Pallade Veneta - EZB-Mitglied Panetta: Stagnation der Wirtschaft macht Entscheidungen "komplizierter"

EZB-Mitglied Panetta: Stagnation der Wirtschaft macht Entscheidungen "komplizierter"


EZB-Mitglied Panetta: Stagnation der Wirtschaft macht Entscheidungen "komplizierter"
EZB-Mitglied Panetta: Stagnation der Wirtschaft macht Entscheidungen "komplizierter" / Foto: Daniel ROLAND - AFP

EZB-Direktoriumsmitglied Fabio Panetta hat in der Diskussion um eine rasche Anhebung der Leitzinsen zu Besonnenheit gemahnt. Die Inflation steige, während die europäische Wirtschaft de facto stagniere: "Das macht die Entscheidungen, vor denen die Europäische Zentralbank steht, komplizierter", sagte Panetta in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der italienischen Zeitung "La Stampa". Eine geldpolitische Straffung mit dem Ziel, die Inflation einzudämmen, würde letztendlich das bereits schwächelnde Wirtschaftswachstum hemmen.

Textgröße ändern:

"Die großen Volkswirtschaften leiden", sagte Panetta. Das Wirtschaftswachstum habe sich in Spanien verlangsamt, sei in Frankreich gestoppt und in Italien geschrumpft. In Deutschland sei die Wachstumsdynamik gering und schwäche sich seit Ende Februar ab.

Die Inflation in der Eurozone lag im April bei 7,4 Prozent - Ziel der EZB sind zwei Prozent. Sie steht daher unter Druck, stärker dagegen anzukämpfen und die Leitzinsen zu erhöhen. Die US-Notenbank Fed hatte den Leitzins im Kampf gegen die hohe Inflation am Mittwoch um einen halben Prozentpunkt angehoben und damit so stark wie seit 22 Jahren nicht mehr. Er liegt künftig in einer Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent. Die Fed erklärte, weitere Erhöhungen in Zukunft seien "angemessen".

EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel hatte am Mittwoch im "Handelsblatt" eine Zinserhöhung bereits im Juli gefordert. Zuvor sollten die Nettozukäufe von Anleihen eingestellt werden, voraussichtlich Ende Juni. Schnabel warnte vor einer Lohn-Preis-Spirale.

Panetta aber sagte "La Stampa": "Wir müssen besonnen sein und erkennen, was wir können, aber auch, was wir nicht können." Die EZB könne die Inflation nicht alleine bändigen. Der beste Weg, die Inflation schnell zu senken, sei es, die Ukraine zu unterstützen und alles zu tun, damit der Krieg schnell endet. "Frieden würde Spannungen auf den internationalen Märkten (Öl, Gas und Lebensmittel) lindern, die die Inflation antreiben."

Er riet dazu, die Zahlen des zweiten Quartals abzuwarten, um ein klares Bild zu bekommen. "Unsere Geldpolitik ist datengesteuert, und wir können keine Entscheidungen treffen, bevor wir die Zahlen gesehen haben."

I.Saccomanno--PV

Empfohlen

Nach Scheitern von Wohnungsgesetz in Spanien: Zehntausende demonstrieren für bezahlbaren Wohnraum

Nach dem Nein des spanischen Parlaments zu einem Regulierungspaket gegen die Wohnungsnot haben am Samstag erneut zehntausende Menschen im Land für bezahlbaren Wohnraum demonstriert. In Madrid zogen mehrere Demonstrationszüge durch das Stadtzentrum. Auf einem großen Transparent stand "Auf zum Generalstreik". Nach Behördenangaben beteiligten sich alleine in der Hauptstadt 70.000 Menschen an den Demonstrationen, die Organisatoren sprachen von 500.000.

Trump lobt Freigabe europäischer Ölreserven - Keine Drohung mit Diesel-Exportstopp mehr

US-Präsident Donald Trump hat die Entscheidung der europäischen G7-Staaten zur Freigabe der Ölreserven gelobt - seine Drohung mit einem Diesel-Exportstopp der USA zog er zurück. "Was Europa gemacht hat, war wirklich eine großartige Sache", sagte Trump am Freitag (Ortszeit) auf die Frage eines AFP-Journalisten. Ein Exportstopp habe auch nie "wirklich auf dem Tisch gelegen". In Deutschland kritisierten die Grünen die Freigabe als "politische Dummheit".

Grüne kritisieren Freigabe von Ölreserven als "politische Dummheit"

Die Grünen haben die Entscheidung der G7-Staaten zur Freigabe von Öl und Diesel aus ihren nationalen Reserven scharf kritisiert. "Die Freigabe ist ein Fehler, schlimmer noch: eine politische Dummheit", sagte der Grünen-Energiepolitiker Michael Kellner am Samstag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. "Die Reserven sind für echte Notfälle da und nicht für einen amerikanischen Präsidenten, dem im Wahlkampf die Felle davonschwimmen."

Argentinien bietet Ausländern im Gegenzug für Investitionen Staatsbürgerschaft an

Argentinien will ab Ende des Jahres Ausländern, die mindestens 350.000 Dollar (rund 311.000 Euro) in dem Land investieren, die argentinische Staatsbürgerschaft anbieten. Das Programm zum Erwerb der Staatsbürgerschaft im Gegenzug für eine "Investition" sieht "zwei einfache und transparente Mechanismen" vor, wie die Regierung des ultrarechten Präsidenten Javier Milei am Samstag mitteilte.

Textgröße ändern: