Pallade Veneta - BMW und Mercedes wollen Carsharingdienst Share Now an Stellantis verkaufen

BMW und Mercedes wollen Carsharingdienst Share Now an Stellantis verkaufen


BMW und Mercedes wollen Carsharingdienst Share Now an Stellantis verkaufen
BMW und Mercedes wollen Carsharingdienst Share Now an Stellantis verkaufen / Foto: Ina FASSBENDER - AFP/Archiv

BMW und Mercedes wollen ihren Carsharingdienst Share Now an die Opel-Mutter Stellantis verkaufen. Eine entsprechende Vereinbarung sei "vor kurzem" unterzeichnet worden, teilten die drei Unternehmen am Dienstag mit. Stellantis will Share Now in seinen Carsharingdienst Free2Move eingliedern - für den Autokonzern um die französische PSA-Gruppe und Fiat Chrysler werde das "ein sehr preisgünstiger Deal", urteilte Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

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Das Geschäft mit dem Carsharing habe für BMW und Mercedes "nie geklappt", erläuterte Dudenhöffer. Der Verkauf an Stellantis - vorbehaltlich der Zustimmung der Kartellbehörden - bedeute den Schlussstrich und die definitive Aufgabe des Geschäfts. Der Kaufpreis betrage "etwas mehr als 100 Millionen Euro", hieß es aus Branchenkreisen.

BMW und Mercedes erklärten, sie wollten sich mehr auf die "Multimobilitäts-App" Free Now sowie die App Charge Now rund um das Laden von E-Autos fokussieren. Dies seien Geschäftsfelder "mit hohem Wachstumspotenzial".

Free Now bietet den Angaben zufolge über ein Partner-Netzwerk Zugriff auf 180.000 Fahrzeuge in 150 Städten: vom E-Scooter über Carsharing bis zum Auto mit Chauffeur. Zunehmend werde auch der Öffentliche Personennahverkehr eingebunden. Die App Charge Now können E-Auto-Fahrer in 31 Ländern auf der Suche nach einer Ladesäule nutzen.

Die Stellantis-Tochter Free2Move bekäme mit dem Kauf von Share Now die Möglichkeit, Carsharing in Europa weiter auszubauen, erklärten BMW und Mercedes. Free2Move wäre damit in 16 weiteren Städten präsent: darunter in Berlin, Hamburg und Frankfurt, in Mailand, Turin, Kopenhagen oder Budapest. Die Zahl der Kundinnen und Kunden würde sich um 3,4 Millionen erhöhen, die Zahl der Autos um 11.000.

Selbst hat Free2Move derzeit 2500 Autos, präsent ist der Carsharingdienst in sieben Städten in Europa und in den USA. Der Kauf von Share Now sei "ein entscheidender Schritt für die Beschleunigung" von Free2Move, sagte die Chefin Brigitte Courtehoux in einer Telefonkonferenz. Das Unternehmen besitzt auch Mietautos, Parkplätze und Ladesäulen.

Für Stellantis mit seinem großen Markenportfolio dürfte es ein äußerst preisgünstiger Einstieg sein, "eine Braut mit unwiderstehlicher Mitgift", erklärte Dudenhöffer. Im Volumenmarkt mit preisgünstigen Fahrzeugen habe ShareNow am ehesten eine Überlebenschance. Free2Move ist seit dem zweiten Halbjahr 2020 rentabel.

BMW und die damalige Daimler AG hatten ihre beiden Dienste Car2Go und DriveNow 2019 zu Share Now fusioniert und damit auf die wachsende Konkurrenz auf dem Carsharing-Markt weltweit reagiert. Seitdem sei Share Now "zum Marktführer in Europa ausgebaut und kontinuierlich weiterentwickelt" worden, erklärten BMW und Mercedes.

S.Urciuoli--PV

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