Pallade Veneta - Studie: Chinesischen Banken droht der Ausfall vieler Seidenstraße-Kredite

Studie: Chinesischen Banken droht der Ausfall vieler Seidenstraße-Kredite


Studie: Chinesischen Banken droht der Ausfall vieler Seidenstraße-Kredite
Studie: Chinesischen Banken droht der Ausfall vieler Seidenstraße-Kredite / Foto: NICOLAS ASFOURI - AFP

Vielen chinesischen Banken droht einer Studie zufolge der Ausfall von Krediten, die sie im Rahmen von Pekings Programm Neue Seidenstraße an Schwellen- und Entwicklungsländer vergeben haben. Im vergangenen Jahr betraf dies rund 60 Prozent aller chinesischen Auslandskredite, wie das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) am Dienstag mitteilte. 2010 lag der Anteil lediglich bei fünf Prozent.

Textgröße ändern:

"Um die Ausfälle zu verhindern, vergibt Peking Rettungskredite im großen Stil", erklärten die Forscher, die ihre Studie gemeinsam mit Forschern von der US-Organisation AidData, der Harvard Kennedy School und der Weltbank erstellt haben. Bis Ende 2021 stellten sie demnach 128 Rettungsdarlehen an 22 Schuldnerländer im Gesamtwert von 240 Milliarden Dollar fest, besonders in Form von Laufzeitverlängerungen und neuen Krediten. Nur selten werden Schulden erlassen.

Die Führung in China will so offenbar ihre Banken retten. Das zeigt auch die unterschiedliche Behandlung der Schuldnerländer: Auf Staaten mit mittlerem Einkommen entfällt der Studie zufolge mit über 500 Milliarden Dollar der größte Anteil der Auslandskredite. "Chinas Führung hat daher große Anreize, einen Zahlungsausfall dieser Länder auf jeden Fall zu verhindern. Sie bietet ihnen im Fall von Zahlungsschwierigkeiten in der Regel neue Kredite an, um damit die alten Schulden zu tilgen."

Auf Länder mit niedrigem Einkommen entfällt hingegen nur rund ein Fünftel der Kredite, wie die Forscher ausführen. Sie sind für die Stabilität des chinesischen Bankensektors daher weniger wichtig und erhalten selten neue Gelder. Kritiker werfen China seit langem vor, einkommensschwache Länder mit unerschwinglichen Krediten in die Schuldenfalle zu locken.

Nun habe sich China "auf das riskante Geschäft der internationalen Rettungskredite eingelassen", erklärte die ehemalige Chefvolkswirtin der Weltbank, Carmen Reinhart, die heute an der Harvard Kennedy School forscht. Die Autorinnen und Autoren der Studie sehen darin Parallelen zu europäischen Rettungskrediten an Griechenland und andere südeuropäische Länder während der Eurokrise. "Auch damals spielte die Rettung von einheimischen Banken eine wesentliche Rolle bei der Vergabe von Rettungskrediten."

Bislang hat China der Studie zufolge Rettungskredite an 22 Länder vergeben, etwa an Ägypten, Argentinien, Laos, Pakistan, Sri Lanka, die Türkei oder Weißrussland. Die Rettungskredite stellen auch die Zukunft der Neuen Seidenstraße in Frage, denn die reguläre Kreditvergabe für neue Infrastruktur- und Energieprojekte hätten chinesische Banken "drastisch reduziert".

Brad Parks von AidData kritisierte, dass China "auf undurchsichtige und unkoordinierte Weise" ein neues globales System für grenzüberschreitende Rettungsdarlehen geschaffen habe. "Sein strikt bilateraler Ansatz hat die Koordinierung der Aktivitäten aller wichtigen Kreditgeber erschwert, was bedenklich ist, da die Lösung von Staatsschuldenkrisen in der Regel ein gewisses Maß an Koordination zwischen den Gläubigern erfordert.

A.Graziadei--PV

Empfohlen

Regierung: Wirtschaft im Aufschwung - Wachstum aber nicht selbsttragend

Die Bundesregierung sieht die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs: Das Wirtschaftsministerium hob seine Prognose für das laufende Jahr um 0,8 Prozentpunkte auf 1,3 Prozent an. Dafür verantwortlich seien jedoch maßgeblich die hohen staatlichen Ausgaben sowie Sondereffekte, von denen die Exportwirtschaft profitiert habe, heißt es in der Herbstprojektion. Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sagte, das Wachstum sei nicht selbsttragend - sie drang auf Sozial- und Arbeitsmarktreformen.

Italo-Einstieg: Erfolg für DB in Gerichtsstreit gegen Beschluss von Netzagentur

Erfolg für die Deutsche Bahn im Ringen um den Markteinstieg der italienischen Bahngesellschaft Italo: Die DB muss ihren Zugverkehr auf besonders belasteten Strecken nicht zugunsten von Konkurrenten einschränken. Das Verwaltungsgericht Köln stufte am Donnerstag eine Wettbewerbsklausel für Fernverkehrsstrecken mit Kapazitätsobergrenzen per Eilbeschluss als rechtswidrig ein. Auch die Vorgabe, Konkurrenten an Bahnhöfen Platz für Lounges anbieten zu müssen, lehnte das Gericht ab. Die Bahn erklärte, das Urteil schaffe Klarheit.

Vaterschaftsanerkennung durch Transmann vor einigen Jahren kann unwirksam sein

Die Anerkennung der Vaterschaft für ein Kind durch einen Transmann ist unter Umständen unwirksam. Das betrifft die Zeit vor dem Selbstbestimmungsgesetz 2024, wenn er zum Zeitpunkt der Geburt des Babys rechtlich noch als Frau galt, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Donnerstag in Karlsruhe veröffentlichten Beschluss entschied. Die Anerkennung werde auch nicht dadurch wirksam, dass schon mehr als fünf Jahre vergingen. (Az. XII ZB 456/25)

Experten: Bundesregierung beim Bürokratieabbau auf gutem Weg

Die Bundesregierung ist nach Ansicht von Experten beim Abbau der Bürokratie auf einem guten Weg - entscheidend ist nun die konkrete Umsetzung. Mit den Modernisierungsprogrammen sowie dem Zukunftspakt von Bund, Ländern und Kommunen habe die Bundesregierung wichtige Reformprogramme auf den Weg gebracht, stellte der sogenannte Normenkontrollrat (NKR) in seinem am Donnerstag vorgelegten Jahresbericht fest. "Die Richtung stimmt." Jetzt müssten aus Strategien aber konkrete Ergebnisse werden. Gleiches gelte für die geplanten, tiefgreifenden Strukturreformen.

Textgröße ändern: