des Landes wirft die Gewerkschaft vor, sich in die Verhandlungen mit den Unternehmen eingeschaltet zu haben, um eine Einigung zu verhindern.

Verkehrsminister Mark Harper wies diese Darstellung zurück. Die Gewerkschaften forderte er auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Streikaufruf sei "nicht hilfreich, und schadet der Bahnindustrie und den Interessen der Beschäftigten", sagte er dem Sender Sky News.

Die Bahnangestellten haben wie die Beschäftigten einer Vielzahl von Sektoren in den vergangenen Monaten bereits mehrfach gestreikt. Im Dezember war vor allem das Gesundheitswesen betroffen. Die Regierung setzte teilweise das Militär etwa für Krankenfahrten ein. Daneben legten auch etwa Briefträger und Beschäftigte im Telekommunikationsbereich die Arbeit nieder.

Über die Feiertage streikten zudem die Grenzpolizisten an mehreren Flughäfen. Auch hier rief die Regierung das Militär zu Hilfe. Premierminister Rishi Sunak hat sich offen gegen starke Gehaltserhöhungen im öffentlichen Sektor ausgesprochen - dies würde lediglich die Inflation weiter anheizen.

Laut einer Ende Dezember veröffentlichten Yougov-Umfrage unterstützen rund zwei Drittel der Britinnen und Briten die Streiks im Gesundheitssektor. Für den Streik bei der Bahn gibt es weniger Verständnis, nur 43 Prozent der Befragten unterstützten ihn.

O.Pileggi--PV

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