Pallade Veneta - Habeck erfreut über Einsatz von CDU-Ministerpräsidenten für Industriestrompreis

Habeck erfreut über Einsatz von CDU-Ministerpräsidenten für Industriestrompreis


Habeck erfreut über Einsatz von CDU-Ministerpräsidenten für Industriestrompreis
Habeck erfreut über Einsatz von CDU-Ministerpräsidenten für Industriestrompreis / Foto: John MACDOUGALL - AFP/Archiv

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) hat den Einsatz der Ministerpräsidenten in Brüssel für sein Vorhaben eines verbilligten Strompreises für energieintensive Industriezweige begrüßt. "Ich freue mich über die Unterstützung gerade von Unionsministerpräsidenten bei dem Industriestrompreis", sagte er am Donnerstag im Bundestag. Die CDU-Ministerpräsidenten von Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein, Hendrik Wüst und Daniel Günther, hatten zuvor erneut auf eine Einigung der Bundesregierung bei dem Thema gepocht.

Textgröße ändern:

Es sei nötig, "dieses klare Signal für den Industriestandort zu senden", sagte NRW-Regierungschef Wüst im ZDF-"Morgenmagazin". Doch stattdessen streite die Bundesregierung "mal wieder darüber". Zu den Kosten eines übergangsweise subventionierten Strompreises sagte er: "Teurer als all das, was gerade diskutiert wird, wäre nur nichts zu tun."

"Gerade für größere energieintensive Unternehmen ist der Preis schlicht und ergreifend zu hoch", sagte auch Ministerpräsident Günther aus Schleswig-Holstein. Langfristig brauche es strukturelle Lösungen, als Übergangslösung müsste der Strompreis aber schnell gesenkt werden.

Die von Habeck vorgeschlagenen Energiesubventionen polarisieren derzeit wie kaum ein anderes Thema. Innerhalb der Bundesregierung lehnt besonders die FDP sie als zu teuer und unnötig ab, auch Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ist anders als die Bundestagsfraktion seiner Partei dagegen. Die Länderchefs und -chefinnen sind unabhängig von ihrer Parteiangehörigkeit dafür.

Die 16 Regierungschefs der Bundesländer hatten am Mittwoch in Brüssel bei einem Treffen mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen für den Industriestrompreis geworben. Von der Leyen äußerte sich anschließend allerdings nicht zu dem Thema. Die EU-Kommission erlaubt solche Subventionen in der Regel nur unter strengen Auflagen.

Die Grünen machten derweil einen neuen Vorstoß. Sie habe eine Einladung an alle Fraktionen ausgesprochen, über die vorübergehende Subventionierung der Stromkosten für energieintensive Unternehmen zu sprechen, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge im ZDF-"Morgenmagazin". "Aus meiner Sicht ist es richtig, genau über diesen Industriestrompreis zu sprechen."

Auch in der Wirtschaft ist das Vorhaben allerdings umstritten. Ökonomen sprechen sich eher dafür aus, energieintensive Industriezweige lieber abwandern zu lassen, als sie künstlich im Land zu halten. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) begrüßte grundsätzlich das gemeinsame Antreten der Ministerpräsidenten in Brüssel. Der geforderte Industriestrompreis konterkariere jedoch "einen europäischen Ansatz, globale Probleme wie zum Beispiel die hohen Energiekosten gemeinsam anzugehen". Auch "droht eine solche Subvention den europäischen Binnenmarkt zu verzerren", erklärte VDMA-Hauptgeschäftsführer Thilo Brodtmann.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Sánchez wirbt um "große progressive Mehrheit" für neue Wohnungspolitik in Spanien

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat bei seinem ersten Wahlkampfauftritt um eine breite Mehrheit im Parlament für eine neue Wohnungspolitik geworben. Mit einer "großen progressiven Mehrheit" könne das Parlament das von seiner linksgerichteten Regierung geplante Maßnahmenpaket gegen die Wohnungskrise umsetzen, sagte Sánchez am Samstag bei einem Auftritt in Dos Hermanas in der Nähe von Sevilla in Andalusien. Es gehe darum, "Kleinvermieter und Mieter vor der Immobilienspekulation zu schützen".

EU-Haushalt: Irland sieht Sparpotenzial von acht Prozent - Kritik von Merz

Einsparungen in dreistelliger Milliardenhöhe: Diesen Haushaltsvorschlag hat die irische EU-Ratspräsidentschaft am Samstag vorgelegt. Im Vergleich zum Haushaltsentwurf der EU-Kommission mit einem Gesamtvolumen von knapp zwei Billionen Euro für die Jahre 2028 bis 2034 sieht die Regierung in Dublin Sparpotenzial in Höhe von rund 140 Milliarden Euro oder acht Prozent. Während Deutschland und Schweden die Einsparungen als zu niedrig kritisierten, sehen andere Länder sie als zu weitgehend an.

Journalistenverband verurteilt AfD-Drohung gegen ZDF-Reporter Köster

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die Drohungen des AfD-Politikers Ulrich Siegmund gegen den ZDF-Reporter Fabian Köster im Landtag von Sachsen-Anhalt verurteilt. "Erst kritische Journalisten unter Druck setzen, dann Sender abwickeln wollen: Das ist kein Medienkonzept, das ist pure Einschüchterung", erklärte der DJV- Bundesvorsitzende Mika Beuster. Wer kritische Berichterstattung mit der beruflichen Existenz verknüpfe, überschreite eine rote Linie.

Trump verkündet Diesel-Liefervereinbarung mit Putin - Scharfe Kritik aus Kiew

Dreieinhalb Wochen vor den Kongresswahlen in den USA und trotz bestehender Sanktionen wegen des Ukraine-Kriegs hat US-Präsident Donald Trump eine Vereinbarung mit Moskau über russische Diesel-Lieferungen verkündet. Russland werde "sofort mehr als 300.000 Tonnen Dieselkraftstoff" für die USA und den Weltmarkt liefern und weitere 500.000 Tonnen im November, erklärte Trump am Freitag. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj kritisierte den Schritt als "unwürdig" und Zeichen der "Schwäche".

Textgröße ändern: