Pallade Veneta - WWF kritisiert zu geringes Engagement von deutschen Firmen gegen Entwaldung

WWF kritisiert zu geringes Engagement von deutschen Firmen gegen Entwaldung


WWF kritisiert zu geringes Engagement von deutschen Firmen gegen Entwaldung
WWF kritisiert zu geringes Engagement von deutschen Firmen gegen Entwaldung / Foto: MARVIN RECINOS - AFP/Archiv

Die Umweltschutzorganisation WWF hat ein zu geringes Engagement deutscher Unternehmen für den globalen Waldschutz kritisiert. Untersucht wurden laut einer Mitteilung des WWF vom Samstag Lieferketten für die Herstellung von Alltagsprodukten wie Margarine, Schokolade, Steak, Creme oder Waschmittel. Dabei seien Defizite bei Transparenz und Nachhaltigkeit festgestellt worden.

Textgröße ändern:

Die genannten Produkte würden aus Agrarrohstoffen hergestellt, "die die EU und Deutschland importieren und für die in anderen Erdteilen intakte Natur in Acker- und Weideflächen umgewandelt werden", erklärte der WWF. Eine von der Organisation entwickelte "Entwaldungs-Scorecard" zeige, dass Selbstverpflichtungen für nachhaltige Lieferketten keinen hinreichenden Effekt hätten.

Der WWF forderte daher ein EU-Gesetz zum Stopp der Entwaldung und zur Nachverfolgbarkeit von Lieferketten. "Sonst wird intakte Natur in Südamerika, Asien und Afrika weiterhin für unseren hiesigen Konsum umgewandelt", warnte die WWF-Expertin für Agrarrohstoffe Maja-Catrin Riecher.

Die Entwaldungs-Scorecard des WWF untersucht anhand der Risikostoffe Palmöl, Soja, Kakao und Rind-Erzeugnisse, ob deutsche Unternehmen den Schutz vor Waldzerstörung in ihre Lieferketten integriert haben. 15 von 27 angefragten Unternehmen beteiligten sich der Organisation zufolge an der Untersuchung.

Ein Bekenntnis zu entwaldungsfreien Lieferketten gibt es laut WWF bei Lidl, Beiersdorf, Kaufland und Metro. Davon habe aber nur Lidl tatsächlich alle relevanten Rohstoffe und Lieferketten im Blick. Die besten Ergebnisse bei der Scorecard hätten Lidl, Beiersdorf, die PHW-Gruppe, Aldi Nord und Süd sowie Kaufland erzielt. Metro und Edeka lagen im Mittelfeld. Relativ schlecht schnitten dm und Tönnies ab.

Die höchste Sensibilität sei bei Palmöl festzustellen gewesen, was der WWF auf zahlreiche Naturschutzkampagnen zu diesem Thema zurückführt. Bei Soja und Kakao habe dagegen nur eines der beteiligten Unternehmen nachverfolgbare Lieferketten, auch bei Rindfleisch-Erzeugnissen sei die Nachverfolgbarkeit eher gering.

Skeptisch äußerte sich der WWF zu den Unternehmen, die sich nicht beteiligten. "Unter dieser stillen Gruppe mag es einzelne Engagierte geben, doch die meisten hoffen wohl eher mit Passivität und Intransparenz davonzukommen", erklärte Riecher.

C.Grillo--PV

Empfohlen

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Medien: Trump will Geheimdienstchef Clayton zum KI-Berater ernennen

US-Präsident Donald Trump will Geheimdienstdirektor Jay Clayton offenbar zu seinem neuen Beauftragten für Künstliche Intelligenz (KI) ernennen. Die Sender CNN, CBS News und andere Medien berichteten am Freitag, Trump werde den 60-Jährigen voraussichtlich in Kürze nominieren.

Textgröße ändern: