Pallade Veneta - Bundestag bringt Kindersofortzuschlag auf den Weg

Bundestag bringt Kindersofortzuschlag auf den Weg


Bundestag bringt Kindersofortzuschlag auf den Weg
Bundestag bringt Kindersofortzuschlag auf den Weg / Foto: Fabian Sommer - POOL/AFP

Der Bundestag hat erste Weichen gestellt, um die staatlichen Leistungen für Familien mit Kindern neu zu ordnen. Das Parlament brachte am Donnerstag mit der ersten Lesung den Gesetzentwurf für den Kindersofortzuschlag auf den Weg. Dieser soll eine Vorstufe zur Einführung der von der Ampel geplanten Kindergrundsicherung bilden. Die neue Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) bezeichnete den Zuschlag als "ersten Schritt, um Kinder vor Armut zu schützen".

Textgröße ändern:

Den Sofortzuschlag in Höhe von 20 Euro monatlich sollen Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene erhalten, die Leistungen nach den geltenden Regelbedarfsstufen bekommen - oder für die die Eltern Kinderzuschlag beziehen. Der Zuschlag soll Paus zufolge ohne weiteren Antrag und unbürokratisch ausgezahlt werden.

Mit Blick auf die künftige Kindergrundsicherung sagte, sie, deren Kernelement sei es, bisherige Leitungen wie das Kindergeld und den Kinderzuschlag zu bündeln. Sie wolle bis Ende kommenden Jahres mit dem Gesetz fertig sein, fügte Paus in der Sendung "Frühstart" von RTL/ntv hinzu. Bereits nach ihrer Vereidigung am Mittwoch hatte sie angekündigt, dass sie das Gesetzgebungsverfahren für die Kindergrundsicherung im kommenden Jahr starten wolle.

"Kinder, die in Armut aufwachsen, sind benachteiligt in dieser Gesellschaft", sagte auch Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) in der Debatte. Das können wir uns in Deutschland nicht mehr leisten." Auf die Einführung der Kindergrundsicherung und des vorgelagerten Sofortzuschlages hatten sich SPD, Grüne und FDP in ihrem Koalitionsvertrag geeinigt.

Bestandteil des Gesetzentwurfs ist auch die wegen der Belastungen aus der Corona-Pandemie geplante Einmalzahlung an Hartz-IV-Empfänger: Sie sollen im Juli 200 Euro zusätzlich bekommen. Ursprünglich waren nur 100 Euro vorgesehen, das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch aber die Verdoppelung des Betrages. Die Extra-Zahlung soll nicht nur die aus der Corona-Krise resultierenden Belastungen abfedern, sondern zudem die jüngsten Preissteigerungen, die auch auf den Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine zurückgeführt werden.

F.M.Ferrentino--PV

Empfohlen

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Textgröße ändern: