Pallade Veneta - Özdemir fordert EU-weit verpflichtende Herkunftsangaben auf Lebensmitteln

Özdemir fordert EU-weit verpflichtende Herkunftsangaben auf Lebensmitteln


Özdemir fordert EU-weit verpflichtende Herkunftsangaben auf Lebensmitteln
Özdemir fordert EU-weit verpflichtende Herkunftsangaben auf Lebensmitteln / Foto: John MACDOUGALL - AFP

Geht es nach Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne), sollen Verbraucherinnen und Verbraucher auf Lebensmittelverpackungen künftig EU-weit verpflichtend Angaben zum Herkunftsland finden. Eine solche Angabe sei notwendig, "damit sie eine kompetente Kaufentscheidung treffen können", sagt Özdemir bei einem Treffen mit seinen EU-Kollegen in Brüssel. Er forderte die EU-Kommission auf, einen Vorschlag für eine solche Vorschrift zu machen.

Textgröße ändern:

Verbraucherinnen und Verbraucher wollten wissen, wo ihre Lebensmittel herkämen, betonte Özdemir. "Aber auch unsere Landwirte brauchen das Herkunftskennzeichen", fügte er hinzu. Betriebe in Deutschland könnten so gestärkt werden, weil Verbraucherinnen und Verbraucher Wert auf Produkte aus der Region legten. Özdemir forderte eine solche Angabe "am liebsten überall".

Nähere Herkunftsangaben sind in der EU bislang etwa bei frischen Produkten wie Obst oder Eiern sowie bei vorverpacktem Fleisch verpflichtend, in Deutschland auch für unverarbeitetes Fleisch etwa beim Metzger oder auf dem Wochenmarkt. Außerdem müssen Hersteller eine Angabe zur Herkunft der Zutaten machen, wenn die Verpackung einen irreführenden Eindruck erweckt - etwa auf einer Dose Tomatenmark mit aufgedruckten italienischen Flaggen, wenn die Tomaten eigentlich aus einem anderen Land kommen. In den meisten Fällen muss bei Produkten aus der EU aber nicht präzisiert werden, aus welchem Mitgliedstaat sie stammen.

Die EU-Kommission prüft seit einigen Jahren eine Ausweitung der Kennzeichnungspflichten etwa auf Milch oder verarbeitete Tomaten, hat bislang allerdings keinen Vorschlag vorgelegt. Die Kommission habe "ihr gegebenes Wort" für eine EU-weite Kennzeichnungspflicht nicht gehalten, erklärte Özdemir. Ohne eine Entscheidung aus Brüssel seien ihm in Deutschland "die Hände gebunden".

F.Amato--PV

Empfohlen

Streit ums Geld: EU-Staats- und Regierungschefs verhandeln über EU-Haushalt

Die EU-Staats- und Regierungschefs haben in Brüssel ihre Verhandlungen über den nächsten, auf sieben Jahre angelegten Haushalt der Europäischen Union begonnen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) zeigte sich bei seiner Ankunft in Brüssel am Donnerstag noch höchst skeptisch: "Wir brauchen Einstimmigkeit im Rat, und von dieser Einstimmigkeit sind wir weit entfernt", sagte er. Auch in der Diskussion um mögliche Maßnahmen gegen die infolge des Iran-Krieges erhöhten Energiepreise gab es keine wesentlichen Fortschritte.

Ukraine lagert erstmals seit 2012 wieder Saatgut in Tresor auf Spitzbergen ein

Die Ukraine hat erstmals seit 2012 wieder Saatgut im arktischen Saatgut-Tresor auf Spitzbergen einlagern lassen. In dieser Woche seien 773 Proben in die norwegische Anlage gebracht worden, teilte das Landwirtschaftsministerium in Oslo mit. Darunter seien verschiedene Sorten von Sonnenblumen, Getreide, Buchweizen und Futterpflanzen.

Smartphone als Ausweis: Bundestag macht Weg für digitale Brieftasche frei

Der Bundestag hat den Weg für die Einführung der digitalen Brieftasche freigemacht, die Bürgerinnen und Bürger künftig den Nachweis ihrer Identität per Smartphone ermöglichen soll - etwa um ihr Alter zu belegen oder einen Vertrag abzuschließen. Ab 2027 solle das Smartphone "zum sicheren und bequemen Ausweis für den Alltag" werden, erklärte Bundesdigitalminister Karsten Wildberger (CDU). Eine Herausforderung bleibt allerdings die bislang noch geringe Bekanntheit des Projekts.

Netzentgelte für Gas steigen voraussichtlich - Stromnetzkosten im Schnitt stabil

Die Netzentgelte für Gas dürften im kommenden Jahr im bundesweiten Schnitt spürbar steigen. Die bislang veröffentlichten vorläufigen Preisblätter der Netzbetreiber deuten auf einen Anstieg um über zwei Prozent hin, wie aus Daten des Energiedatendienstleisters Ene't hervorgeht. Bei den Stromnetzentgelten gibt es demnach im Schnitt kaum Veränderungen, örtlich aber sehr wohl.

Textgröße ändern: