Pallade Veneta - Studie: Deutsche in jedem zweiten Unternehmensvorstand noch unter sich

Studie: Deutsche in jedem zweiten Unternehmensvorstand noch unter sich


Studie: Deutsche in jedem zweiten Unternehmensvorstand noch unter sich
Studie: Deutsche in jedem zweiten Unternehmensvorstand noch unter sich / Foto: JOHANNES EISELE - AFP/Archiv

Bei der Diversität in den Vorständen großer deutscher Unternehmen gibt es laut einer Studie trotz positiver Entwicklungen noch Nachholbedarf. Zwar "sitzen nicht mehr nur 'alte deutsche Männer' in den Vorständen", sagte der Partner der Managementberatung Horváth, Oliver Greiner, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Doch noch immer bestehe knapp die Hälfte aller Vorstände hierzulande ausschließlich aus Deutschen - trotz des "signifikanten Auslandsgeschäfts" fast aller untersuchten Firmen.

Textgröße ändern:

Horváth nahm die Vorstandsstrukturen der börsennotierten Unternehmen hierzulande unter die Lupe. Es sind insgesamt 160 Firmen im Dax, MDax und SDax mit mehr als 680 Vorstandsmitgliedern (Stand Ende 2021).

26 Prozent dieser Vorstandsmitglieder hatten laut Auswertung einen ausländischen Pass, der größte Teil von ihnen stammt aus Nordamerika und Großbritannien, gefolgt von Chefinnen und Chefs aus Frankreich, Österreich und den Niederlanden.

Beim Frauenanteil in den Chefetagen gab es im Vorjahresvergleich einen minimalen Fortschritt auf niedrigem Niveau. Lediglich 13 Prozent aller Vorstandsmitglieder waren Ende 2021 weiblich, ein Plus von einem Prozentpunkt im Vorjahresvergleich. Im Dax lag der Anteil bei 18 Prozent, im MDax mit seinen mittelgroßen Unternehmen bei 11,5 Prozent und im SDax mit kleineren Unternehmen bei unter zehn Prozent.

Laut Auswertung saßen in 84 der 160 Vorstände gar keine Frauen, im Vorjahr waren es noch 100 gewesen. Auffällig außerdem: In lediglich zwölf der Unternehmensvorstände war mehr als eine Frau vertreten - ein Anteil von lediglich 7,5 Prozent.

"Auch wenn der aktuelle Frauenanteil in den Vorstandsgremien alles andere als zufriedenstellend ist – und es in den meisten Fällen aktuell bei einer Frau im Vorstand bleibt – geht der Trend grundsätzlich in die richtige Richtung", erklärte Greiner: Denn der Frauenanteil bei den Neubestellung in Unternehmensvorstände im Jahr 2021 lag bei 45 Prozent.

Auch beim Alter der Vorstandsmitglieder gibt es noch wenig Diversität: Lediglich drei Prozent der Vorstandsmitglieder waren Ende 2021 unter 40 Jahre alt; über 60 Jahre alt waren zwölf Prozent. Die Mehrheit der Vorstandsmitglieder gehörten der Altersgruppe von 45 bis 55 Jahren an - im Schnitt waren die Unternehmenschefs 53 Jahre alt.

A.Fallone--PV

Empfohlen

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Studie offenbart Gewinne des niederländischen Königshauses durch Kolonialismus

Der niederländische König Willem-Alexander hat sich am Freitag zutiefst beeindruckt von den Ergebnissen einer Studie über die Profite des Königshauses aus Kolonialismus und Sklaverei gezeigt. Die vom König 2022 in Auftrag gegebene Untersuchung kommt zu dem Schluss, dass das Königshaus den Kolonialismus über Jahrhunderte als rechtmäßige Quelle der Bereicherung für das Land betrachtete.

Textgröße ändern: